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Social Science
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Psychology
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University, School
Universität Augsburg
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·         Begriffslernen ist die Verankerung von Begriffen im Semantischen Gedächtnis des LZG („neue Maschen einfügen“) à Netzwerk-Modell.

·         Die klassische Theorie des Begriffslernens geht davon aus, dass wir ohne die Möglichkeit zur Kategorisierung (abstrahieren von den Besonderheiten des Einzelfalls und ordnen unter gemeinsame Eigenschaften) hoffnungslos über-fordert wären. à Hierarchisch strukturiertes Netzwerk zur Repräsentation von Begriffen.

·         Einspeicherung vollzieht sich nach dem Prinzip der kognitiven Ökonomie.

·         Begriffsbildung: Eine Person bildet eine Kette von Hypothesen, die induktiv oder deduktiv entstanden sind und nacheinander abgetastet werden. Die Bil-dung von Begriffen ist i. d.

R. kein völliges Neulernen, sondern ein Umlernen von bereits vorhanden Begriffen. Der Schulbesuch ist der mächtigste Faktor der Begriffsbildung (aktiver Wortschatz mit 6 Jahren etwa 2000-2500 Wörter, danach rasanter Anstieg, passiver Wortschatz zudem oft 10-mal größer!).

·         Wissenserwerb als Lernen von Regeln: Ansatz von Gagné: Regeln sind eine Kette von Begriffen.

Jüngere Kinder können meist nur einfachere Regeln ler-nen, weil sie über eine geringere Anzahl von Begriffen verfügen. Ein solches Lernen geschieht meist durch verbale Instruktion, in der der Aufbau der gan-zen Begriffskette erklärt wird (z. B. bei Lernen der Abseitsregel).

·         Die merkmalssemantische Theorie der Begriffsbildung:

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(b)     Merkmale, die die Klassenzugehörigkeit ausmachen, nennt man kritische Attribute.

(1.)   Affirmation: Nur ein kritisches Attribut ist vorhanden, z. B. Sitzfläche für Sitzmöbel,

(2.)   Konjunktion: Zwei oder mehr kritische Attribute sind vorhanden, z. B. männlich und kinderhabend für Vater,

(3.)   Disjunktion: Entweder eines oder ein anderes kritisches Attribut ist vorhanden, z. B. Regen oder Schnee für Niederschlag.

(4.)   Kondition: Ein kritisches Attribut schließt ein anderes mit ein, z. B. Wahlberechtigung à Volljährigkeit.

·         Von Begriffsbildung spricht man dann, wenn Objekte zu einer (subjektiv neuen) Kategorie zusammengefasst werden.

·         Unter Begriffsidentifikation versteht man das Erkennen eines Objekts als Be-standteil einer (bereits vorhandenen) Kategorie.

·         Prototypentheorie der Begriffsbildung (Rosch):

(a)     Sie ergänzt die merkmalssemantische Theorie der Begriffsbildung.

(b)     Sie geht davon aus, dass gerade alltagssprachliche Begriffe durch zwei Tatsachen gekennzeichnet sind: Vagheit / Unschärfe und Kontextab-hängigkeit (was eine Tasse, eine Vase oder ein Becher ist, entscheidet sich oft aufgrund des Kontextes: Sind Blumen oder ist Kaffee drin?).

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(d)     Bei vielen Begriffen wäre eine rein merkmalssemantische Begriffsbildung sehr umfangreich und hätte z. T. auch viele Ausnahmeregeln (z. B. beim Begriff „Vogel“), deshalb ist es praktikabler nach wahrscheinlichen und typischen Merkmalen (à Typikalität) zu unterscheiden. Ein Begriff ist durch wenige charakteristische Merkmale ausgezeichnet, wobei nicht alle Mitglieder diese Merkmale zwingend aufweisen müssen.

(e)     Begriffe werden in der Form der „besten Beispiele“ (Prototyp, idealer Vertreter, typisches Objekt) abgespeichert. (z. B. Auto für Fortbewegungs-mittel, Schwalbe für Vogel etc...)

·         Begriffe haben einen spezifischen Stärkewert, d. h. Anzahl der assoziativen Beziehung zu anderen Begriffen. („dicke oder dünne Knoten im Netzwerk“) Begriffe können auch unterschiedlich stark miteinander verbunden sein.

·         Propositionale Netzwerke: Ist an der Valenz-Grammatik orientiert: Verb steht im Mittelpunkt der Satzanalyse, hat Valenzen, eröffnet best. Leerstellen etc...

·         Alltags- oder Beschreibungsbegriffe (oft auf subjektive Weise verwendet) ßà wissenschaftliche Begriffe (bestehen aus einer Kategorie und zusätzlich aus einer erklärenden Theorie, z. B.

