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Prinz Friedrich von Homburg - Heinrich von Kleist .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
German
Document category
Interpretation
University, School
Pestalozzi Gymnasium Herne
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2010 Verwey
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Charakterisierung des Prinzen von Homburg

Der Hauptdarsteller des Dramas „Prinz Friedrich von Homburg“, verfasst von Heinrich von Kleist, ist der verträumte Friedrich Arthur von Homburg. Zwar ist dieser die Zentrale Figur des Dramas, kann allerdings nur eingeschränkt als Protagonist bezeichnet werden, da laut einer Definition nach Aristoteles, der Protagonist eines Dramas stets bedacht handelt und den Helden der Geschichte repräsentiert.

Dieser gerät durch das Verschulden anderer in seine missratene Lage, der Prinz jedoch bringt sich durch sein Fehlverhalten und seine Unaufmerksamkeit in eine unglückliche Situation, aus der er daraufhin errettet werden muss (Akt 1, Auftritt 5; V. 301).

Der Prinz wächst beim Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm und der Kurfürstin auf. Im Laufe des Dramas verlobt sich der Prinz mit deren Nichte, der Prinzessin Natalie von Oranien.

Die Liebe der Beiden beruht auf Gegenseitigkeit, Natalie steht zu ihrem Prinzen und fürchtet ihn zu verlieren (Akt 4, Auftritt 4; V.1357 f.). Allerdings ist sie verärgert über seine Eigensinnigkeit, in der er sich weigert dem Kurfürsten eine Antwort auf dessen Brief zu schreiben (Akt 4, Auftritt 4; V.1375).

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Die Kurfürstin behandelt den Prinzen wie einen Sohn, sie wünscht sich, dass er und Natalie zusammen Glücklich werden und als sich der Prinz voll Kummer an sie wendet hat sie ein offnes Ohr für ihn (Akt 3, Auftritt 5).

Der Kurfürst hat den Prinzen mit seiner Frau zusammen aufgezogen und ist über dessen Verhalten enttäuscht, als dieser entgegen dem Befehl der Reuterei vorausreitet und damit den Tod Frobens verschuldet. (Akt 3, Auftritt 1)

Prinz Friedrich Arthur von Homburg ist ein verträumter, von Gefühlen geleiteter Mensch, der in seiner eigenen Welt voll von Wünschen, Sehnsüchten und Träumen lebt. Er Strebt nach dem Ruhm eine gelungene Schlacht und ist voller Sehnsucht danach Prinzessin Natalie heiraten zu dürfen und so in der Kurfürstlichen Familie aufgenommen zu werden.

Zu Beginn des Dramas kehrt der Prinz von einer Schlacht gegen die Schweden zurück, bei der er als General der Reuterei gekämpft hat. Schlafwandelnd wird er von der kurfürstlichen Familie vor dem Schloss aufgefunden (Akt 1, Auftritt 1). Er befindet sich im Laufe des Dramas mehrmals in derartigen Traumzuständen, das Verhalten des Prinzen lässt sich auf seine Erfahrungen aus dem Krieg zurückführen, er junge Prinz kann die traumatischen Erinnerungen an Tod und Leid nicht verarbeiten und flüchtet sich daher immer wieder in seine Traumwelt.

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Die Egoistische Seite des Prinzen wird deutlich, als er sich selbst als ein „Glückskind“ bezeichnet, mit der Begründung, dass ihm nichts und niemand etwas anhaben könne.

Der Charakter des Prinzen verändert sich im Laufe des Dramas merklich. Zu Anfang ist er der „sinnverwirrte Träumer“, wie Hohenzollern ihn nennt, der seine unglückliche Lage naiv und vehement abzustreiten versucht.

Als er im Laufe des Dramas begreift, dass der Kurfürst ihm seinen Ungehorsam möglicherweise doch nicht verzeiht, reagiert er verzweifelt und ängstlich auf diese Erkenntnis. Nach einer Zeit der Besinnung jedoch beugt er sich der Übermacht des Gesetzes und nimmt sein Schicksal schlussendlich an. Zudem übernimmt er die Verantwortung für sein Fehlverhalten.

Trotzig und euphorisch fordert er gegen Ende des Dramas von sich aus den Tod, um sich endgültig von seiner Schuld zu befreien (Akt 5, Auftritt 7; V.1770). Aus dem leichtsinnigen, egoistischen und naiven Prinzen wird zuletzt ein verantwortungsbewusster Mann.


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