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Praktikum an einer Förderschule .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Educational Science / Pedagogy
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University, School
BSZ Leipziger Land
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Frau Pitulle, 2009
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Educational Science / Pedagogy

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Situationsbericht – „Praktikum in der Robinienhof-Schule/ Förderschule (G)“



1. Darlegung der Struktur der Einrichtung

Die Förderschule für geistig Behinderte in Borna ist die einzige ihrer Art im Landkreis Leipziger Land (Schulträger).

Zur Zeit werden an dieser Einrichtung ca. 100 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Landkreis unterrichtet.

Das rund 40 Mitarbeiter zählende Pädagogenteam unter Schulleiter Udo Zocher hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie durch intensive Förderung zu größtmöglicher Selbstständigkeit zu führen. Ein Lernen mit Handicaps, aber kein durch Behinderungen behindertes Lernen!

Trotz der Nähe zur Bundesstraße 93 zwischen Leipzig und Chemnitz liegt die Schule unbeeinträchtigt von Verkehrslärm beinahe idyllisch mitten im Grünen. So bietet sich den Schülern die Möglichkeit, Natur und Umwelt unmittelbar zu erfahren und in ihren Schulalltag einzubeziehen.

Die moderne Ausstattung im Innen- und Außenbereich des gesamten Schulkomplexes bietet beste Voraussetzung für einen optimalen Unterricht.

Besonders am Herzen liegt Schülern sowie Lehren der Kontakt und Austausch mit Nichtbehinderten.

 

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Dabei gliedern sich die Klassen in

Unterstufe: 6 – 9 Jahre

Mittelstufe: 10 – 12 Jahre

Oberstufe: 13 – 15 Jahre

Werkstufe: 16 – 18 Jahre

Hauptziel ist es, die Schüler mit Fähigkeiten und Fertigkeiten auszurüsten, die ihnen ein Leben so selbstständig wie nur individuell möglich zu erlauben.

Deshalb wird in vier Lernbereiche unterteilt:

► 1. Basale Förderung

Meint einerseits das Erfahren der eigenen Person, das heißt das Erkennen und Unterscheiden des Du und Ich, des Innen und Außen, das Bewusstwerden der eigenen Körperlichkeit. Des Weiteren ist darunter der Aufbau von Lebenszutrauen zu verstehen, das Kennen von verlässlichen Regelungen und Ordnungen.

► 2. Förderung der Selbstversorgung

Umfasst die Förderung der Selbstständigkeit in den Dingen des täglichen Lebens (z.B. Ankleiden, Körperpflege, Essen, Toilettengang) und ist Unterrichtsarbeit an denjenigen, die dies gerade lernen.

► 3. Förderung der Umwelterfahrung und des Sozialverhaltens

Hierbei soll erreicht werden, dass die Schüler zunehmend selbstständiger werden, sich in der Umwelt zurechtfinden, soziale Bezüge und Orientierung finden, an der Gestaltung der Umwelt mitwirken und Kommunikation üben und diese auch selbst anbieten.

 

► 4. Förderung der Fähigkeit zu Spiel, Gestaltung der Freizeit und der Arbeit

 

Das heißt im Einzelnen..

 

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-          größtmögliche Nähe der lebenspraktischen Bereiche

-          Konstanz der Bezugsperson

-          ganzheitliches spielendes Lernen

-          basale Erfahrung im Mittelpunkt

für die Mittelstufe:

-          zunehmende Mobilität

-          neben Gesamtunterricht auch Fachunterricht

-          zunehmende Einstellung auf mehrere Bezugspersonen

für die Oberstufe:

-          Festigung erworbener Fähigkeiten und Fertigkeiten

-          Innen- und Außendifferenzierung beim Lernen in Unterrichtsfächern

-          mehr sachbezogener Unterricht

für die Werkstufe:

-          Übergang und Vorbereitung auf das Leben als Erwachsener

-          Besondere Berücksichtigung der Lebensbereiche Wohnen, Arbeit, Freizeit, Partnerschaft, Öffentlichkeit

-          Vorbereitung auf berufliche Tätigkeit

-          Vertrautmachen mit grundlegendem arbeitstechnischen Material

-          Unterricht in Arbeitsprojekten

Nach Bedarf können die Schüler Angebote der Ergo- und Physiotherapie, z.B. therapeutisches Schwimmen, in den hauseigenen Räumen wahrnehmen oder sich im Snoezelenraum entspannen.

Überall auf dem großen Gelände gibt es außerdem Möglichkeiten zur aktiven und passiven Pausengestaltung.

Damit die Ziele der Schule im Bereich der Ausbildung geistig Behinderter erreicht werden, setzt sich Tag für Tag ein Team von ca. 40 Personen ein.

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Die ständige Weiterbildung der Mitarbeiter ist ein wichtiger Punkt in der Entwicklung der Schule.

