1.1.1
Prognose der Zinsstruktur
Zu den
Vorraussetzungen einer optimalen Asset Allokation, gehören einerseits die
anlegerindividuellen Vorgaben des Investors, sowie andererseits Prognosen für
die künftige Entwicklung der entscheidenden Einflussgrößen der gewählten
Assetklassen.
Prognosen geben Aussagen über zukünftige Entwicklungen und Trends. Sie basieren
hauptsächlich auf Vergangenheitsdaten sowie auf Annahmen und Schätzungen der
zugrundeliegenden Variablen. Jedoch bergen die Prognosen, aufgrund von
Schätzungenauigkeiten, die Gefahr von hohen Abweichungen in sich. Verlässliche
beziehungsweise punktgenaue Vorhersagen sind daher in der Praxis nahezu
unmöglich.
Sie geben lediglich eine ungefähre Einschätzung über die künftige
Entwicklung der Prognostizierten Marktparameter. Wegen des enormen Umfangs die
eine Aussagekräftige Prognose in sich birgt, soll lediglich eine allgemeine
Einschätzung über die künftige Entwicklung des Zinsniveaus gegeben werden.
Im Falle der Asset
Allokation für die KBB ist die Prognose der Zinsstruktur bezogen auf die
gewählten Assetklassen maßgebend. Die Entwicklung des Leitzinses ist dabei von
hoher Bedeutung, da dieser das Zinsniveau am Geldmarkt und damit die
Anlagebedingungen für einen Investor entscheidend beeinflusst.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Die entscheidenden Parameter welche die EZB
demzufolge in Betracht ziehen, sind die Entwicklung der Konjunktur und die
Teuerungsrate. Ein Instrument zur Steuerung dieser, stellt insbesondere die
Veränderung des Hauptrefinanzierungszinssatzes dar. So kann davon ausgegangen
werden, dass während einer wirtschaftlichen schlechten Phase eine expansive
Geldpolitik berieben wird.
Um das Wirtschaftswachstum indirekt zu stimulieren, wird
die EZB den Hauptrefinanzierungszinssatz senken, um Kredite attraktiver zu
machen und damit die Investitionen zu fördern. Wie am aktuellen Beispiel des
Konjunktureinbruchs im Zuge der Finanzkrise ersichtlich ist. In wirtschaftlich
guten Phasen ist die EZB geneigt den Leitzins zu erhöhen um die
konjunkturellbedingt steigende Inflationsrate einzudämmen.
Um die
Zinsentwicklung am Markt zu Prognostizieren, muss folglich eine Einschätzung
über die künftige Entwicklung der Konjunktur sowie über die Inflationsrate
getroffen werden.
Kurzfristig, auf
die Sicht von circa 24 Monaten, kann davon ausgegangen werden, dass der
Leitzins auf dem aktuellen Niveau belassen wird beziehungsweise nur minimale
moderate Steigerungen zu erwarten sind.
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der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (WiFo) bestätigen, dass weder von
der Nachfrage- noch von der Lohnentwicklung ein Inflationsdruck ausginge.
Mittelfristig bestünde allerdings, aufgrund der massiven Ausweitung der
Verschuldung einzelner Mitgliedsstaaten sowie der expansiven Geldpolitik der
Notenbanken, die Gefahr einer "hohen bis sehr hohen" Inflationsrate.
Aktuell wurde die Teuerungsrate von Juli 2010 auf 1,7 Prozent vorausgeschätzt,
im Vormonat hatte diese noch 1,4 Prozent betragen. Sollte sich dieser Trend in
Zukunft bestätigen, wäre die logische Konsequenz, dass die EZB ihr im EG-
Vertrag verankertes wirtschaftspolitisches Hauptziel verfolgt und
intervenierende Maßnahmen ergreift. Um die überschüssige Liquidität vom Markt
nehmen und damit die Preisniveaustabilität wiederherzustellen, wäre die
Zentralbank gezwungen den Leitzins entsprechend dieser Entwicklung zu erhöhen.
In beide Szenarien,
sowohl bei einer wirtschaftlichen Erholung, als auch durch die drohende
Inflation, ist kurzfristig mit keiner, beziehungsweise lediglich mit einer
minimalen moderaten Anhebung der Leitzinsen zu rechnen. Mittelfristig ist in
beiden Fällen jedoch eine Steigerung des Hauptrefinanzierungszinssatzes sehr
Wahrscheinlich.
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März 2010 ereichten
historischen Tiefpunkt (0,634 Prozent p.a) auf aktuell (05.08.2010) 0,9 Prozent
an.
Die aktuell gehandelten Terminsätze für Dreimonatsgeld (Vgl. Abbildung 11)
untermauern, das es sich um eine nachhaltige anhaltende Steigerungsrate handeln
könnte. Diese sind zwar keine Garantie, dass diese Steigerung tatsächlich so
eintrifft, sie spiegeln aber die Aktuelle Einschätzung der Marktteilnehmer über
den zukünftigen Zinsverlauf für Dreimonatsgeld wider.

Unabhängig davon,
dass der Leitzins sich auf einem historisch niedrigen Niveau befindet und schon
deshalb eine Steigerung sehr Wahrscheinlich ist, deuten alle betrachteten
Zinsbeeinflussenden Faktoren auf eine mittelfristige Steigerung des Zinsniveaus
hin. Weiterhin untermauern diese Einschätzung die Indikatoren, wie
beispielsweise die aktuell gehandelten Terminsätze. In Folge dessen sollten die
Prognosen, trotz der Gefahr einer abweichenden Entwicklung, bei der Auswahl der
Asset berücksichtigt werden und die Gewichtung der ?Fristigkeiten?
entsprechend angepasst werden.
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