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Faculty
Natural Science
Discipline
Biomedical Sciences
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University, School
Wien
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Penicillin

Penicillin ist eines der ältesten verwendeten Antibiotika.

Nach seiner Entdeckung wurde die enorme Bedeutung der Antibiotika für die Medizin erkannt, was das moderne Verständnis der Bedeutung bakterieller Krankheitserreger maßgeblich beeinflusst und revolutioniert hat.

Penicillin wird gewöhnlich in zwei verschiedenen Formen verwendet: Benzylpenicillin oder Penicillin G, das injiziert werden muss und Phenoxymethylpenicillin oder Penicillin V, das säurestabil ist und in Tablettenform zur Verfügung steht.

Wirkungsweise: Penicillin lässt Zellen platzen und Auslaufen, dies geschieht jedoch nur bei Bakterien. Der Aufbau der Zellwand gibt der Zelle Stabilität, wenn die Zelle wächst öffnet sich an einer Stelle diese Wand und es fügen sich neue Ringe ein.

Darauf hin schließt sich die Zellwand wieder indem sich neue Aminosäurebrücken bilden. An dieser Stelle greift das Penicillin ein. Es verhindert die Wiederverknüpfung der Ringe und die Zelle platzt. Der Grund, warum dieser Wirkstoff zum Beispiel keine menschlichen Zellen angreift, ist, dass diese keine Ringe besitzen.

Nebenwirkungen: Bei ca. einem von 7000 Patienten tritt eine Allergie zu Penicillin auf. Die allergischen Reaktionen können dabei von leichter Hautrötung bis zu einem Anaphylaktischen Schock (= akute, krankhafte Reaktion des Immunsystems auf chemische Reize) reichen.

 

Geschichte: Alexander Fleming hatte 1928 vor den Sommerferien eine Agrarplatte mit Staphylokokken beimpft und sie dann beiseite gelegt.

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Dabei stellte er fest, dass Penicillin auf unterschiedliche Bakterienarten wie Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken abtötete, nicht aber gramnegative Bakterien wie beispielsweise Salmonellen.

Ab 1938 gelang es in Oxford Howard Walter Florey und Ernst Boris Chain aus dem Pilzextrakt den Wirkstoff zu isolieren und in Tierversuchen erfolgreich zu erproben. Auf dieser Basis konnten schließlich amerikanische Pharmaunternehmen die vorher nur in winzigen Dosen zu gewinnende Substanz synthetisch in großen Mengen herstellen.

Ab 1942 wurden die ersten industriellen Penicillinproduktionen gestartet. 1943 boten 22 Firmen Penicillin an. Es blieb zunächst hauptsächlich verwundeten Soldaten vorbehalten, denn die Produktionsmenge reichte noch nicht aus, um auch alle zivilen Patienten damit zu behandeln.

Seit 1944 waren die USA jedoch in der Lage, ihren gesamten zivilen und militärischen Bedarf an Penicillin zu decken. Hingegen war in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg die Anfrage groß und die Penicillinproduktion reichte hier nicht für alle Patienten. Es entwickelte sich Schmuggel und Schwarzhandel mit Penicillin, was auch Thema des Films „Der dritte Mann“ ist. Damals war ein Gramm Penicillin soviel wert wie ein Gramm Gold.

 

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