Aggression, Motivation, Kapitalismus)

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A – 5 – 3: Gedächtnis und Gedächtnisprozesse

(Quelle: Monikas Lukesch-Exzerpt & Inés´ Lefrancois-Exzerpt)

·         Def. Gedächtnis: Das Gedächtnis ist der Ort der Speicherung ontogenetisch erworbener Informationen, die sich in die neuronalen Strukturen so einfügt, dass sie wieder abgerufen werden können.

Es ist die Grundvoraussetzung für ein Erkennen der Welt, für Planen, Denken, Problemlösen etc...

·         Gedächtnis ist der Eindruck, den die Erfahrung hinterlässt.

·         Es gibt im Gedächtnis nichts, was nicht gelernt worden ist.

·         Als erster unterschied James (1890) zwischen einem primären Gedächtnis (~ Kurzzeitgedächtnis) und einem sekundären Gedächtnis, das nur durch einen konkreten Willensakt und durch Aufmerksamkeit aktiviert werden kann.

·         Übersicht über das Mehrspeichermodell des Gedächtnisses:

 

UKZG

KZG

LZG

Eingang der Info

präattentiv

erfordert Aufmerksamkeit

erfordert Wiederholen

Aufrechterhalten der Info

- - -

dauerhafte Aufmerksamkeit und Wiederholen

Wiederholen und Organisieren

Art der Darstellung der Info

Kopie des Inputs

phonemisch, evtl. visuell oder semantisch

semantisch, auch auditiv und visuell

Verlust der Info

Zerfall

Verdrängung oder ein Vorfall

kaum Verlust, aber Verlust an Zu-gänglichkeit und Unterscheidbarkeit durch Interferenz

Spurdauer

bis 0,3 sek, maximal bis 2 sek

bis 30 sek.

viele Jahre

Suche

ablesen

automatisch, Items sind im Bewusstsein

Suchhinweise, Suchstrategien

Kapazität

groß

klein

unterschiedlich

Niveau der Verarbeitung

Keine Verarbeitung

Niedriges Niveau

Höheres Niveau

Biologische Prozesse

 

Fortgesetze elektrochemische Aktivität kortikaler Neuronen, die sich innerhalb einer Schleife aktivieren

Langanhaltende Veränderung der neuronalen Bahnung / Synthese von Proteinen

·         Es handelt sich beim Mehrspeichermodell (oder Doppelkodierungs-, dual-en-coding-, Zweiphasen- oder Two-stage-Modell) nicht um physikalische Struk-turen, sondern um eine Abstraktion.

Wichtig ist die Trennungslinie zwischen KZG und dem LZG und die zweifach erfolgende Einspeicherung.

A – 5 – 3 – 1: Das Ultrakurzzeitgedächtnis im Mehrspeichermodell

 

·         Andere Begriffe: Sensorisches Gedächtnis, Sensorisches Register. Abkür-zung: UKZG).

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Hier: elektroche-mische Kreisprozesse 0,1 – 0,5 sek. Refraktärzeit: Zeit bis zur Ankunft eines neuen Impulses wird durch Aufrechterhalten bzw. kurzzeitige Speicherung des alten Impulses überbrückt. Dadurch kontinuierliche Außenwahrnehmung trotz Diskontinuität der Reizleitung. Mit der Ankunft einer neuen Info aus dem selben Register (für die gleiche Wahrnehmungsart, z.

B. optisch) wird die alte Info automatisch überschrieben à (optional und durch Aufmerksamkeitspro-zesse gesteuert) Weiterleitung ins KZG

·         Ergebnis eines Versuchs: Eine begrenzte Zahl von Reizen bleibt für eine kurze Zeit nach der Präsentation zugänglich, auch wenn ihnen keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

·         Vgl. Phänomen der verzögerten Reaktion: Man ist mit etwas mental sehr beschäftigt, geht an etwas vorbei und erkennt 2 sek. später, was man da gese-hen oder gehört hat.

·         Das UKZG ist sehr begrenzt im Bezug auf die absolute Menge an Infos und auch in Bezug auf die Zeitdauer.

·         Gedächtnisareale des UKZG:

(a)     Optisches oder ikonisches Gedächtnis: Es werden für maximal 0,5 sek präperzeptionelle oder präkategoriale Informationen „gespeichert“. Eine Informationsselektion ist hier nicht möglich.

(b)     Echoisches oder auditives Gedächtnis: Merkleistung etwa 2 sek.

(c)     Taktiles oder haptisches Gedächtnis

·         Funktionen des UKZG:

(a)     Ermöglichung der Selektion und Bewertung von Reizeinflüssen à Nutzen für Erkenntnisprozess.

(b)     Kontinuierliche Wirklichkeitswahrnehmung.


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