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Social Science
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Psychology
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Universität Augsburg
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Reaktionen, die kurz vor einem unbefriedigenden Zustand auftreten, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht wiederholt. Es geht um Verstärkung (Reinforcement) und Bestrafung, um Erhöhung oder Verminderung von Auftretenswahrschein-lichkeiten. (Die künftige Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens wird durch seine Konsequenzen bestimmt.)

·         Skinner erklärt den Unterschied zwischen den zwei Konditionierungstheorien:

Klassisches Konditionieren

Operantes Konditionieren

Reizausgelöstes Verhalten

Verhalten als instrumentelle Aktivität

Typ-S-Lernen (S für Stimulus)

Typ-R-Lernen (R für Reinforcement)

·         Zentrale Annahme: Über Beibehaltung oder Löschung eines Verhaltens (einer Reaktion „R“) entscheiden die auf das Verhalten folgenden Konse-quenzen beziehungsweise die nachfolgenden Reize (Stimuli „SR“). Dies wird auch als Wenn-dann-Zusammenhang oder Kontingenz bezeichnet.

·         Mit Kontingenz (ungleich Kontiguität!) ist die Regelmäßigkeit gemeint, mit der Umweltereignisse von bestimmten Verhaltensweisen einer Person abhäng-en, also die Beziehung zwischen Verhalten und Konsequenz.

·         Die nachfolgenden Reize können positive Verstärker (S+R) oder negative Verstärker (S-R) oder Bestrafungen sein.

·         Entscheidend ist also die beobachtbare Wirkung des Verhaltens und der Vergleich zwischen dem vorausgehenden, unkonditionierten, diskriminativen Stimuli (SD oder UCS) und den Konsequenzen (C). (Vgl. Zwei-Faktoren-Theorie der Angstvermeidung: 1. Faktor: Erlernen, dass auf Verhalten A die negative Konsequenz B folgt. 2. Faktor: Erlernen, Verhalten A zu vermeiden.)

·         Beispiel UCS à R à C (enthaltend einen S+R) à Verstärkung von R

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(a)     Darbietung eines positiven Reizes unmittelbar nach einem Verhalten: Po-sitive Verstärkung oder Plus-Verstärkung.

(b)     Darbietung eines aversiven Reizes unmittelbar nach einem Verhalten: Be-strafung durch einen aversiven Reiz oder Plus-Bestrafung. à Flucht- oder Vermeidungslernen.

(c)     Entzug eines positiven Reizes unmittelbar nach einem Verhalten: Be-strafung durch Verstärkerentzug oder Minus-Bestrafung. à Flucht- oder Vermeidungslernen.

(d)     Beendigung eines negativen Reizes unmittelbar nach einem Verhalten: Negative Verstärkung oder Minus-Verstärkung.

·         Entscheidende Ziele der operativen Konditionierung:

(a)     schnelles Erwerben von Wissen / Verhalten

(b)     höhere Auftrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Verhaltens

(c)     Löschungsresistenz von Wissen / Verhalten (d. h. auch bei ausbleibender Verstärkung das Beibehaltung von Verhalten)

·         Es gibt primäre Verstärker, die sich auf grundlegende Bedürfnisse beziehen (Nahrung, Schlaf, Sexualität, Einflussgewinn) und sekundäre Verstärker wie Geld, Anerkennung, Tokens (materielle, soziale, informative oder aktivitäts-bezogene Verstärker), die durch Paarung mit primären Verstärkern selbst zu Verstärkern wurden.

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·         Die Verstärkerwirkung steigt mit steigendem Aufforderungscharakter bzw. steigender emotionaler Valenz und Wertigkeit eines Ziels.

·         Der Reiz, der sognalisiert, dass in einer Situation eine Verstärkung erhältlich ist, ist ein positiver diskriminativer Reiz.

Ein negativer diskriminativer Reiz signalisiert, dass keine Verstärkung erhältlich ist. Instrumentelles Lernen ist stark situationsabhängig (hat auch Nachteile z. B. im Bezug auf Bereitschaft zum Transfer etc...).

·         Aufbau von Verhaltensketten (Chaining): Aufbau von komplexen Verhal-tensketten durch systematische Verstärkung eines Zielverhaltens, das immer komplexer wird. (z.

