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Passionsgeschichten .doc

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Social Science
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Theology
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University, School
BG/BRG Knittelfeld
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2003
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Theology

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NT: PASSIONSGESCHICHTEN

NACHSPIEL

Das Kreuz begegnet uns überall. Auf Friedhöfen sind die Gräber mit verschiedenen Kreuzen gestaltet. Kreuze findet man an bestimmten Plätzen in Wohnungen oder man trägt sie als Schmuck um den Hals. In manchen Gegenden gibt es Kreuzprozessionen, bei denen ein Mensch ein Kreuz durch die Straßen trägt.

Ist das alles ein frommes Spiel, symbolische Mahnung oder Brauchtum, Gewohnheit, Aberglaube?

Orthodoxe und katholische Christen bezeichnen sich selbst mit dem Zeichen des Kreuzes. Dem Zeichen des Kreuzes sind früher viele als Kreuzritter in den Kampf gegen muslimische Truppen gefolgt.

1187 trug der Bischof von Bethlehem jenes Stück Holz, das als echtes Kreuz Jesu verehrt wurde, in die Schlacht von Hattin. Das christliche Heer ging blutig zugrunde und die Kreuzreliquie ist seitdem verschwunden.

DER PROZESS

Warum wurde Jesus überhaupt verhaftet und verurteilt?

Einige sagen, Jesus sei ein Gesetzesbrecher gewesen. Da er den Sabbat nicht richtig eingehalten und die Tora kritisiert habe, habe er wachsende Feindschaft erlebt.

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Zur Zeit, in der die Evangelien entstanden, standen sich Juden und Christen feindlich gegenüber. Je später ein Evangelium entstand, umso mehr beschuldigte es die Juden als Feinde Jesu. Der Prozess Jesu hat oft dazu herhalten müssen, Juden den Prozess zu machen.

Obwohl die Pharisäer oft als kritische Gesprächspartner Jesu erwähnt werden, waren sie anscheinend am Prozess Jesu nicht beteiligt. Den Sadduzäern dagegen (= Tempelpriesterschaft und Hohepriester) wurde der verhaftete Jesus offensichtlich vorgeführt. Zweifelhaft ist, ob der Hohe Rat (Synedrium) ein Gerichtsverfahren nach jüdischer Ordnung gegen Jesus durchgeführt hat.

Das Synedrium war das oberste jüdische Gericht (71 Mitglieder). 23 Richter mussten anwesend sein, um ein Todesurteil zu fällen und dies stand dem jüdischen Gericht nur in religiösen Dingen zu. Außerdem brauchte man die Bestätigung der Römer dazu.

Jakobus und einige andere wurden 62 n. Chr. Der Gesetzesübertretung angeklagt und daraufhin gesteinigt. Wenn in jüdischer Sicht ein triftiger religiöser Grund vorgelegen hätte, wäre eine Steinigung auch gegen Jesus denkbar gewesen.

Fraglich ist, ob es überhaupt einen regulären jüdischen Prozess gegen Jesus gab, denn:

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Vielleicht hat Jesus gar nicht vor dem Synedrium gestanden, sondern vor einem Tempelgremium. Auf jeden Fall war es ein politischer und nicht ein religiöser Prozess. Seine Auslieferung an den Prokurator Pontius und dessen Urteilsspruch stehen außer Zweifel.

DAS URTEIL DES PILATUS

Im Jahr 26 schickte Kaiser Tiberius den Römer Pontius Pilatus nach Judäa. Er war nachtragend, grausam und bemühte sich nicht um ein friedliches Verhältnis zu den Juden. Zum Beispiel ließ er Kaiserbildnisse in die Stadt bringen, womit er ein Gesetz schwer verhöhnte, welches den Juden verbot, irgendein Bildnis in der Stadt aufzustellen.

Nach 10jähriger Dienstzeit wurde Pilatus aufgrund vieler Beschwerden abgesetzt.

An der Nordwestecke des damalige Jerusalem sicherte eine starke Befestigung den Königspalast. Dort residierten die römischen Statthalter, wenn sie nach Jerusalem kamen. Ihr Richterstuhl stand vor dem Gebäude auf einem Platz, der für jeden zugänglich war. Dieser wurde der „obere Markt“ genannt, weil er mit Steinplatten belegt war, im Griechischen wurde er auch lithostrotos, Steinpflaster, genannt.

 

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Historiker meinen, das Verhör Jesu und die Begnadigung des Barrabas hätten in verschiedenen Jahren stattgefunden. Nachträglich haben Christen oft überlegt, warum ein echter Rebell frei gehen durfte, während Jesus ans Kreuz musste. Daher sei die Kombination der Szenen entstanden.

Pilatus hatte beide Urteile allein zu vertreten, doch mit jedem Evangelium wird versucht, ihn mehr zu entlasten.

  • Schon bei Markus wird Pilatus von den Hohenpriestern und der Volksmenge zu einem Urteil gegen Jesus gedrängt.
  • Bei Matthäus wäscht sich Pilatus seine Hände rein in Wasser und erklärt damit, dass er unschuldig ist. Er schiebt die schuld auf die Umstehenden.
  • Bei Lukas erklärt Pilatus, dass er Jesus verhört hat, ihn aber für unschuldig befindet. Daher will er ihn nur auspeitschen lassen.
  • Bei Johannes wird das verhör in 7 Szenen gegliedert, jedes Mal wechselt der Ort der Handlung. 4 Szenen spielen vor dem Palast, 3 innerhalb. Pilatus versucht den Fall von sich zu schieben, da er keinen Grund findet, ihn schuldig zu sprechen. Er will Jesus dem Volk übergeben.

 

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Unklar ist, wer die Anklage Jesu vor Pilatus betrieb. Denkbar ist die Beteiligung sadduzäischer Kreise.

Als Strafgrund bündelte Pilatus die Anklage unter dem Titel „König der Juden“; ihm ging es nicht um Religion, sondern um Politik.

DIE KREUZIGUNG

Der zum Kreuzestod Verurteilte wurde gewöhnlich zuerst gegeißelt. Danach lud man Jesus den Querbalken des Kreuzes auf. Der aufrecht stehende Pfahl war bereits am Hinrichtungsort aufgestellt. Jesus musste durch enge, belebte Gassen gehen, damit möglichst viele Menschen abgeschreckt werden.

Am Hügel Golgota, der nahe der Stadt lag, wurde Jesus entkleidet. Nach römischen Brauch wurde man nackt gekreuzigt; das Lendentuch der späteren Bilder ist eine Gabe des christlichen Würdegefühls.

Die Arme Jesu wurden auf das Querholz gepresst und die Nägel durch den Unterarm (nicht durch die Handflächen!) getrieben. Dann zogen die Schengen den Querbalken am Stamm hoch. Gewöhnlich entstand nicht die bekannte Kreuzesform, sondern ein T- förmiger Galgen. Ein Sitzpflock sollte die Last des hängenden Körpers mindern- und zugleich den Todeskampf verlängern.

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