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Social Science
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Psychology
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Universität Augsburg
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(d)     Später wurden längerfristige Verhaltensänderungen gemessen. Eine dann erfolgende Bestrafung aggressiven Verhaltens hemmte die Auswirkungen, eine Belohnung trug zur weiteren Enthemmung bei.

·         Klassisches Experiment von Bandura und Ross (1963): Eine Gruppe von Vor-schulkindern beobachteten, wie aggressives Verhalten belohnt wird: In einem Film machte ein Kind Rocky seinem Kameraden Jonny die Spielsachen erfolg-reich streitig.

Eine zweite Gruppe beobachtete, dass das aggressive Verhalten nicht zum Erfolg führte. Eine dritte Gruppe sah keinen Film. Später spielten alle Kinder mit den Spielsachen, die auch im Film vorkamen. à Beobachtung von aggressivem Verhalten: Gruppe 1: 15 aggressive Handlungen – Gruppe 2: 8 aggressive Handlungen (neues Verhalten erlernt, aber zumeist unterdrückt) – Gruppe 3: 5 aggressive Handlungen (ist in etwa der Basiswert).

·         Auswirkungen von Modell-Lernen:

(a)     Hemmungs- oder Enthemmungseffekte: Förderung oder Blockierung vor-handener Verhaltensweisen (z. B. könnte das Überqueren einer Straße bei „rot“ Kinder enthemmen).

(b)     Modellierender Effekt bzw. Aneignungseffekte: Erwerb völlig neuer Ver-haltensweisen (motorisch, kognitiv, emotional...). Erweiterung des Verhal-tensrepertoires.

(c)     Veränderung des emotionalen Erregungszustandes.

(d)     Auslösender Effekt.

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·         Bandura betonte nach seiner Distanzierung zum Behaviorismus, dass zwischen der Anregung eines Verhaltens durch ein Modell und der Ausführung dieses Verhaltens kognitive Prozesse stattfinden.

Dies ermöglicht auch die Selbst-steuerung von Verhalten durch

(a)     präzise Selbstbeobachtung,

(b)     Bewertung des eigenen Verhaltens nach selbstfestgelegten (aber realis-tischen, sonst kann es zu Lernstörungen kommen) Leistungsstandards und

(c)     Selbstbestimmung von Verhaltenskonsequenzen (Selbstbelohnung, Selbst-bestrafung).

·         Mit Bandura vollzieht sich ein Wechsel von einer Orientierung am Paradigma des Verhaltens hin zum Paradigma des Handelns.

Behaviorismus

Sozial-kognitive Lerntheorie

Paradigma des Verhaltens

Paradigma des Handelns

Weitestgehend außengesteuert

Weitestgehend innengesteuert

Eher deterministische Ausrichtung

Eher emanzipatorische Ausrichtung

Nützlich für die Vorhersage von Verhaltensweisen

Nützlich für die Erklärung von Wahrnehmungsprozessen, Entscheidungsprozessen und höheren kognitiven Prozessen

·         Lehrer sind exponierte Modelle mit hohem Beeinflussungspotenzial:

(a)     Sie haben einen hohen Status (Expertenwissen, Sanktionsmacht).

(b)     Sie bauen i. d. R. eine emotional tragfähige Beziehung zu den Schülern auf.

(c)     Sie sind viele Stunden täglich mit den Schülern zusammen und für den einzelnen gut sichtbar.

·         Relevanz im Unterricht: Emanzipatorische Aufklärung über Modellwirkung z.

B. des Fernsehens oder von Computerspielen. Problematisierung der Darstel-lung von Gewalt. Typische Beispiele: Anstieg von Gewalttätigkeiten nach Boxveranstaltungen, Anstieg der Selbstmordraten nach Veröffentlichungen über Suizide, Imitationseffekte bei Berichten über Flugzeugentführungen oder Randale in Vorstadtsiedlungen.

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A – 4: Theorien des kognitiven Lernens

 

A – 4 – 1: Lernen durch Einsicht (Quelle: GK Psychologie 2000/01)

·         Die Theorie des Lernens durch Einsicht geht auf die Schule der Gestalt-psychologie (z. B. Köhler) zurück, die sich vom Behaviorismus und der Asso-ziationspsychologie abgrenzte.

·         Die Lösung eines Lernproblems erfolgt plötzlich, durch einen Einfall.

