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Social Science
Discipline
Psychology
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University, School
Universität Augsburg
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Sozialisation auf dem Niveau des Makrosystems (der Gesamtgesellschaft) bei zugleich fortlaufender Sozialisation auf Mikro- und Mesoebene. Sozialisa-tion zum mündigen Staatsbürger. Politische Sozialisation.

·         Sozialisationsinstanzen:

(a)     im Vorschulalter: Familie, Kindergarten, KiTa´s, ggf. Nachbarschaft

(b)     im Schulalter: Familie, Schule, Vereine, sozialpädagogische Institutionen wie Jugendzentren, verstärkt auch Massenmedien

à Insgesamt gewinnen die außerfamiliären Instanzen an Bedeutung. Zumeist (aber nicht immer) werden diese von professionellen Pädagogen geleitet.

·         Sozialisationsstrukturen sind durch Asymmetrie gekennzeichnet. Ein Pä-dagoge hat ungleich mehr Einfluss als das Kind.

Dennoch sind Sozialisations-prozesse wechselseitig und erfordern beidseitig Empathie.

·         An die beiden Geschlechter sind unterschiedliche Sozialisationserwar-tungen geknüpft: Bei Jungen sind diese stärker am Paradigma des Berufes orientiert, bei Mädchen an dem der Familie.

Jedoch lösen sich diese Unter-schiede tendenziell auf.

·         Gesellschaftliche Funktionen des Bildungs- und Sozialisationssystems:

(a)     Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten für Arbeit, Familie, Freizeit und öffentliches Leben.

(b)     Vergabe von anerkannten Leistungsnachweisen.

(c)     Vermittlung der Kompetenz zum Filtern relevanter Informationen.

(d)     Sicherstellen eines Konsenses über Grundwerte und soziale Umgangs-formen.

·         Risikofaktoren für eine gelingende Sozialisation:

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(b)          Zu hohe Leistungserwartung der Eltern, sehr hoher gesellschaftlicher Leistungsdruck aufgrund des Arbeitsplatzmangels.

(c)          Zu viele massenmediale Stimulationen und zu wenig soziale, motori-sche und emotionale Erfahrungen.

C – 2 – 1 – 1: Sozialisation bei Emile Durkheim (1858-1917)

·         Gefahr für moderne Gesellschaften sei die Anomie (Nichtmehraufgehobenheit in der Gesellschaft).

·         Erziehung ist nicht nur eine individuelle, sondern eine soziale Tatsache.

Sie muss ein einigendes Band stiften, dass die Gesellschaft trotz der modernen Arbeitsteilung zusammenhält und auf das Gemeinwohl und auf Solidarität hin ausrichtet.

·         Der Heranwachsende soll durch die Sozialisation zu einer „aufgeklärten Zustimmung“ zu den Werten und Normen einer Gesellsachaft gelangen, diese aus freier Einsicht akzeptieren und sich ihnen unterordnen. à Stiftung eines Kollektivbewusstseins.

·         Die Sozialisation dient der Überwindung der Anomie und der Entfremdung.

·         Sozialisationsprozesse sind Prozesse der Verinnerlichung der herrschenden Moral. à Reproduktion der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Sozialisationspro-zesse sind also immer abhängig von der gesellschaftlichen Realität. (Durkheim überträgt die Ethik Kants auf die Gesamtgesellschaft.)

 

C – 2 – 1 – 2: Sozialisation als Habitualisierung: Pierre Bourdieu (1979)

 

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·         Sozialisation ist durch das Wirken von Machtverhältnissen und gesellschaft-lichen Konventionen bestimmt.

·         Sozialisation ist bei Bourdieu das Einnehmen einer bestimmten Position im sozialen Raum. Der soziale Raum ist dreidimensional und konstituiert sich aus 3 Achsen:

(a)     Ökonomisches Kapital (Besitz)

(b)     Kulturelles Kapital (Wissen und Kompetenzen): Inkorporiertes kulturelles Kapital (Erlerntes Wissen), Objektiviertes kulturelles Kapital (Materielle Trägerobjekte von Wissen, z.

