Charakterisierung des Prinzen von Homburg
Der Hauptdarsteller des Dramas „Prinz Friedrich von
Homburg“, verfasst von Heinrich von Kleist, ist der verträumte Friedrich Arthur
von Homburg. Zwar ist dieser die Zentrale Figur des Dramas, kann allerdings nur
eingeschränkt als Protagonist bezeichnet werden, da laut einer Definition nach
Aristoteles, der Protagonist eines Dramas stets bedacht handelt und den Helden
der Geschichte repräsentiert.
Dieser gerät durch das Verschulden anderer in seine
missratene Lage, der Prinz jedoch bringt sich durch sein Fehlverhalten und
seine Unaufmerksamkeit in eine unglückliche Situation, aus der er daraufhin
errettet werden muss (Akt 1, Auftritt 5; V. 301).
Der Prinz wächst beim Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich
Wilhelm und der Kurfürstin auf. Im Laufe des Dramas verlobt sich der Prinz mit
deren Nichte, der Prinzessin Natalie von Oranien.
Die Liebe der Beiden beruht auf Gegenseitigkeit, Natalie
steht zu ihrem Prinzen und fürchtet ihn zu verlieren (Akt 4, Auftritt 4; V.1357
f.). Allerdings ist sie verärgert über seine Eigensinnigkeit, in der er sich
weigert dem Kurfürsten eine Antwort auf dessen Brief zu schreiben (Akt 4,
Auftritt 4; V.1375).
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Die Kurfürstin behandelt den Prinzen wie einen Sohn, sie
wünscht sich, dass er und Natalie zusammen Glücklich werden und als sich der
Prinz voll Kummer an sie wendet hat sie ein offnes Ohr für ihn (Akt 3, Auftritt
5).
Der Kurfürst hat den Prinzen mit seiner Frau zusammen
aufgezogen und ist über dessen Verhalten enttäuscht, als dieser entgegen dem
Befehl der Reuterei vorausreitet und damit den Tod Frobens verschuldet. (Akt 3,
Auftritt 1)
Prinz Friedrich Arthur von Homburg ist ein verträumter, von
Gefühlen geleiteter Mensch, der in seiner eigenen Welt voll von Wünschen,
Sehnsüchten und Träumen lebt. Er Strebt nach dem Ruhm eine gelungene Schlacht
und ist voller Sehnsucht danach Prinzessin Natalie heiraten zu dürfen und so in
der Kurfürstlichen Familie aufgenommen zu werden.
Zu Beginn des Dramas kehrt der Prinz von einer Schlacht gegen
die Schweden zurück, bei der er als General der Reuterei gekämpft hat. Schlafwandelnd
wird er von der kurfürstlichen Familie vor dem Schloss aufgefunden (Akt 1,
Auftritt 1). Er befindet sich im Laufe des Dramas mehrmals in derartigen
Traumzuständen, das Verhalten des Prinzen lässt sich auf seine Erfahrungen aus
dem Krieg zurückführen, er junge Prinz kann die traumatischen Erinnerungen an
Tod und Leid nicht verarbeiten und flüchtet sich daher immer wieder in seine
Traumwelt.
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Die Egoistische Seite des Prinzen wird deutlich, als er sich
selbst als ein „Glückskind“ bezeichnet, mit der Begründung, dass ihm nichts und
niemand etwas anhaben könne.
Der Charakter des Prinzen verändert sich im Laufe des Dramas
merklich. Zu Anfang ist er der „sinnverwirrte Träumer“, wie Hohenzollern ihn
nennt, der seine unglückliche Lage naiv und vehement abzustreiten versucht.
Als er im Laufe des Dramas begreift, dass der Kurfürst ihm
seinen Ungehorsam möglicherweise doch nicht verzeiht, reagiert er verzweifelt
und ängstlich auf diese Erkenntnis. Nach einer Zeit der Besinnung jedoch beugt
er sich der Übermacht des Gesetzes und nimmt sein Schicksal schlussendlich an.
Zudem übernimmt er die Verantwortung für sein Fehlverhalten. Trotzig und
euphorisch fordert er gegen Ende des Dramas von sich aus den Tod, um sich
endgültig von seiner Schuld zu befreien (Akt 5, Auftritt 7; V.1770). Aus dem
leichtsinnigen, egoistischen und naiven Prinzen wird zuletzt ein verantwortungsbewusster
Mann.
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