(b)
„Multiple“ Intelligenz: der Mensch verfügt in verschiedenen Situationen
in unterschiedlichem Ausmaß über unabhängige Dimensionen der Intelli-genz (z. B. Gedächtnis, Operieren mit Zahlen, Wortschatz,
visuelle Wahr-nehmungsfähigkeit).
(c)
Neuere Unterscheidung: kristalline Intelligenz (durch
Gesellschaft und Kultur erworben, z. B. Sprachverständnis, Wortschatz) vs. fluide
Intelli-genz: Denkfähigkeit, -geschwindigkeit, -leistungsfähigkeit, die
genetisch bestimmt sind (z.
B. logische Schlüsse).
·
Entwicklung der psychometrischen Intelligenz (Erkenntnisse
stützen sich auf ältere amerikanische Langzeituntersuchungen):
(a)
kein konstanter IQ über die ganze Lebenszeit
(b)
größte Schwankungen zeigten sich im Vorschulalter
(c)
hohe Korrelation bei der IQ-Messung benachbarter Messzeitpunkte in der
späten Kindheit und Jugend
(d)
vom Kindergartenalter an teilweise Langzeitstabilitäten über 10 Jahre.
·
Erfassung der psychometrischen Intelligenz: Beispiel:
HAWIK (Hamburg-Wechsler-Intelligenztests für Kinder). Ausgelegt für das dritte
bis sechste Schuljahr. Erfassung von:
Verbaltests:
(a)
Allgemeines Wissen
(b)
Allgemeines Verständnis
(c)
Rechnerisches Denken
(d)
Gemeinsamkeitenfinden
(e)
Wortschatztest
(f)
Zahlennachsprechen (Zahlenkonservierung)
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(g)
Zahlen-Symbol-Test (visuell-motorische Koordination)
(h)
Bilderergänzen (Geometrisches Denken)
(i)
Bilderordnen
(j)
Mosaik-Test
(k)
Figurenlegen
·
Die Ergebnisse von Intelligenztests zeigen, welche Position ein
Kind im Ver-gleich zu seiner Altersgruppe einnimmt und wo seine Stärken und
Schwächen in unterschiedlichen intellektuellen Bereichen liegen.
·
Die Tests zeigen aber nur die richtige oder falsche Lösung, nicht
etwa die Denkprozesse, die zur Lösung führten.
·
Charakteristische Ergebnisse bei psychometrisch erfasster
Intelligenz:
(a)
Wichtige Veränderungen im Alter zwischen 3 und 5 Jahren in Bereichen der
bereichsspezifischen Denkentwicklung. Nach heutiger Auffassung sind die
Zusammenhänge zwischen verschiedenen Inhaltsbereichen eher lose (vs. Piaget: Veränderungen
hängen strukturell zusammen und lassen sich auf Veränderung von Grundlagen des
Denkens zurückführen).
(b)
Perspektivübernahme und die Fähigkeit, sich in Andere hineinzuversetzen,
als weitere Entwicklung im Grundschulalter.
(c)
Vorläufer der Fähigkeit zum wissenschaftlichen Denken bereits im
Grund-schulalter. Analytische Fähigkeiten wie z. B Entwicklung von Hypothe-sen,
Prüfen, Revidieren und Reflektieren von Prozessen (ist ein wichtiger Gegenstand
der LOGIK-Studie).
(d)
Der über 5 Jahre beobachtete Zuwachs an Rohpunktwerten erfolgt nicht
linear, sondern negativ beschleunigt.
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(e)
Individuelle Unterschiede zwischen Kindern; größere Zuwachsraten für
Kinder mit anfangs höherem IQ-Wert. Erklärung durch Unterschiede in der
sozialen Schichtzugehörigkeit Stabilität der Intelligenzunterschiede zwischen
Kindern.
