Pflanzengifte
und ihre Bedeutung
Inhalt
1 Bedeutung des Giftes für Pflanzen.. 2
1.1 Zur Verteidigung. 2
1.2 Zur Arterhaltung. 2
1.3 Der Zufälligkeitsfaktor 2
1.4 Als Abfallprodukte. 3
2 Die Giftigkeit von Pflanzen.. 3
3 Einteilung von Giftpflanzen.. 4
3.1 Stark giftige
Pflanzen. 4
3.2 Giftige Pflanzen. 4
3.3 Schwach giftige
Pflanzen. 5
4 Die chemische Einteilung der Pflanzengifte. 5
4.1 Die ätherischen Öle. 5
4.2 Die Alkaloide. 6
4.3 Die Aminosäuren. 6
4.4 Die Glykoside. 6
Glossar 7
Anhang. 8
Die Engelstrompete (brugmansia aurea) 8
Atropin.. 9
Anwendung. 10
Wirkungsmechanismus. 10
Nebenwirkungen. 10
Die
Frage, warum Pflanzen eigentlich Gifte benötigen und welchen Nutzen ihnen ihr
Gift bringt, ist auch für Experten nicht leicht (und nicht immer richtig) zu
beantworten. Der oft angeführte Grund, Pflanzen würden ihr Gift nur benötigen,
um sich vor Fressfeinden zu schützen, ist zumindenst in einigen Fällen äußerst
fragwürdig, denn es gibt noch viele weitere Situationen, in denen eine Pflanze
ihr Gift benötigt.
Da
sich Pflanzen, anders als Tiere und Menschen, nicht fortbewegen können, haben
sie im Laufe der Zeit Gifte entwickelt, um ihren Standort vor anderen Pflanzen,
die sich ebenfalls dort einnisten wollen, zu verteidigen. So schützt sich der
Walnuss-Baum beispielsweise vor anderen Pflanzen, die sich in seiner Umgebung
breit machen wollen.
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Ein
weiterer Grund wäre das Sichern der Art: Werden Beeren gefressen, bevor der
Samen die Samenfähigkeit erreicht hat, ist der Fortbestand der Art gefährdet.
Deswegen befinden sich auch in fast allen unreifen Beeren Oxalsäuren und
andere Säuren, die während des Reifens der Frucht abgebaut werden.
Dies ist ein
Schutzmechanismus um das Aussterben der eigenen Art zu verhindern.
Betrachte
man nun einmal die Petersilie und den Sadebaum genauer: Petersilie enthält zum
Großteil ein ätherisches Öl, das aus p-1,3,8-Menthatrien
besteht und hoch begehrt ist. Der Sadebaum hingegen, ebenfalls eine
Giftpflanze, enthält auch ein ätherisches Öl, welches zum Großteil aus Sabinen
aufgebaut ist. Sabinen wirken schädlich.

Betrachtet
man nun den Aufbau genauer, so stellt man keine großen Unterschiede fest, die
Wirkung der beiden Verbindungen jedoch ist sehr unterschiedlich. Viele Pflanzen
enthalten solche verschiedenste Verbindungen, die Monterpene genannt werden.
Zum Teil sind diese Monterpene giftig, andere wiederum sind begehrte
Aromastoffe, so etwa das Limonen aus Zitrusfrüchten, das eher einen geringen
Giftcharakter aufweist.
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Pflanzen
haben auch nicht die Möglichkeit, Abfallprodukte ihres Stoffwechsels
auszuscheiden (außer natürlich den Sauerstoff, der abgegeben wird). Daher gehen
Experten davon aus, dass viele giftige Pflanzeninhaltsstoffe schlichtweg
Abfallprodukte darstellen. Hierbei bliebe aber noch zu untersuchen, ob auch
ungiftige Pflanzen solche Abfallprodukte ausscheiden, die bisher jedoch
unerkannt geblieben sind, da sie keinerlei Einfluss auf menschliche oder
tierische Organismen haben.
