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Social Science
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Psychology
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Universität Augsburg
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Beruf, Hobby, soziales oder religiöses Engagement.

D – 5 – 4: Entwicklung des Sozialverhaltens

(Quelle: Oerter / Montada Kap. 6)

·         In der Entwicklung des Kindes gibt es einen Übergang zur sozialen Identität, bei dem die eigene Gruppe zunächst vorbehaltlos und unkritisch positiv bewer-tet wird.

Die Identifikation mit einer Gruppe muss erlernt werden.

·         Schwierigkeiten im sozialen Kontakt und Außenseiterrollen (Ablehnung und Nichtbeachtung): Die abgelehnten (rejected) Kinder werden mit negativen Emotionen und Beschreibungen belegt, die Nichtbeachteten (neglected) dage-gen haben zwar auch keine Freunde, aber sie werden emotional entweder neu-tral oder positiv belegt.

Abgelehnte zeigen deutlich abweichendes Verhalten, sind zurückgezogen, im Kontakt oft auch aggressiv.

·         Entwicklung zum Außenseiter: Rubin et al. 2 unterscheiden zwei Pfade:

(a)     Das Neugeborene hat bereits ein schwieriges Temperament. Wenn weitere Risikofaktoren hinzutreten, v. a. eine ängstliche, aggressive Mutter mit wenig Zuwendung im Rahmen schwieriger ökonomischer Verhältnisse, so gerät das Kind leicht in die Isolation, zeigt feindseliges Verhalten und wird von den Gleichaltrigen abgelehnt.

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·         Durch Prozesse der Gruppendynamik wird die Außenseiterrolle festgeschrie-ben. Trotzdem ist es möglich, aus der Außenseiterrolle herauszukommen und einen höheren sozialen Status zu erreichen.

·         Emotionale Regulierung und soziale Kompetenz: Ein erfolgreicher sozialer Umgang setzt voraus, dass man seine eigenen Gefühle unter Kontrolle hat und über Strategien zur Bewältigung von Konflikten verfügt.

·         Es gibt frühzeitig Unterschiede in sozialer Kompetenz zwischen den Kindern, die sich z. T. vorhersagbar auf späteres Verhalten auswirken.

·         Entwicklung von Freundschaften:

(a)     Ab 6 Jahren: Freundschaften bilden sich nach dem do-ut-des-Prinzip.

(b)     Ab 9 Jahren: Qualitative Veränderung: Freudschaften werden von einem Partner benötigt, vom anderen gewährt. Eine Gegenleistung wird nicht unmittelbar verlangt.

(c)     Ab 12 Jahren wird der Freund zu jemandem, der einen besser kennt als die anderen und dem man sich offenbart. Gegenseitiges Verstehen wird wich-tiger als eine aktuelle Hilfeleistung.

Aspekte bei der Wahl von Freund-schaften: Ähnlichkeit als Tiefenmerkmal, Altershomogenität bzw. –hete-rogenität als Oberflächenmerkmal, räumliche Nähe als sozial-ökologi-sches Merkmal. Die Ähnlichkeit gewinnt mit zunehmendem Alter ten-denziell an Bedeutung, die Altershomogenität als Selektionsbedingung verliert an Wichtigkeit, die räumliche Nähe (Wohnung, Schule) ist zu-nächst völlig ausschlaggebend, wird aber später sukzessive unwichtiger.

(d)     Zunehmende Stabilität von Freundschaften. Tendenz zur Vermeidung von Wettbewerb und Wettstreit unter Freunden.

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·         Siehe auch unter C – 5 – 5: Peergruppe, Cliquen etc...

D – 5 – 5: Psychosexuelle Entwicklung und Entwicklung des

Sexualverhaltens (Quelle: Oerter / Montada Kap. 7)

D – 5 – 5 – 1: Körperliche und psychosexuelle Entwicklung

 

·         Geschlechtsreifung (biosexuelle Entwicklung): Sie wird verursacht durch eine beträchtliche hormonale Umstellung.

