Öffentliches Konzertwesen
Als
öffentliches Konzert wird eine Veranstaltung bezeichnet in der eine musikalische
Darbietung den Mittelpunkt bildet. So geschieht eine radikale Musikzentrierung,
die Musik ist in diesem Fall absolut.
Entwickelt
hat sich die Form des Konzertes primär im Italien, Deutschland und England des
17. Jahrhunderts, die Anfänge wurden von privaten Konzerten in Adelshäusern
oder als musikalische Begleitung bei gesellschaftlichen Treffen, in Gaststätten
auf Volksfesten oder beim Gottesdienst gebildet.
Langsam
verselbstständigte sich die Musik und es entstanden erste Amateur-Vereinigungen
in welchen oftmals kirchliche Musiker oder Musiklehrer die Mitgliedschaft
bildeten, ein berühmtes Beispiel ist hierzu das Gewandhaus Leipzig.
In der Epoche der Wiener
Klassik entwickelte sich auch das Bild des Komponisten von Haydn als
angestellter Musiker, über Mozart als Übergangszustand bis hin zu Beethoven,
dem ersten freien Künstler.
Auch
das Programm der ersten Konzerte war recht starr, zwar gab es musikalisch viel
Abwechslung denn kein Stück eines Genres konnte neben einem desselben Genres
stehen, doch konnte man oft dieselbe Abfolge auffinden:
Am
Anfang eine Ouvertüre, dann eine Arie, ein reines Instrumentalstück und als
Abschluss ein Vokalstück.
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Instrumente an sich waren zu der Zeit besser geworden. Über die Hälfte der
gespielten Musik stammte von schon toten Künstlern, diese Musik prägte auch den
Begriff klassische Musik, weitere beliebte Veranstaltungen waren
Virtuosenkonzerte von Paganini, Liszt, Chopin, Hummel und Thalheimer oder
Auszüge (Szenen, Arien) aus Opern.
In
dieser Zeit kam es zu der Aufspaltung zwischen instrumentalen
Konzertgesellschaften und Vokalensembles.
Die
Verwaltung entwickelte sich von der Selbstverwaltung durch den/die Musiker über
Manager zu Agenten, welche die Musiker vertraten.
Das
Fazit dieser Entwicklung ist: Das Konzert wird zu einer allgemeinen Form von
Musikrealisierung.
In
der Moderne, die ab 1945 gerechnet wird, gab es viele technische Neuerungen wie
die Luftfahrt und das Fernsehen die dem Konzert durch Informationsverteilung
über große Strecken hinweg den Weg leichter gemacht haben aber auch welche, wie
verschiedene Aufzeichnungsmethoden, mit der öffentlichen Musikveranstaltung
konkurrierten.
Neue Musik wurde geschaffen
und trat in Konflikt mit der Klassik: zwischen 1930 und 1950 entwickelten sich
Jazz und Rock, die die Musikgeschichte bis heute maßgeblich geprägt haben, auch
diese, zuerst ungewohnte Musik tauchte zuerst als Begleitung in Bars und Clubs
auf.
Jazz
fand seinen Durchbruch auf der Bühne, in der Carnegie Hall in New York, als
Benny Goodman dort am ersten Januar 1938 spielte.
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Elvis
Presley glich diese Makel mit theatralischen Elementen aus und machte aus
seinen Auftritten Shows. Zwar weiteten die Beatles das populäre Konzert
erheblich aus, doch war ihre Erscheinung auf der Bühne nicht anders als die im
Club. Erst in den 1970ern benutzen Led Zeppelin Lichteffekte, Rauch, Nebel und
Kostüme welche später elementare Bestandteile des Rockkonzerts wurden.
Das
öffentliche Konzert hat 3 Funktionsebenen. Die erste ist die Umsetzung der
Musik, geschriebene Musik wird realisiert, wird zu Klang, was der eigentliche
Zweck von Musik ist. Doch nur auf den ersten Blick ist es so einfach, denn der Musikprozess
wird erst auf der zweiten Ebene vollendet, wo Musik mit dem Auditorium
wechselwirkt, interpretiert und verstanden wird. Die dritte Ebene ist ganz
praktisch, sie ist ökonomisch und soll den Lebensunterhalt des Künstlers sichern,
was aber vom Publikum abhängt.
Heutzutage gibt es viele
Formen des Konzerts wie klassisch-instrumental, Jazzkonzert, Pop/Rock oder
Openair Festival. Auch wird das Konzert mit Theatralischen Elementen kombiniert
oder aufgezeichnet und als Live-CD verkauft, denn die Konkurrenz zum mp3-Player
ist hoch. Das Konzert droht an Bedeutung zu verlieren doch ist es eine unikale
Möglichkeit Kunst lebendig zu machen, greifbar und erlebbar zu werden.
Deshalb
sollten wir diese Veranstaltung in Ehren halten und ihr ihren besonderen Platz
sichern.
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Quellen:
The new grove dictionary of music and musicians
Musik in Geschichte und Gegenwart
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