·         An Thorndike und den Bahavioristen kritisieren die Gestaltpsychologen der Berliner und Leipziger Schule, dass bereits ihre Versuchsanordnung ihre Er-gebnisse vorgeben: Die Aufgaben, die die Hunde und Katzen bekamen, gingen so weit über ihre geistigen Fähigkeiten hinaus, dass ihnen nichts anderes übrig blieb als das Trial-and-error-Verfahren.

Die Zusammenhänge des Versuchs-aufbaus waren für die Tiere nicht zu überblicken.

·         Die Gestaltpsychologen verwendeten hingegen in Experimenten Affen, die Aufgaben bekamen, die für sie aus Einsicht lösbar waren. (Die Affen mussten eine Kiste auf eine andere stellen und darauf steigen, um zu einer Banane zu gelangen.

Dies konnten sie aufgrund von Überlegungen und Einsicht bewäl-tigen.)

·         Charakteristika für das Lernen durch Einsicht:

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(b)     Ist erst ein Einfall zur Lösung eines Problems vorhanden, so kann die Lösung sofort wiederholt werden.

(c)     Der Lernerfolg stellt sich nicht graduell ein wie beim assoziativen Lernen, sondern plötzlich und meist nach einer Phase des Nichthandelns (Inkubation).

(d)     Eine durch Einsicht erfolgte Lösung kann auch in neuen, veränderten Situationen wieder angewendet werden. Was gelernt wird, ist nämlich nicht ein bestimmter Handlungsablauf, sondern eine kognitive Struktur, die z.

B. den Zusammenhang von Hilfsmitteln und strategischer Einsetz-barkeit aufweist.

A – 4 – 2: Kognitives Lernen / Formen von

Wissensrepräsentationen (Quelle: Edelmann S. 220-238)

·         Kognitive Lerntheorien beziehen sich – im Gegensatz zu behavioristischen Lerntheorien – auf Abstraktionen und Repräsentationen, also Phänomene, die nicht direkt erfassbar sind.

Im Zentrum jeder kognitiven Lerntheorie steht als Ziel der Aufbau einer kognitiven Struktur.

·         Def. Repräsentation von Wissen:

(a)     Objekte aus der Umwelt werden im Bewusstsein entweder als konkrete Einzelfälle oder als Klasse ähnlicher Erscheinungen dargestellt bzw. als innere Wirklichkeit konstruiert.

(b)     Repräsentation ist eine verbale, bildhafte oder sensumotorische (hand-lungsmäßige) Begriffsbildung.

·         Arten der Repräsentation von Wissen:

(a)     handlungsmäßige oder sensumotorische Repräsentation (entwicklungs-psychologisch die erste Phase).

(b)     bildhafte oder analoge Repräsentation (entwicklungspsychologisch die zweite Phase).

(c)     aussagenartige oder sprachlich-inhaltliche Repräsentation (entwick-lungspsychologisch die dritte Phase).

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(a)     Nur die aussagenartige Repräsentation.

(b)     Die aussagenartige und die analoge Repräsentation.

(c)     Die aussagenartige, analoge und die handlungsmäßige Repräsentation.

Vor allem die erste Auffasung ist jedoch sehr von linguistischen und struktur-alistischen Vorannahmen beeinflusst, die nicht anerkennen, dass man sogar bei reinen Sachaussagen i. d. R. bildhafte oder emotionale Assoziationen hat.

·         Paivio (1979) erklärte die Form der Informationsaufnahme mittels des „Mo-dells der dualen Kodierung“ (Kodierung in zwei alternativen Systemen): Die Verarbeitung geschieht entweder analog-bildhaft (optisch) oder semantisch-aussagenartig (akustisch).

Bei eher konkreten Sachverhalten sind beide Reprä-sentationsarten möglich und die analog-bildhafte wahrscheinlicher. Bei ab-strakten Sachverhalten sind semantisch-aussagenartige (also begrifflich vermit-telte) wahrscheinlicher.

·         Zur aussagenartigen Repräsentation (Vgl. A – 5 – 2 – 2!):

(a)     Die Theorien zur aussagenartigen Repräsentation gehen davon aus, dass sich semantische Netze bilden. (Netzwerkmodelle).

(b)     Modell der modifizierten Begriffshierarchie“: Jeder Begriff wird in ein System von Ober- und Unterbegriffen eingeordnet, wobei bei jedem Begriff nur die speziellen Charakteristika gespeichert werden, während die allgemeinen Charakteristika ausschließlich mit dem Oberbegriff ver-bunden werden. (z.

B. Lachs: rosa, essbar / Fisch: hat Flossen und Kie-men, kann schwimmen.)


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