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Psychologie Kompakt (Page 2).doc

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Social Science
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Psychology
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University, School
Universität Augsburg
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B. um das Auslösen von Ge-fühlen und Bedürfnissen.

·         Erscheinungsformen von lernpsychologischen Reiz-Reaktions-Abläufen:

(a)     Signaltheorie (oder „Verzögerte Paarung von SC und SUC“): Der zu-nächst neutrale Reiz kommt zeitlich unmittelbar vor dem natürlichen Reiz.

Es liegt Kontiguität vor und aus dem neutralen Reiz wird ein Signalreiz. à Effektivste Form der klassischen Konditionierung, besonders wenn der SC sich zeitlich noch mit dem SUC überlappt.

(b)     Simultane Konditionierung: Gleichzeitigkeit von SC und SUC.

(c)     Assoziationstheorie (oder rückwirkende Konditionierung): Erst tritt ein natürlicher Reiz ein, dann der zunächst unkonditionierte (Bsp.: Bei einer Werbung wird zuerst die attraktive Frau wahrgenommen, dann erst die Bacardi-Flasche).

Es liegt hier nur Kontiguität vor und es entsteht kein Signal. Trotzdem findet hier i. d. R. eine Konditionierung statt. Aber: Die-se Form der Konditionierung ist die am wenigsten effektive.

·         Besonderheiten des Reiz-Reaktions-Lernens:

(a)     Bekräftigung / Verstärkung: Mehrmalige Reizkopplung zum Aufbau einer bedingten Reaktion. Wiederholtes gemeinsames Vorkommen von 2 Reizen.

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Die bedingte Reaktion verschwindet wieder oder wird abgeschwächt. à Abbau der Reiz-Reaktions-Verbindung.

Anmerkung: Emotional-motivationale Reaktionen sind oftmals sehr wider-standsfähig gegenüber einer Extinktion. Teilweise werden manche Reak-tionskomponenten gelöscht (z. B. Reflexe oder ein best. Verhalten), währ-end andere Reaktionskomponenten aufgrund von Extinktionswiderständen (z.

B. best. Gefühle) nicht gelöscht werden. Beispiel: Experiment von Ed-wards (1962) mit Army- und Navy-Veteranen, die auch lange nach ihrer Militärzeit beim Läuten der Alarmglocke psychogalvanische Hautreak-tionen zeigten, während die Teilreaktion „Weglaufen“ gelöscht war.

(c)     Reizgeneralisierung: Auch ähnliche Reize wie der bedingte Reiz (z. B. ein ähnlicher Glockenton) lösen die bedingte Reaktion aus.

(d)     Reizdifferenzierung: Der bedingte Reiz wird scharf unterschieden von ähnlichen Reizen: Der eine löst eine bedingte Reaktion aus, der andere nicht.

Folgt z. B. in den Hundeexperimenten bei Darbietung von zwei ähn-lichen Tönen das Hundefutter nur noch in Kombination mit einem der beiden Töne, wird nach einigen Durchgängen die Speichelsekretion nur noch bei diesem Ton gezeigt.

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Bsp.:

Schlagender Lehrer (SUC) à Angst (RUC)

Tadelnder Lehrer (SC) à Angst (RC), weil Verbindung mit Schlägen

Stirnrunzelnder Lehrer (SC2) à Angst (RC2), weil Verbindung mit Tadel

(f)      Gegenkonditionierung: Ein bereits konditionierter Reiz wird neu kondi-tioniert. Dadurch, dass nach einem Gongschlag z.

B. keine Bestrafung, sondern eine Belohnung erfolgt, wird der Gongschlag zu einem positiven Signal. So kann es zum Abbau von gelernten Reaktionen kommen.

(g)     Die Gegenkonditionierung kann zum therapeutischen Verfahren der „systematischen Desensibilisierung“ genutzt werden.