Oft
hört man von tragischen Vergiftungen durch Pflanzen. Die häufigste Ursache für
solche Vorfälle ist das Unwissen über die Giftigkeit oder Genießbarkeit von
Pflanzen.
Als
„giftig“ werden jene Pflanzen bezeichnet, deren Inhaltsstoffe gesundheitliche
Schäden bei Tieren oder Menschen hervorrufen können. Oft ist die Dosis
entscheidend, ob ein Pflanzeninhaltsstoff schadet, oder heilend wirkt:
Wirkstoffe des Fingerhuts gelten als sehr wirksames Herzmedikament, während
eine Überdosis zu schweren Vergiftungen führen kann. Auch hat nicht jede
Pflanze der gleichen Art den gleichen Wirkstoffgehalt. Dieser ist abhängig von
Standort, Klima und Wetter, dem Alter, dem Erbgut und der Witterungsperiode, in
der sich die Pflanze gerade befindet. Somit kann eine Pflanze sowohl nur zu
bestimmten Witterungszeiten giftig sein, oder auch ganzjährig.
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Man
unterteilt Pflanzen, je nach Giftigkeit, in 3 Gruppen: stark giftig, giftig
oder schwach giftig.
Diese
führen zu gefährlichen und oftmals auch tödlichen Vergiftungen, wie zum
Beispiel Sehstörungen, Kreislaufstörungen, Atem- oder Herzstillstand. Bei
diesen Pflanzen können schon die kleinste Berührung oder der Verzehr einer
kleinen Menge schwerste Schäden verursachen. Zu der Gruppe der stark giftigen
Pflanzen gehören zum Beispiel die beliebte Kübelpflanze Engelstrompete (siehe
Anhang), der Eisenhut (dieser wird oft als die giftigste Pflanze Europas
bezeichnet, da die gefährlichen Wirkstoffe auch über die Haut in den Körper
eindringen können), die Herbstzeitlose und die Tollkirsche.
Sie
verursachen schwere Vergiftungen durch Berührung oder Verzehr von ihnen. Die
allseits bekannten hierbei sind zum Beispiel Maiglöckchen, Efeu, Fingerhut oder
Oleander. Auch Eiben zählen zu dieser Kategorie. Vergiftungen durch sie sind
beim Menschen eher selten, doch bei Pferden hingegen reicht oftmals schon die
kleinste Menge, um den Tod des Tieres auszulösen.
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Berührung in Zusammenhang mit dem UV-Licht der Sonne zu Vergiftungen führen.
Am
Häufigsten kommt es zu Vergiftungen durch Vertreter der Gruppe der schwach
giftigen Pflanzen. Sie werden häufig mit ungiftigen Pflanzen, häufig
verwendeten Nutzpflanzen, verwechselt (z.B. Beeren des Schneeball mit denen
der Johannisbeere oder auch Bährlauch mit Maiglöckchen). Auch eine bei uns weit
verbreitete Unart ist oftmals Ursache für Vergiftungen: Das Kauen an Trieben,
Blättern oder Stängeln. Dies kann zu Übelkeit, Erbrechen usw. führen.
Von
vielen anderen Giftpflanzen jedoch gehen nur selten Vergiftungen aus, da sie
schon zu „giftig und unattraktiv“ aussehen.
Die giftigen Inhaltsstoffe
von Pflanzen werden in unterschiedliche Gruppen eingeteilt, die in erster Linie
auf chemischen Unterschieden beruhn. Hier eine kurze Aufstellung über die
verschiedenen Pflanzengifte:
Unter ätherischen Ölen
versteht man flüchtige Pflanzeninhaltsstoffe, die auch für den Geruch einer
Pflanze verantwortlich sind. Ätherische Öle sind wichtige Bestandteile von
Parfums, sie prägen auch den Geschmack und Geruch zahlreicher Kräuter und
Gewürze, jedoch können einige dieser ätherischen Öle eine starke Giftigkeit
aufweisen. Ein solches ätherisches Öl wäre beispielsweise das Zimtaldehyd,
jener Stoff, der für das typische Zimtarome verantwortlich ist.
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