Eine Vielzahl von Therapeuten unterstützt außerdem die Entwicklung des Einzelnen und trägt somit, neben den Lehrern und Erziehern, zum Erreichen der Ziele bei.

2. Beschreibung der Alltagsstruktur

Die Robinienhof-Schule ist in vier Bereiche eingeteilt, die durch Farben verdeutlicht werden. Je ein Bereich gehört zu einer Schulstufe. So befinden sich die Unterstufen im gelben, die Mittelstufen im grünen, die Oberstufen im blauen und die Werkstufen im roten Bereich. in jedem Bereich befinden sich Klassenzimmer und Gruppenräume, sowie Toiletten und Waschräume für Jungen und Mädchen, die alle behindertengerecht ausgestattet sind.

In den Gruppenräumen befinden sich kleine Einbauküchen, die zum Teekochen und für kleine Abwascharbeiten genutzt werden können. Zu den Räumen in den Bereichen kommen noch die Fachzimmer hinzu. So gibt es einen Textilraum, einen Tonraum, einen Werkraum, ein Musikzimmer, eine kleine Turnhalle, ein PC - Zimmer, eine Lehrküche, einen Snoezelenraum (Entspannungsraum) und einige Therapieräume, für Physio –, Ergo – und Sprachtherapie sowie ein hauseigenes Schwimmbad für Schwimmtherapie.

Alle Fach- und Therapieräume sind mit hochwertigem Equipement ausgestattet.

 

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Den Unterricht betreffend ist der Klassenlehrer nur zuständig für den Grundlagenunterricht. Der Fachunterricht wird von den entsprechenden Fachlehrern gegeben. Die Erzieherin begleitet die Kinder- und Jugendlichen in jeden Unterricht und unterstützt sie sowie die entsprechende Lehrkraft.

Der Tagesplan ist allgemein in Anspannungs - und Entspannungsphasen gegliedert, in denen immer das Wohl des Behinderten im Vordergrund steht.

► Tagesablauf

 

 

 

 

 

 

 

7.30 Uhr - 8.30 Uhr

Frühstück / Selbstversorgung

 

 

 

tägliche Begrüßung

 

 

 

Zahn - und Körperpflege

 

 

 

Ausführen von Ämtern

 

 

 

→ Tischdienst

 

 

 

→ Küchendienst

 

 

 

→ Wagendienst

 

 

 

→ Blumendienst

 

 

 

etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8.30 Uhr - 9.15 Uhr

Grundlagenunterricht

 

 

 

→ Deutsch

 

 

 

→ Mathematik

 

 

 

→ Sachkunde

 

 

 

etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9.25 Uhr - 10.10 Uhr

Fachunterricht

 

 

 

→ Werken

 

 

 

→ Musik

 

 

 

→ Kunst

 

 

 

→ Sport

 

 

 

→ Textilarbeit

 

 

 

 

 

etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag: Lesekurs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10.10 Uhr - 10.30 Uhr

Pause - Freizeitgestaltung

 

 

 

→ meist mit Anleitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10.30 Uhr - 12.10 Uhr

Grundlagenunterricht

 

 

 

 

 

Fachunterricht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12.10 Uhr - 13.00 Uhr

Mittagessen

 

 

 

 

 

 

Pause

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13.00 Uhr - 13.45 Uhr

Grundlagen - oder Fachunterricht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch: Kurs (Konzentration, Spiel, PC, Ton,

 

 

 

Fußball, Schulband, Gestalten, Brain Gym, Medien,

 

 

 

Erlebnispädagogik, Psychomotorik,

 

 

 

 

Gesprächsangebote für Jugendliche, etc. )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13.55 Uhr - 14.40 Uhr

Vesper

 

 

 

 

 

 

Aufräumarbeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.40 Uhr - 15.00 Uhr

Abholen der Kinder durch Behindertentransporte

 

 

 

 

 

 

 

 

Wichtig ist, zu bemerken, dass die Struktur des Tages (laut Stundenplan) immer abhängig von der Befindlichkeit und der psychischen Verfassung des Behinderten ist.

3. Darstellung der eigenen Arbeit

Mein Arbeitstag startete früh um sieben Uhr. Ab diesen Augenblick war ich ständiger Begleiter der Behinderten. Ich wurde von der Schulleitung in den Bereich der Oberstufe, genauer in die Klasse O3, eingeteilt. Hier betreute ich täglich sieben Jugendliche unter der Anleitung von Frau Braams, meiner Mentorin (Klassenlehrerein der O3), und Frau Lange (Erzieherin der O3).

Jeder Tag begann mit dem Eindecken des Frühstückstisches. Die Behinderten wurden Tag für Tag zur Selbstständigkeit erzogen. So bestand hier die Aufgabe den Überblick über das Geschehen zu behalten. Beim Frühstück war es wichtig Interesse und ein offenes Ohr für die Schüler zu haben.


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