Ökozonen
Vorlesung bei G.K. Lieb – Wintersemester 2008
Einführung
Theoretische Grundlagen, Probleme u Bedeutung zonaler Gliederung
Definition Zone: Territorium das sich breitenkreisparallel
hinzieht. Dieser Begriff sollte exakt dafür verwendet werden, Höhenstufen sind
z.B. keine Zonen!
Warum Untersuchung nach Zonen? Es gibt eine Veränderung der
Strahlung vom Äquator hin zu den Polen. Diese Regelhaftigkeit ist mathematisch
zu berechnen. Viele Sonderregelungen stören jedoch dieses recht einfache
Modell, daher ist die Temperatur nicht nach mathematischen Formeln zu
berechnen.
Beispiel einer Zone: Subtropen oder Boreale Zone
9 Ökozonen werden unterschieden, jedoch muss dafür eine
starke Generalisierung dieser Zonen vorgenommen werden.
Wichtig ist immer zu unterschieden welche Bedingungen an das Ökosystem geknüpft
sind, und welche nicht. Die Küstenform z.B. ist eine azonale Erscheinung.
Grundproblem einer ökozonalen Gliederung
Grundanliegen: Die Erde soll in Ökozonen gegliedert werden,
und zwar aufgrund der Abwandlung der Strahlungsintensitäten. Nach dem Modell
von Schulz gibt es 9 Einheiten. Arbeitet man nur mit 9 Zonen so muss man sehr
viel von der geographischen Realität ausblenden. Die Ökozonen sind daher sehr
stark modellhaft zu sehen, und nicht als Realität, da diese viel komplexer ist.
Mit dem Ökozonen Modell ist die Natur draußen kaum zu erklären.
Wozu dann Ökozonen wenn man vor Ort nichts erklären kann? Es geht um ein naturräumliches
Ordnungsmuster, es soll ein Gliederungskonzept für die gesamte Erde angeboten
werden. Das Zonenmodell soll eine Erstinformation geben über Faktoren die sich
wirklich Zonal ändern. Dazu zählen z.B. die Globale Zirkulation, die
hygrothermischen Bedingungen, das Relief und die Morphodynamik, die Gewässer
und die Böden.
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auf diese Bedingungen ein: Hartlaubigkeit, Verdunstungsschutz,
(Wolfsmilchgewächse). Es müssen also jene Dinge herausgearbeitet werden die für
die gesamte Zone gelten, der kleinräumigen Vielfalt kann man nicht gerecht
werden. Man arbeitet im Maßstabsbereich Kontinental bzw.
Global.
Grundbegriffe zum Maßstabsbegriff:
Maßstabsebene / Dimensionen
·
topisch - der Ökotop (Hochmoor, Durchmesser cm bis 100 Meter)
·
chorisch – Ökochore (Gipfelplateau, Murauen – 100m bis 100km
Ausdehnung
·
regionisch – Region (Gesamte Alpen)
·
zonisch – Ökozonen
·
geosphärisch – Gesamte Erde
2) Viele Erscheinungen die in den Zonen wirken, haben mit
diesen selbst nichts zu tun. Bsp. Geologie hat mit der Zone nichts zu tun. Das
Gestein beeinflusst aber die Erscheinungen vor Ort z.B. den Boden.
3) Es gibt keine Grenzen zwischen den Ökozonen – alle
Grenzen sind fließend. Es gibt Übergangsbereiche die Ökotone genannt werden.
4) Einflüsse aus der Vorzeit z.B. das Relief wirken noch
heute auf die Ökozonen hinein. Es ist schwer herauszufiltern was Zonentypisch
ist. Da jedoch das Klima der Hauptfaktor der Ökozonen ist und dieses nicht aus
der Vorzeit beeinflußt wird, ist dieses Problem eher gering.
5) Quantifizierungen sind sehr schwer möglich in diesem
Maßstabsbereich.
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Azonal – Bedingungen sind für KEINE Zone typisch. Z.b. Die Küste hat keine
Beziehung zu irgendeiner Ökozone, sie entsteht aus örtlichen Sonderbedingungen
und werden in den Ökozonen nicht extra behandelt.
