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Social Science
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Psychology
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University, School
Universität Augsburg
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F – 5 – 1 – 3: Diagnostik von Leistungsängstlichkeit

·         Verfahren: Physiolog. Messungen. Interviews. Standardisierte Fragebögen. Beobachtung und Fremdeinschätzung (z. B. durch Eltern oder Lehrer).

·         Sarason (1984) will vier Faktoren erfassen, nämlich „worry“ (während der Prü-fung an Misserfolg denken), „irrelevante Gedanken“ (auch während der Prü-fung), „Anspannung“ und „körperliche Symptome“. à Sehr unsystematischer Ansatz.

·         Die Differenzielle Leistungsängstlichkeitsdiagnostik nach Rost und Schermer (1997) testet

(a)     die Angstauslösung (aufgaben-, wissens- oder sozialbezogen?)

(b)     die Angsterscheinungsweisen (physiologische, emotionale, kognitive Ma-nifestationen)

(c)     die Angstverarbeitung (Gefahren-, Situations- und Angstkontrolle, Angst-unterdrückung)

(d)     die Angststabilisierung (internale und externale Bewältigungsstrategien).

F – 5 – 1 – 4: Empirische Belege / Korrelationen zur Leistungsängstlichkeit

 

·         Intelligenzkorrelation: Hochängstliche leisten in fast allen Schulfächern weniger.

Vgl. zur Informationsverarbeitungskapazität das Yerkes-Dodson-Gesetz: Bei zu hoher emotionaler Aktiviertheit sinkt die Informationsverar-beitungskapazität.

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·         Mädchen sind anfälliger für Leistungsängstlichkeit, empfinden schulische Leistungssituationen als angstinduzierender, gestehen aber Leistungsängstlich-keit auch eher ein.

·         Ein niedriger Sozialstatus begünstigt tendenziell die Leistungsängstlichkeit.

·         Leistungsängstliche tendieren zu einer misserfolgsorientierten Attribuierung ihrer Leistung.

F – 5 – 1 – 5: Prävention und Modifikation

 

·         Lehrer und Schule:

(a)     Reduzierung von Unsicherheiten.

(b)     Prüfungsgestaltung: Faire Fragen, Eher leichter Einstieg, Berechenbarkeit, Transparenz, prüfungsanaloge Übungsphasen, Infos über das Stoffgebiet der Prüfung geben.

(c)     Leistungsbewertungsprozess: Transparente, objektive, reliable und valide Bewertungskriterien anlegen. Elemente prozessorientierter und individual-orientierter Bewertungen einbauen, z. B. durch mündliche Noten.

(d)     Aufbau von erfolgsorientierten, aber realistischen Leistungserwartungen.

(e)     Emotional warmes Klassenklima. Entspannungsmomente einbauen. Ver-trauensklima schaffen durch emotionale Zuwendung.

(f)      Bedingungsloses Wertschätzen, Akzeptieren und Empathie gegenüber den Schülern. Kritik sachlich und nicht persönlich formulieren.

(g)     Kongruenz und Echtheit des Lehrerverhaltens.

(h)     Entschärfung von typischen Krisensituationen (besonders Schulwechsel).

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·         Schülerpersönlichkeit:

(a)     Nach den behavioristischen Theorien:

Expositionsbehandlung: Konfrontation mit dem Angstreiz, erst in der Vor-stellung, dann im Alltag, ggf. schrittweise als systematische Desensibili-sierung.

Positive Verstärkung bei der Bewältigung angstauslösender Situationen, dadurch Optimierung von Bewältigungskompetenzen.

(b)     Nach dem Modell-Lernen:

Reales Training mit wenig ängstlichen Modell-Personen.

(c)     Nach den kognitivistischen Theorien:

Maßnahmen zum Erwerb von Arbeits- und Lerntechniken (da Leistungs-ängstlichkeit oft mit mittelmäßigen Leistungen verbunden ist). Ziel: Er-folgserlebnisse wahrscheinlicher machen.

Motivänderung, Veränderung in der Selbstattribuierung.

·         Elternhaus:

(a)     Kooperation zwischen Elternhaus und Schule.

(b)     Passung der elterlichen Anforderungen an den Entwicklungsstand und die Ressourcen des Schülers.

·         Das Maßnahmenbündel von Strittmatter (1993) belegte eine im Vergleich zu einer Kontrollgruppe abnehmende Leistungsängstlichkeit. Er verbesserte:

(a)     die Lehrer-Schüler-Interaktion,

(b)     den Angstumgang und den Angstabbau,

(c)     den Leistungsbewertungsprozess (realistische Anpassung),

(d)     und die Lern- und Arbeitstechniken.