Die Entwicklung der primären und se-kundären Geschlechtsmerkmale erfolgt in einer ziemlich festgelegten Reihen-folge. Dabei gibt es typische Entsprechungen zwischen männlichen und weib-lichen Jugendlichen, allerdings finden die korrespondierenden Entwicklungs-abschnitte beim Mädchen um rund 2 Jahre früher statt.

·         Die Geschlechtsreifung hat Rückwirkungen auf die psychische Entwicklung des Jugendlichen.

·         Typische Probleme:

(a)     Beginn der Menstruation bei Mädchen (Menarche) und die erste Ejaku-lation (Ejakularche) bei Jungen. Es zeigte sich, dass Mädchen, die auf die Menarche vorbereitet worden waren, diese eher als etwas Natürliches an-sahen, während unvorbereitete Mädchen eher über negative Gefühle be-richteten.

Bei Jungen ergibt sich ein analoges Bild.

(b)     Veränderungen im Hormonhaushalt. Die neuen Hormone regen die Keim-drüsen und die Nebennierenrinde an.

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Bei Mädchen: Es beginnt der Prozess der sexuellen Reifung früher. Die neuen Hormone der Hypophyse wirken hier schon mit etwa neun Jahren auf Eierstöcke und Nebenniere. Die Eierstöcke beginnen 2 Hormone zu produzieren: das Östrogen, das die Entwicklung der Brüste, der Scham-behaarung und der Fettbildung steuert und das Progesteron, das den Men-struationszyklus vom Eisprung bis zur nächsten Menstruation und die Empfängnisbereitschaft steuert.

·         Es kann zur Akzeleration und zur Retardation kommen (Früh- und Spätreifung).

Säkulare Akzeleration: In den westlichen Ländern hat es in den letzten 150 Jahren eine beträchtliche säkulare Akzeleration gegeben. In biosexueller Hinsicht reift der Mensch früher zum Erwachsenen heran. (Aber: Die Kluft zwischen biologischem und sozialem Erwachsensein ist auch noch in den letzten 20 Jahren gewachsen und der Trend der säkularen Akzeleration geht weiter.)

·         Auswirkungen von Akzeleration und Retardation:

(a)     Spätreifende Jungen erweisen sich als unausgeglichener und unzufriede-ner. Sie haben ein negativeres Selbstkonzept, sind weniger verantwor-tungsbewusst und selbstsicher.

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(b)     Frühreife Jungen sind einem größeren Risiko für Drogenkonsum und De-vianz (Abweichung) unterworfen, denn infolge ihres Körperstatus suchen und finden sie leichter Anschluss an ältere Peergruppen und an deviante Gleichaltrige.

Eine Analyse von Längsschnittstudien zeigt aber, dass Früh-reife mit 38 Jahren verantwortungsbewusster, selbstbewusster und sozial angepasster waren als ihre Altersgenossen.

(c)     Bei Mädchen erweist sich Frühreife deutlich als Nachteil. Frühreifende Mädchen sind weniger beliebt, weniger graziös und zeigen größere Zu-rückgezogenheit als ihre Altersgenossinnen.

Frühentwickelte Mädchen sind sowohl hinsichtlich psychischer Störungen als auch in Bezug auf Sexualverhalten und Drogengebrauch besonders gefährdet, wenn weitere Risikofaktoren hinzutreten.

(d)     Insgesamt ist körperliche Retardation und Akzeleration nach heutigem Wissen mit Risiken behaftet, die durch Aufklärung in Familie und Schule aber relativ leicht aufgefangen werden können.

·         Das Körperselbstbild bei Jugendlichen: Mit zunehmendem Alter wird Körperpflege wichtiger.

Jungen äußern weniger Figurprobleme als Mädchen, bei denen die Unzufriedenheit mit dem Gewicht ansteigt, je älter sie werden. Mädchen haben häufiger als Jungen ein negatives Körperselbstbild (vgl. kul-tureller Einfluss!).

 

D – 5 – 5 – 2: Entwicklung des Sexualverhaltens

 


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