B. Bücher), Institutionalisiertes kulturelles Kapital (z. B. Zeugnisse, Titel, Amt).

(c)     Soziales Kapital (Beziehungen).

·         Die drei Kapitalformen zusammengenommen ergeben eine bestimmte Position im sozialen Raum und aus dieser erwächst ein bestimmter Habitus (Persönlich-keitsprofil).

Dieser zeigt sich z. B. in der Kleidung, die man trägt, dem Auto, das man fährt, der Zeitung, die man liest, den Interessen, die man hat etc...

·         Denken, Handeln und Fühlen vollziehen sich gemäß dem Habitus.

·         V. a. die Familie ist die Instanz, die die Kapitalformen weitervererbt (und zwar nicht nur das ökonomische Kapital!). Die Schule ist ein wesentlicher Faktor zur Weitergabe von kulturellem Kapital.

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C – 2 – 2: Personenwahrnehmung, Attribution, Implizite

Persönlichkeitstheorien, Soziale Beeinflussung

(Quelle: Tomas Kap. 8 / HPP S. 36ff.)

C – 2 – 2 – 1: Soziale Wahrnehmung und Personenwahrnehmung

·         Verschiedene Bedeutungsaspekte:

(a)     Wahrnehmung des sozialen Bereichs: Prozess der Eindrucksbildung über die Eigenschaften anderer Personen.

(b)     Wahrnehmung von Ereignissen in sozialen Situationen, z. B. das Zurecht-weisen eines Schülers durch den Lehrer.

(c)     Mitbedingtheit der Wahrnehmung durch soziale Faktoren, wie z. B.: Wir nehmen Personen als zuverlässiger wahr, wenn wir erfahren haben, dass sie von Mitgliedern unserer sozialen Bezugsgruppe ebenfalls als zuverläs-sig beurteilt werden.

·         Soziale Wahmehmungsprozesse:

(a)     Eindrucksbildung über andere Personen: Wie vollzieht sich der Prozess sozialer Wahrnehmung? Wie gelangen wir zu einem Eindruck über eine andere Person? Wie lässt sich beurteilen, ob unsere Eindrücke richtig sind?

(b)     Kognitionen als determinierende Faktoren der Eindrucksbildung: Welche Funktionen haben Wissens- und Überzeugungsstrukturen in dem Prozess der sozialen Wahrnehmung? Wie kommt es zur Ausbildung von wahr-nehmungsbeeinflussenden Wissens- und Überzeugungsstrukturen?

(c)     Attributionsprozess: Wie vollzieht sich der Prozess der Kausalattribution?

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Die soziale Wahrnehmung ist ein wirksames Instrument zur Einflusskontrolle, da sie es dem Handelnden erlaubt, sich einen zuverlässigen Eindruck von seinen Interaktionspartnern zu machen, aufgrund dessen er eine einigermaßen realistische Antizipation des Verhaltens eines In-teraktionspartners machen kann.

·         Die soziale Wahrnehmung setzt mit der Erwartung ein (Siehe dazu auch C – 4 – 2!).

Die Erwartung ist eine Art Vorbereitung und bewirkt eine Sensibilisie-rung von Sinneseindrücken. Die Stärke und Richtigkeit dieser Erwartung hängt von mehreren Faktoren ab:

(a)     Häufigkeit vorangegangener (richtiger) Bestätigungen.

(b)     Stärke des monopolistischen Zuges. Je weniger Alternativen da sind, desto wahrscheinlicher ist die Erwartung richtig.

(c)     Kognitive Einbettung, d. h. die gedanklichen Assoziationen, die wir in einer best. Situationen haben.

(d)     Motivationale Einbettung: Die Wahrnehmung hängt von der Motivations-lage ab. Ziele und Motive des Wahrnehmenden leiten die Suche nach Informationen und bestimmen den Inhalt dessen, was später wieder erin-nert werden kann.

(e)     Soziale Einbettung: Mitbedingtheit unserer Erwartungen durch soziale Faktoren wie Rolle, Schicht usw...


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