Fragenkatalog Populationsbiologie
1. Was
versteht man unter Selbstausdünnung? Weil
Pflanzen bei hohem innerartlichem Wettbewerb nicht dadurch reagieren können,
dass sie immer kleiner werden, tritt ab einer gewissen Dichte Mortalität auf,
die im Laufe der Zeit zu einer Selbstausdünnung (Self-thinning) des Bestandes
führt.
2. Was
bedeutet das Gesetz des konstanten Ertrags? Mit
dem Wachstum von Pflanzen füllen sie den ihnen zur Verfügung stehenden Raum und
beginnen zusehends miteinander in Konkurrenz zu treten. Der Gesamtertrag
(Biomasse) nähert sich dabei zusehends einem Maximalwert, der für die
Pflanzenart und ihren Wuchsbedingungen spezifisch ist, aber oberhalb einem
Schwellenwert unabhängig von der Pflanzendichte ist. Wenn der Ertrag gegen die
Dichte aufgetragen wird erhalten wir eine Kurve, die nach steilem Anwachsen mit
dem Maximalwert langsam konvergiert.
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3. Was
versteht man unter Guerrilla und Phalanx Strategie? Sind
zwei Strategien der Wuchsformen von Rametensystemen Guerilla => Pflanze bildet weitreichende, lockere Ausläufersysteme
z.B.
Carex arenaria Phalanx => Pflanzen bilden dicht gepackte Bestände, wie sie für viele
Polsterpflanzen an klimatisch extremen Standorten typisch ist z.B. Carex firma
4. Was sind
Rameten, was sind Genete? Geneten: Genetisches
Individuum das durch sexuelle Reproduktion entstanden ist. Rameten: Der durch vegetative Reproduktion und modulare Abtrennung von
einem Genet bzw. einer Mutterpflanze entstandene, genetisch identische Nachkomme wird als
Ramet (lat. ramus = Ast, Zweig) bezeichnet. Sie können
unabhängig voneinander wachsen z.B. Rhizome sind Rameten
5. Welche
Möglickeiten gibt es zum Testen Neutralität von Mutationen? McDonald-Kreitman
Test
=> untersucht, ob das Verhältnis von nicht-synonymer Mutationen sich
innerhalb und zwischen Arten unterscheidet. Hudson-Kreitman-Aguade (HKA) Test => untersucht, ob die
Sequenzvariation in unterschiedlichen Genregionen gleich ist innerhalb und
zwischen Arten Tajimas D Statistik => Tajima schlug vor, dass die Differenz der
Werte für die erwartete genetische Variation pro Nukleotid ein Maß für die
Neutralität der Mutationen sei (D = 0 bei Neutralität, Werte für D < -2 und
>2 werden manchmal als signifikante Abweichung betrachtet, aber Computersimulationen
liefern hier präzisere Angaben).
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Unterschiede auf die Abszisse aufgetragen und die Häufigkeit dieser Anzahl auf
der Ordinate. Dabei wird deutlich, dass bei einer kleinen Population die
Verteilung weit gestreut ist.
7. Was ist
Phylogeographie? Sie
versucht die Prozesse zu verstehen, die zur geographischen Verbreitung von
Verwandtschaftslinien beigetragen haben. Sie erlaubt so eine Sicht der
historischen Phänomene, sowohl auf dem genetischem als auch dem geographischem
Niveau, die zur aktuellen Verbreitung einer Art geführt haben.
8. Welche
Formen der Selektion gibt es bei quantitativen Merkmalen? Gerichtete
Selektion
=> verschiebt das ganze Erscheinungsbild der Population, indem sie Varianten
des einen Extrems begünstigt. Stabilisierende Selektion => merzt extreme Varianten aus der
Population aus Disruptive Selektion => begünstigt Varianten entgegengesetzer Extreme
gegenüber dazwischen liegenden Individuen
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eine Änderung der Allelfrequenzen weg vom Gleichgewicht dazu führen, dass ein
Allel fixiert wird.
10. Welche
Formen der frequenzabhängigen Selektion gibt es? Polymorphismen
können in einer Population auch durch frequenzabhängige Selektion (frequency
dependent selection) erhalten werden. Das ist der Fall, wenn die Fitness eines
Genotyps von seiner Frequenz in der Population abhängt. So kann beim Vorliegen negativer
Frequenzabhängigkeit der mit geringster Häufigkeit vorliegende Genotyp die
höchste Fitness aufweisen. Das ist etwa der Fall bei Wirt-Parasitsystemen (red
queen hypothesis). Auf der anderen Seite können in anderen Fällen Genotypen
mit größter Häufigkeit die größte Fitness aufweisen.
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Reproduktion wird begünstigt, weil sie zu seltenen Genotypen führt.
12. Was ist genetic
hitchhiking?
13. Was ist
"background selection"? Natürliche
Selektion bevorzugt Allele mit günstigen Eigenschaften bzw. Interaktionen.
14. Wie geht
man bei einer Nested Clade Analyse praktisch vor? Normalerweise
liegen auch Daten über die Häufigkeit der Allele vor, die in einem
Haplotypnetzwerk auch graphisch mit der Größe der Knoten wiedergegeben werden.
In diesem Fall ist eine der häufigsten Analysemethode die Nested Clade Analyse.
Mit einer nested clade Analyse ist es prinzipiell auch möglich, gegenwärtige
Phänomene (z.B. Genfluß) von historischen Ereignissen (wie Fragmentierung oder
Arealausbreitung) auseinanderzuhalten. Ausgehend vom
Haplotypnetzwerk beginnt die Nested Clade Analyse oder NCA mit einer
Charakterisierung von hierarchischen Verwandtschaften der Haplotypen, und zwar
ausgehend von den Rändern, den terminalen Knoten.
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