(f)
Interindividuelle Stabilitäten ab dem frühen Kindesalter
(Fähigkeitsun-terschiede, die im Vorschulalter beobachtet wurden, bleiben im
späteren Alter stabil)
(g)
Höhere Korrelationen für die Schulzeit im Vergleich zur
Kindergarten-periode
(h)
Stabilität individueller Unterschiede wird ab der l. Klasse wesentlich.
·
Meilensteine der Denkentwicklung im Vorschulalter:
(a)
Verständnis der Zahlinvarianz.
(b)
3. bis 5. Lebensjahr: Wichtige Fortschritte in der intuitiven
Alltagspsycho-logie des Kindes (z. B. Fähigkeit zum Unterscheiden subjektiver
Überzeu-gungen und Realität; Fähigkeit zur sozialen Interaktion).
(c)
Für das Vorschulalter gilt, dass sich Kompetenzen in verschiedenen
Fähig-keitsbereichen separat entwickeln und sich nur schwer Aussagen über die
allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit eines Kindes treffen lassen.
·
Entwicklung des Denkens im Schulalter:
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(b)
Schon Grundschulkinder verfügen über ein Verständnis der Logik des
Ex-perimentierens, das sie unter unterstützenden Bedingungen demonstrieren
können, wobei diese im Schulunterricht selten sind. Meist profitieren
diejenigen Schüler mehr vom Unterricht (v. a. in Naturwissenschaften), die
selbst Kontingenzen interpretieren und kritische Tests herstellen, ohne stets
explizit angeleitet zu werden.
(c)
Einige Basisfertigkeiten, z. B. Interpretation von einfachen Datenmustern,
wird schon früh im Grundschulalter erworben; die planvolle Konstruktion von
Tests und die Interpretation komplexer Datenmuster hängt eng mit der
Entwicklung eines expliziten, metatheoretischen Verständnisses des
wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses zusammen, das erst im Grund-schulalter
entsteht.
·
Zusammenhänge zwischen Intelligenz, wissenschaftlichem Denken und
Schul-leistung:
(a)
Es wurden die Korrelationen zwischen den Maßen für die frühe und späte
Schulzeit berechnet. à Mathe- und
Deutschnote als bestes Maß für Schul-leistung.
(b)
Geringe Werte für korrelative Beziehung zw. Intelligenz und Schulnote in
der 2. Jgst., danach leichter Anstieg in folgenden 3 Schuljahren.
D – 2 – 2: Entwicklung des Denkens nach Piaget
(Quelle: Skript zu Schneider / Bullock / Wikipedia-Artikel)
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·
Seine Auffassung: Das Kind baut sein Verständnis der Wirklichkeit
in der aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt auf. (Vs. Reifungstheorien
oder vs. behavioristische Lerntheorien) Kind ist aktiv handelndes Subjekt.
·
Assimilation und Akkomodation sind die zentralen
Prozesse der Anpassung des Organismus an seine Umwelt. (Vgl. Greifschema: Bei
einer Greifbewe-gung eines Säuglings nach einem neuen Gegenstand kommt es zur
Assimi-lation, beim Greifen nach Wasser zur Akkomodation. Die Inkorporation von einer Reihe von Gegenständen nennt Piaget generalisierende
Assimilation. Explizit bedeutet Assimilation so viel wie kognitive Integration
von Umwelt-einflüssen und Akkomodation in etwa die Modifikation der vorhandenen Schemata im Angesicht
dieser Umwelteinflüsse. Akkomodation ist komple-mentär zur
Assimilation, aber auch widerläufig. Durch den Organismus wird eine Äquilibration, also ein Gleichgewicht,
dieser beiden Prozesse angestrebt.
·
Zunächst die Übersicht über Piagets Stadien der kognitiven
Entwicklung:
1.
Sensumotorisches Stadium (0-2 Jahre) – Erwerb von
sensumotorischer Koordination, praktischer Intelligenz und Objektpermanenz. Diese aber noch ohne interne
Repräsentation.
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