 

 

F – 5 – 2: Schulphobie (Quelle: HPP S. 596-600)

 

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Schulschwänzen

Schulangst

Schulphobie

Leitsymp-tomatik

·         Vermeidung unlustbehafter Schulsituationen

·         Ausweichen auf Ersatzbereiche

·         Ausweichen von kränkenden Schulsituationen

 

·         Angst- und An-spannungszustände

·         Panikattacken

Beginn der Ent-wicklung

·         Beginn der Pubertät

 

·         Mit zunehmenden Bewertungs-aspekten

 

·         Häufig schon im Einschulungsalter

 

Begleit-erschei-nungen

·         delinquente und asoziale Handlungen

·         subkulturelle Orientierung

·         somatoforme Störungen (z . B. Bauch- oder Kopfschmerzen)

 

·         somatoforme Störungen

·         Anklammerungs-tendenzen

Lern- und Leistungs-aspekte

·         Werden grund-sätzlich in Frage gestellt

·         Oft geringe Frustrations-toleranz

·         Häufige Überforderung

·         Sehr hohe Motivation

·         Oft gute Schulleistungen

·         Aber: Unrealistische Leistungs-erwartungen

Beteili-gung des Umfelds

·         Desinteresse

·         Duldung

·         Ehrgeizige Grundhaltung

·         Verschärfte Drucksituation

·         Ambivalente Grundhaltung gegenüber Trennung

 

Soziale Orien-tierung

·         Relativ gering

·         Hoch

·         Hoch

Einbin-dung in Peergroup

·         Gering

·         Evtl. Einbindung in delinquente Peergroup

·         Meist gut

·         Rudimentäre Kontakte

·         Def.: Schulphobie gehört zu den schulvermeidenden Verhaltensweisen, die sich im Spannungsfeld innerer Konfliktlagen und sozialer Sanktionierung be-wegen. Sie ist von Nachbarphänomenen scharf abzugrenzen:

F – 5 – 2 – 1: Genese der Schulphobie

 

·         Frühe Kindheit:

(a)     Veränderungsängstliches Kind, Stubenhocker.

(b)     Sehr starke Bindung zu nahen Angehörigen und Nahestehenden unter den Erwachsenen. à Primär-sozialisatorische Orientierung.

(c)     Wenig Kontakt zu Gleichaltrigen.

·         Kindergartenzeit:

(a)     Anklammerungstendenzen.

(b)     Somatoforme Störungen.

(c)     Schädlich: Elternintervention mit übertriebener Härte oder überprotektiver Haltung.

·         Krisensituation Einschulung: Einem schulphoben Kind fehlen alterstypische Verhaltensweisen. à Anklammerungs- und Rückzugstendenzen.

F – 5 – 2 – 2: Erscheinungsformen von Schulphobie

 

·         Schulphobie tritt gehäuft (aber nicht nur) in der Einschulungszeit, in der Grundschulzeit und beim Wechsel auf eine weiterführende Schule auf.

·         Sie tritt vermehrt am Wochenbeginn und nach Ferien auf, am stärksten morgens beim Aufwachen. Vermehrtes Auftreten nach Kränkungserfahrungen im Schulgeschehen.

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Insgesamt panische Gestimmtheit.

·         Auftreten von sekundären Verhaltensauffälligkeiten: Rückzug, Weinerlich-keit, Initiativverarmung, Kommunikationsreduzierung, Zwangshandlungen.

F – 5 – 2 – 3: Maßnahmen gegen Schulphobie

 

·         Staatliche Sanktionierungsbemühungen (vgl. Schulpflicht!) können hilfreichen Ansätzen im Weg stehen.

·         Die Maßnahmen müssen individualpsychologische Aspekte des Kindes mit schulischen, familiären und verhaltensmodifikatorischen Gesichtspunkten ver-binden.

·         Maßnahmen:

(a)     Stärkung von Autonomie, Selbstkonzept.

(b)     Unterstützung von Trennungskompetenzen.

(c)     Wiedereingliederungshilfen in die Schule, ggf. zeitlich befristetes Aus-setzen der Notenvergabe.

(d)     Notlösung: Medikamentöse Behandlung: tranquillisierende oder antide-pressive Medikamente.

F – 5 – 3: Suizid und Suizidalität im Jugendalter

(Quelle: Oerter / Montada S. 359f)

F – 5 – 3 – 1: Fakten zum Suizidverhalten

 

·         Suizidale Verhaltensweisen gründen in Identitätskrisen, sind bei der Mehrheit der Jugendlichen weniger stark ausgeprägt und stellen i. d. R. keine exis-tenzbedrohenden Krisen dar.

·         Suizid ist bei deutschen Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache.

·         Suizidverteilung in Deutschland: Männer 3:2 Frauen (USA 3:1)

·         Verteilung der Suizidversuche in Deutschland: Männer 1:2 Frauen (USA 1:3)

·         Etwa 80 % der suizidalen Akte werden vorher angekündigt.

·         Etwa 25 % wiederholen einen Suizidversuch innerhalb der nächsten 2 Jahre.


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