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Passionsgeschichten .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Theology
Document category
Paper
University, School
BG/BRG Knittelfeld
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2003
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Theology

Perpetua und Martin von Tours
MENSCHEN DER KIRCHE: PERPETUA UND MARTIN PERPETUA: ZU DEN WILDEN TIEREN VERURTEILT Am 7. März 202 oder 203, dem Geburtstag des Kaisers Geta, wurden fünf Taufbewerber in Karthago zu Kampspielen


Wundergeschichten
WUNDERGESCHICHTEN Heutzutage fällt es uns schwer an Wunder zu glauben, da unser ganzes Leben und unsere Erziehung rein auf Beweisen, Fakten und Tatsachen beruhen. Alles muss nachvollziehbar sei


Zwischen Römerreich und Mittelalter
ZWISCHEN RÖMERREICH UND MITTELALTER Unter Kaiser Konstantin wurde die Kirche ein Werkzeug des Staates. Die Reichskirche entwickelte sich, während der Staat christliche Züge annahm. Wichtige Ämter

NT: PASSIONSGESCHICHTEN

NACHSPIEL

Das Kreuz begegnet uns überall. Auf Friedhöfen sind die Gräber mit verschiedenen Kreuzen gestaltet. Kreuze findet man an bestimmten Plätzen in Wohnungen oder man trägt sie als Schmuck um den Hals. In manchen Gegenden gibt es Kreuzprozessionen, bei denen ein Mensch ein Kreuz durch die Straßen trägt.

Ist das alles ein frommes Spiel, symbolische Mahnung oder Brauchtum, Gewohnheit, Aberglaube?

Orthodoxe und katholische Christen bezeichnen sich selbst mit dem Zeichen des Kreuzes. Dem Zeichen des Kreuzes sind früher viele als Kreuzritter in den Kampf gegen muslimische Truppen gefolgt.

1187 trug der Bischof von Bethlehem jenes Stück Holz, das als echtes Kreuz Jesu verehrt wurde, in die Schlacht von Hattin. Das christliche Heer ging blutig zugrunde und die Kreuzreliquie ist seitdem verschwunden.

DER PROZESS

Warum wurde Jesus überhaupt verhaftet und verurteilt?

Einige sagen, Jesus sei ein Gesetzesbrecher gewesen. Da er den Sabbat nicht richtig eingehalten und die Tora kritisiert habe, habe er wachsende Feindschaft erlebt.

Andere sagen, diese Meinung entstand durch die spätere christliche Feindschaft zu den Juden. Sie versuche, Jesus von seinem eigenen Volk, dessen Traditionen und Frömmigkeit zu trennen. Jesus wollte nichts anderes, als die Tora einzulösen.

 

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Obwohl die Pharisäer oft als kritische Gesprächspartner Jesu erwähnt werden, waren sie anscheinend am Prozess Jesu nicht beteiligt. Den Sadduzäern dagegen (= Tempelpriesterschaft und Hohepriester) wurde der verhaftete Jesus offensichtlich vorgeführt. Zweifelhaft ist, ob der Hohe Rat (Synedrium) ein Gerichtsverfahren nach jüdischer Ordnung gegen Jesus durchgeführt hat.

Das Synedrium war das oberste jüdische Gericht (71 Mitglieder). 23 Richter mussten anwesend sein, um ein Todesurteil zu fällen und dies stand dem jüdischen Gericht nur in religiösen Dingen zu. Außerdem brauchte man die Bestätigung der Römer dazu.

Jakobus und einige andere wurden 62 n. Chr. Der Gesetzesübertretung angeklagt und daraufhin gesteinigt. Wenn in jüdischer Sicht ein triftiger religiöser Grund vorgelegen hätte, wäre eine Steinigung auch gegen Jesus denkbar gewesen.

Fraglich ist, ob es überhaupt einen regulären jüdischen Prozess gegen Jesus gab, denn:

  • Ein Todesurteil wurde nie am ersten Tag gefällt, sondern erst einen Tag nach der Verhandlung.
  • Das Synedrium verhandelte nur am Tag; es gibt keine Nachsitzungen. Am Sabbat, zu Festzeiten, an Rüsttagen gab es keine Sitzungen. Laut Mk und Mt soll das jüdische Verhör in der Nacht stattgefunden haben, während Lk von einer Sitzung des Synedriums spricht, „als es Tag geworden war“. Allerdings erwähnt er keinen Schuldspruch.
  • Auch das sofortige Auftreten von Belastungszeugen wäre eine schwere Rechtsbeugung gewesen.
  • Der Hohepriester fragte: „Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten?“ Kein Jude hätte vom „Sohn des Hochgelobten“ gesprochen. Dies ist bereits eine christliche Formulierung. Die Antwort Jesu: „Ich bin es“ hätte unter Juden nicht als Gotteslästerung gegolten.

 

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DAS URTEIL DES PILATUS

Im Jahr 26 schickte Kaiser Tiberius den Römer Pontius Pilatus nach Judäa. Er war nachtragend, grausam und bemühte sich nicht um ein friedliches Verhältnis zu den Juden. Zum Beispiel ließ er Kaiserbildnisse in die Stadt bringen, womit er ein Gesetz schwer verhöhnte, welches den Juden verbot, irgendein Bildnis in der Stadt aufzustellen.