Durch Kontiguität mit einem positiven Reiz wird Angst (z. B. vor Prüfungen) schrittweise abgebaut. (Erst ein leichter, kurzer Test à Erfolgserlebnis à Dann ein längerer Test.) Der positive Reiz muss hierbei größer sein als der Grad der Angst (Berücksichtigung der „Angsthierarchie“.).

Hier kommt das Prinzip der Gegenkonditionierung zur Anwendung.

(h)     Aversionstherapie: Konditionieren eines unerwünschten Verhaltens (z. B. Zigarettenrauchen) durch Herstellen einer Kontiguität zu einem aversiven Reiz (z.

B. Tadel, Strafe). Die Aversionsvariante ist heute von eher unter-geordneter Bedeutung. Kritik: Hier wird nur eine Erscheinungsform, nicht deren Ursache behandelt.

 

A – 2 – 2 – 3: Die Bedeutung der klassischen Lerntheorie für den Unterricht

 

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·         Die Schule und alles, was damit verbunden ist (Lehrer, Bücher, Schüler), kön-nen nach einiger Zeit Angst oder Abscheugefühle in einem Kind auslösen, das etwa am ersten Schultag Angstreaktionen gezeigt hat.

·         Bei manchen Schülern tritt in den ersten Schuljahren Brechreiz als direkte Folge von Prüfungsangst auf.

Schon früh in ihrer Laufbahn haben diese Kin-der gelernt, dass zwischen den Prüfungsergebnissen und ihren Gefühlen von Misserfolg ein Zusammenhang bestand. Die Prüfungsergebnisse konnten z. B. Bestrafung durch Lehrer oder Eltern oder Spott von anderen Schulkindern zur Folge haben. Ein konditionierter Stimulus (die Ankündigung einer Prüfung) kann die konditionierte Reaktion (Angst) hervorrufen.

·         Viele Schüler erfahren einen sog. „Symbolschock“, wenn sie zum ersten Mal mit mathematischen Symbolen konfrontiert werden.

Dies beruht wahrschein-lich auf einer Konditionierung der Symbole durch mathematische Problem-stellungen. Der Anblick unbekannter Symbole, die zuvor mit schwierigen Inhalten gekoppelt waren, ruft negative Gefühle in den Schülern hervor und blockiert dadurch ein wirkungsvolles Lernen.

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Der Hunger der Kinder führt verstärkt zu Angst und Verkrampftheit. Der Hunger ist der unkonditionierte Stimulus und die 6. Unterrichtsstunde der konditionierte Stimulus. à Besonderes Problem bei Kindern aus sozialschwa-chen Milieus. à Ansprechen im Unterricht.

·         Klassische Konditionierung spielt in der Werbepsychologie eine große Rolle. Ein emanzipatorischer Unterricht muss sich eine Aufklärung über diese Sachverhalte zum Ziel setzen.

·         Um den Unterricht „positiv zu konditionieren“ ist es wichtig, dass er einen hohen Aufforderungscharakter, d. h. eine hohe emotionale Valenz bzw. Attraktivität aufweist. à Steigerung der Motivation.

·         Vermeidung von Angstsituationen im Unterricht durch Schaffung einer Atmo-sphäre von Sicherheit.

A – 2 – 3: Operantes Lernen

(Quelle: HPP S. 507-511 / PP S. 57-59 / Prof. Schneider VL)

·         Synonyme Begriffe: Operante oder instrumentelle Konditionierung

·         Unter operantem oder instrumentellem Konditionieren werden Lernprozesse verstanden, die nicht direkt reizausgelöst sind, sondern als von innen heraus-kommende Wirkreaktionen aufgefasst werden können.

·         Die Theorie des operanten Lernens geht auf Thorndike und Skinner zurück und ist in einem behavioralen Standpunkt gegründet.

Grundannahme: Jedes Ver-halten ist auf Steigerung von Lust und Vermeidung bzw. Verminderung von Unlust und Schmerz ausgerichtet.


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