B. bei einem dressierten Delfin, aber auch bei motorischen Fähigkeiten wie Autofahren etc...). Verhaltensketten werden häufig vom Ende her gelernt.

·         Shaping: Sukzessive Verhaltensformung.

·         Verschiedene Verstärkungsstrategien:

(a)     kontinuierliche Verstärkung (Vorteil: schnelle Konditionierungserfolge, erfolgreich bei erstmaligen Lernprozessen / Nachteil: geringe Löschungs-resistenz, Verwandlung von intrinsischer in extrinsische Motivation)

(b)     Intervallsverstärkung (z. B. Belohnung bei jeweils fünf Minuten) oder Quotenverstärkung: Belohnung z. B. bei jeder fünften guten Antwort. Beides sind Formen fixierter intermittierender Verstärkung.

Diese sind für erstmalige Lernvorgänge weniger ertragreich, dafür aber hohe Löschungs-resistenz als Wirkung.

(c)     Variable Verstärkung: Situativer Einsatz von Verstärkung. Vorteil: sehr hohe Löschungsresistenz.

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·         Je intensiver, unmittelbarer und konsequenter bestimmte Belohnungen oder Bestrafungen erfolgen, desto wirkungsvoller sind die Verstärker oder Hemmer.

·         Mögliche negative Nebenwirkungen aversiver Reize und Bestrafungen:

(a)     Fluchtverhalten, Schulverweigerung

(b)     Förderung von aggressiven Verhaltensweisen

(c)     Psychosomatische Beschwerden

(d)     Negative Selbstwahrnehmung und geringer Selbstwert bzw. Ich-Schwäche

(e)     Gefühle der Angst, Hilfslosigkeit, Passivität, Orientierungslosigkeit, Auf-bau negativer Erwartungen

·         Zur Relevanz operativen Lernens in Schule und Unterricht:

(a)     Wenn ein Schüler zu Beginn eines Schultages Tabletten nimmt und damit Kopfschmerzen vermeidet, wird das Verhalten „Tabletteneinnahme“ negativ verstärkt.

(b)     Bestrafung im Unterricht: Tadel, Drohungen, Strafarbeiten, Strafen etc... intendieren eine Unterdrückung von unerwünschten Verhaltensweisen.

Aber: Die Wahrscheinlichkeit, dass Bestrafung zu gewünschtem Verhalten führt, ist sehr gering, weil nicht aufgezeigt wird, wie das gewünschte Verhalten aussieht. Wichtiger zur Löschung ist eine Nicht-Verstärkung des Verhaltens (was in der Schule schwer sein kann, weil nicht selten Mitschüler durch Aufmerksamkeitszuwendung unerwünschtes Verhalten verstärken).

Bestrafung kann durch Kontiguität mit dem Bestrafenden (Lehrer) assozi-iert werden. à Sehr unvorteilhaft.

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(d)     „Premack-Prinzip“: Angenehme Verhaltensweisen dazu benutzen, um we-niger angenehme Verhaltensweisen zu verstärken. Vgl. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“

(e)     Einsatz von Münzverstärkungsprogrammen (z. B. Tokens) oder Kontin-genzverträgen (Aushandeln z. B. einer Aktivität beim Klassenausflug bei Engagement im Unterricht).

·         Grenzen der instrumentellen Lerntheorie:

Es lässt sich nur schwer vorstellen, dass Sprache, Sitten etc... bei einem neuen Mitglied einer Kultur ausschließlich über eine Sequenz von Versuchs- und Irrtums-Lernprozessen aufgebaut werden. Dies hätte nicht ganz so erwünschte Folgen etwa beim Schwimmenlernen oder beim Erlernen des Operierens bei Medizinstudenten.

A – 2 – 4: Gelernte Hilflosigkeit (Quelle: Edelmann, S. 140-141)

·         Der Begriff wurde erstmals im Rahmen von Konditionierungsexperimenten von Seligmann und Maier (1967) verwendet.

·         Versuchsaufbau: Einer Gruppe von Versuchstieren (Hunden) wurden elektri-sche Schläge verpasst, die sie durch Drücken einer Platte abschalten konnten (= unvermeidbare, aber beeinflussbare Reize).

Einer zweiten Gruppe von Hun-den wurden ebenfalls diese elektrischen Schläge verpasst, aber ohne dass diese die Chance hatten, sie abzustellen (= unvermeidbare und unbeeinflussbare Reize).


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