|
Promesse du Bonheur – Wahrheit und Utopie in den
ästhetischen Theorien von Baudelaire und Adorno
VO Philosophie und ästhetische
Theorie II (SS 2009)
Prof. Ruth Sonderegger
Stefan Feiner
0125367
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung.................... 3
2. Baudelaire und die ästhetische
Moderne.............. 4
2.1. Die historische
Ausgangssituation................. 4
2.2. „Der Maler des modernen Lebens“:
eine historische Theorie der Schönheit... 5
2.3. Baudelaire und die
promesse du bonheur............ 7
2.3.1 Das Verhältnis von Schönheit,
Wahrheit und dem Guten: Platon und Hobbes.. 7
2.3.2 Stendhals Interpretation der promesse
du bonheur......... 8
2.3.3. Baudelaires Kritik an
Stendhals Diktum............ 9
2.4. Konzept der Form bei Baudelaire................ 10
2.4.1 Die Ephemäralität der Moderne............ 10
2.4.2. Gout du néant: die
Erfahrung des Schocks............ 11
2.4.3. Der Dandy als neuer
Künstlertypus............ 14
3. Adorno und das Erbe der Avantgarde............... 15
3.1. Die Neo-Avantgarde als
historische Ausgangssituation der Ästhetischen Theorie. 15
3.2. Die Methode der Kritischen
Theorie........... 16
3.3 Das Kunstwerk zwischen Autonomie
und gesellschaftlichem Produkt....... 17
3.4 Konzept der Form bei Adorno............... 19
3.4.1 Rätselcharakter und Negativität
des Kunstwerks......... 19
3.5 Konvergenz von Kunst und
Philosophie............ 20
3.6. Kunst als „Statthalter einer
besseren Praxis“........... 21
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
4. Schlussteil....................... 24
Literaturverzeichnis.................. 29
Ich möchte in dieser Arbeit auf den Begriff der promesse
du bonheur im Rahmen der ästhetischen Theorien von Baudelaire und Adorno
eingehen. Ausgehend von diesem von Stendhal geprägten Ausdruck geht es
grundlegend um das Verhältnis von Schönheit und Wahrheit und das daran
geknüpfte utopische Potential des Schönen.
Im ersten Teil dieser Arbeit werde ich mich, nach
Explikation der historischen Ausgangslage, mit Baudelaires Aufsatz „Der Maler
des modernen Lebens“, der gemeinhin als Ursprungstext der ästhetischen Moderne
gilt und eine relativistische Ästhetik begründet, auseinandersetzen. Innerhalb
dieses Texts kommt es auch zu Baudelaires Kritik an Stendhals Diktum. Diese
Kritik werde ich dazu nützen, einen kurzen Rekurs auf die idealistischen und
sensualistischen Theorien im Bezug auf das Verhältnis von Wahrheit und
Schönheit zu geben. Für die idealistische Position werde ich Platon und für die
sensualistische Position Hobbes einsetzen – auf letzteren bezieht sich Stendhal
auf grundlegende Weise.
Wieder auf Baudelaire zurückkommend, möchte ich dann darauf zu
sprechen kommen, in welcher Weise er das Zusammenspiel von Empirie und Form in
der ästhetischen Produktion denkt. Zentrale Begriffe hierbei sind die der idéalisation
forcée, des Dandys und des Schocks.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Das Verhältnis von Form und Empirie
sowie der für Adorno unabdingbare Rätselcharakter des Kunstwerks werden in
einem nächsten Schritt besprochen. Anknüpfungspunkt an den Begriff der promesse
du bonheur ist dann die von Adorno als notwendig erachtete Konvergenz von
Philosophie und Kunst, von ästhetischer und diskursiver Erkenntnis, die beide
als Momente des vom Kunstwerk initiierten Erkenntnisprozesses fungieren. Hier
kommt nun das eudämonische Moment in der ästhetischen Theorie zum Tragen, da
für Adorno das Kunstwerk imstande ist, mittels philosophischer Explikation über
das bestehende Seiende hinauszuweisen und utopischen Charakter auszubilden. Der
potentielle Charakter des Utopischen ist aber in der Kunst selbst gebrochen:
Sie erhebt Anspruch darauf und kann ihn doch nicht erfüllen. Adornos
Modifizierung des Diktums ist dann der Ausgangspunkt, um auf dieses Moment der
Gebrochenheit näher einzugehen.
Im Schlussteil dieser Arbeit möchte ich noch einmal explizit
auf den Begriff der promesse du bonheur und der damit verbundenen
Momente der Wahrheit und der Utopie in der Kunst eingehen und die Differenzen
zwischen Baudelaire und Adorno ausleuchten.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Die Moderne nimmt geschichtslogisch eine neue Position zu den
vorhergehenden ein: Sie stellt sich auf sich alleine und lässt für die
Bewertung von Kunstwerken keine althergebrachten Kategorien und Traditionen
mehr zu. Theoretisches Rüstzeug für die ästhetische Moderne liefert vor allem
die Kritik der Urteilskraft von Immanuel Kant mit den zentralen
Begriffen der Interesselosigkeit und des Geschmacksvermögens als Grundlage für
nicht-begriffliches, aber trotzdem verallgemeinerungsfähiges Urteilen über
Kunstwerke – die nun, nach Verabschiedung ihrer kultischen und religiösen
Funktion, autonom geworden sind und damit auch mit dem Selbstzweifel
konfrontiert sind, was ihr Dasein eigentlich überhaupt berechtigt. Die
ästhetische Moderne kann damit auch als permanente Suche nach Metagründen
verstanden werden, da nun der Anspruch aufgetreten ist, dass jedes Kunstwerk
von sich aus ihre Existenz, ihr Hervorgebrachtsein begründen muss. Das
Kunstwerk ist nun das Neue, das nicht mehr durch das Alte begründet
werden kann, sondern das umgekehrt kraft seiner Neuheit zugleich das Alte
begründen können soll.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Hegel noch hat versucht, das Wesen der
Kunst im Bezug auf die Ideen des Schönen, des Wahren und des Guten
darzustellen. Die Erfahrung der Kontingenz aber ist irreduzibel.
Die moderne Kunst geht nun davon weg, transzendente Ideen in klassizistischer
Weise zu bedeuten und dazu über, Kontingenz zu affirmieren. Letzteres bedeutet
aber nicht, dass der Anspruch auf Transzendenz gänzlich aufgehoben wird,
sondern es sich eher um eine grundlegende Verschiebung handelt, die sowohl bei
Baudelaire als auch bei Adorno zu registrieren ist.
Die ästhetische Theorie Baudelaires hat ihren grundlegenden
Bezugspunkt in der Querelle des Anciens et des Modernes, die an der
Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert in Frankreich ausgetragen wurde. In diesem
Streit ging es im Wesentlichen darum, ob die Antike auch weiterhin als das
Ideal der Kunstproduktion schlechthin gelten kann:
„Die Partei der Modernen lehnt sich gegen das
Selbstverständnis der französischen Klassik auf, indem sie den aristotelischen
Begriff der Perfektion an den des Fortschritts, wie er von der modernen
Naturwissenschaft suggeriert worden war, assimiliert.
|