Begriffe und Definitionen
Definition Ökozone
– nach Schulz 1995
Ökozonen sind Großräume der Erde die sich durch jeweils eigene
- Klimagenese
- Morphodynamik
- Bodenbildungsprozesse
- Lebensweise von Flora und Fauna
sowie
- Ertragsleistungen in der Agrar- und Forstwirtschaft
auszeichnen
Entsprechend unterscheiden sie sich voneinander in auffälliger Weise nach dem
jährlichen und täglichen Klimagang, den exogenen Landformen, den Bodentypen,
den Pflanzenformationen und Biomen sowie den Agrarischen und forstlichen
Nutzungssystemen
Ihre Verbreitung auf der Erde ist breitenabhängig und gewöhnlich disjunkt auf
die Kontinente verteilt.
Ökozonen – andere Begriffe:
Landschaftsgürtle
Geoökologische Zone
Landschaftszonen
Zonobiome
Geographische Zone
Bsp.: Landschaftsgürtel. Darunter versteht man einen
zonal angeordneten Teil der Erdoberfläche der durch die Zusammenhänge zwischen
Klima, Boden, Pflanzen und Tierwelt ein charakteristisches Wirkungsgefüge
besitzt. Landschaftsgürtel sind die höchste Ordnungsstufe.
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Bsp.: Zonobiome: Biom = großräumiger Lebensraum mit
klimatischer Einheit. Es funktioniert als Ökosystem. Zonobiom = Die ökologische
Füllung der einzelnen Klimazonen der Erde.
Die Vielfalt der Gliederungskonzepte der Erde
a) Gliederung
in Kontinente und Ozeane
Problematik der Abgrenzung der Kontinente 5-10 Kontinente?
Plattentektonische Gliederung im Hintergrund
Dynamisches Problem – daher Momentaufnahme der Erde
b) Zonale
Modelle
Klimazonen
Vegetations- und Ökozonen
c) Politische
und kulturelle Gliederungen
Die Staaten – haben scharfe Grenzen. Aber große Anzahl, manche Staaten sind so
klein dass sie nicht genau der Definition unterliegen (Faröer Inseln,
Westsahara)
Staatengruppen nach Wirtschaftszusammenschlüssen:
Kulturerdteile: Hier ist die Abgrenzung wieder schwierig. Es entstehen Grenzen
wo eigentlich keine sind. (Nordamerika, Lateinamerika, Europa, Orient,
Schwarzafrika, Südasien, Ostasien, Südostasien..)
d) Gliederung
nach sozioökonomischen Faktoren – räumliche Disparitäten = Zentrum und
Peripherie Modell. z.B. Erde: Norden und Süden (ganz einfach), Industrie und
Entwicklungsländer..
HDI = Human Development Index: Lebenserwartung, Bildung (Alphabetisierung),
Lebensstandart (BIP) – auch danach lassen sich Gliederungen ableiten.
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Geoökofaktoren im Formenwandel
Formenwandel: Veränderung der geogr. Erscheinungen der Erde
von Region zu Region.
Lautensach: 4 Formenwandelkriterien:
Planetarisches FWK (Äquator zu Pol)
Zentral-peripheres FWK ( Kontinent – Ozean = Abstand zum Ozean)
West-Ost FWK (Veränderung West nach Ost durch Zirkulationssysteme wie Wind)
Hypsometrisches FWK (von unten nach oben – im Gebirge, Veränderungen)
Rahmenbedingungen
Das Strahlungsgeschehen
Himmelsmechanische Grundlagen erklären die Veränderung der
Sonneneinstrahlungswinkel im Laufe eines Erdjahres.
Es entstehen 3 Zonen:
Tropen: Zonen zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis
Nördliche und südliche Mittelbreiten oder gemäßigte Zonen: Zwischen Wendekreis
und Polarkreis
Nördliche und südliche Polargebiete: Zonen nördlich und südlich der Polarkreise
Was zeichnet diese Zonen nun aus:
Tropen: Sonnenstrahlung trifft immer unter einem relativ
hohen Winkel ein, mindestens einmal im Jahr steht die Sonne im Zenit.
Differenzen zwischen den Jahreszeiten sind sehr gering. Tageslänge liegt immer
nahe bei 12 Stunden. Es gibt keine thermischen Jahreszeiten. Nord oder Südhang
ist keine wichtige Differenzierung:
Fläche 202 Millionen km² = 39,8% der Erdoberfläche
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