Nach 10jähriger Dienstzeit wurde Pilatus aufgrund vieler Beschwerden abgesetzt.

An der Nordwestecke des damalige Jerusalem sicherte eine starke Befestigung den Königspalast. Dort residierten die römischen Statthalter, wenn sie nach Jerusalem kamen. Ihr Richterstuhl stand vor dem Gebäude auf einem Platz, der für jeden zugänglich war. Dieser wurde der „obere Markt“ genannt, weil er mit Steinplatten belegt war, im Griechischen wurde er auch lithostrotos, Steinpflaster, genannt.

Beim Verhör von Jesus wird eine andere Erzählung eingeschoben. Der Mörder Barrabas wird freigelassen, während Jesus sein Todesurteil erfährt. Die Barrabasszene ist später in den älteren Erzählfaden eingefügt worden. Dadurch entstanden aber Ungereimtheiten. Historiker meinen, das Verhör Jesu und die Begnadigung des Barrabas hätten in verschiedenen Jahren stattgefunden.

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Pilatus hatte beide Urteile allein zu vertreten, doch mit jedem Evangelium wird versucht, ihn mehr zu entlasten.

  • Schon bei Markus wird Pilatus von den Hohenpriestern und der Volksmenge zu einem Urteil gegen Jesus gedrängt.
  • Bei Matthäus wäscht sich Pilatus seine Hände rein in Wasser und erklärt damit, dass er unschuldig ist. Er schiebt die schuld auf die Umstehenden.
  • Bei Lukas erklärt Pilatus, dass er Jesus verhört hat, ihn aber für unschuldig befindet. Daher will er ihn nur auspeitschen lassen.
  • Bei Johannes wird das verhör in 7 Szenen gegliedert, jedes Mal wechselt der Ort der Handlung. 4 Szenen spielen vor dem Palast, 3 innerhalb. Pilatus versucht den Fall von sich zu schieben, da er keinen Grund findet, ihn schuldig zu sprechen. Er will Jesus dem Volk übergeben.

 

In dieser Zeit urteilte nur der Statthalter (in diesem Fall Pilatus) über Straftaten. Angeklagte Juden hatten bei ihm keine Sympathien zu erwarten.

Unklar ist, wer die Anklage Jesu vor Pilatus betrieb. Denkbar ist die Beteiligung sadduzäischer Kreise.

Als Strafgrund bündelte Pilatus die Anklage unter dem Titel „König der Juden“; ihm ging es nicht um Religion, sondern um Politik.

 

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Am Hügel Golgota, der nahe der Stadt lag, wurde Jesus entkleidet. Nach römischen Brauch wurde man nackt gekreuzigt; das Lendentuch der späteren Bilder ist eine Gabe des christlichen Würdegefühls.

Die Arme Jesu wurden auf das Querholz gepresst und die Nägel durch den Unterarm (nicht durch die Handflächen!) getrieben. Dann zogen die Schengen den Querbalken am Stamm hoch. Gewöhnlich entstand nicht die bekannte Kreuzesform, sondern ein T- förmiger Galgen. Ein Sitzpflock sollte die Last des hängenden Körpers mindern- und zugleich den Todeskampf verlängern.

Die Beine wurden übereinandergelegt und ein dritter Nagel wurde durch die Fersen geschlagen. Der Tod trat meistens durch Erschöpfung ein (nicht durch Blutsverlust) und dauerte oft lange. Die Dehnung der Muskeln führt zu Muskelkrampf, woraufhin die Atemmuskulatur irgendwann erfasst wird. Der Hängende leidet unter Atemnot, Durst, das Herz wird schneller, die Durchblutung von Kopf und Herz wird immer schwächer, bis das Herz aufhört zu schlagen.

Die Evangelisten erzählen unterschiedlich von den letzten Worten Jesu:

Bei Markus fragt Jesus auf aramäisch: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Lukas zeigt Jesus in der Liebe Gottes geborgen: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Bei Johannes sagt Jesus: „Es ist vollbracht!“

 

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Die Passionserzählungen dürfen nicht einfach als Bericht verstanden werden. Zwar gibt es historische Fakten, aber auch einige Deutungsansätze:

  • Die Passionserzählung will ihren Hörern begreiflich machen: Jesus, der hier von Menschen verurteilt wird, ist nicht von Gott verworfen. Er geht seinen Weg zu Ende.
  • Immer wenn aus dem AT zitiert wird, soll das Schicksal Jesu aus dem Willen Gottes heraus gesehen werden.
  • Die Spannungen zwischen Judenchristen und Juden verschärften sich immer mehr. Den Juden wurde immer mehr die Schuld am Tod Jesu gegeben.

 

Jesus zeigt das Schicksal eines verleumdeten, verhöhnten, gegeißelten, einsamen, notleidenden Menschen, womit sich viele Christen der damaligen Zeit identifizieren konnten. Dafür steht das Kreuz.


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