NEUESTE ZEIT
Kommunistische Systeme
UdSSR
Die imperialistische Großmacht Russland war gegenüber den
anderen Großmächten im 19. Jahrhundert gesellschaftlich und wirtschaftlich
rückständig. Der Gegensatz zwischen der wachsenden Armut in den Städten und dem
Reichtum und prunk des zaristischen Hofes führte zur Gründung einer
revolutionären Bewegung, die alle Gesellschaftsschichten umfasste. Aus dieser
Bewegung ging am Ende des 19. Jahrhunderts eine sozialdemokratische Partei
hervor, die sich 1903 wegen ihrer Uneinigkeit über die zukünftige
Parteiorganisation in Menschewiki (Minderheitler) und Bolschewiki
(Mehrheiler) spaltete. Führer der Bolschewiken wurde der Rechtsanwalt Wladimir
Iljitsch Uljanow, der den Decknamen Lenin trug. Nach der verheerenden Niederlage
im japanisch-russischen Krieg(Kampf um Korea) verschärfte sich die
innenpolitische Situation im Zarenreich. An einem Sonntag im Jänner 1905 kamen
friedliche Demonstranten zum Zarenpalais und forderten eine demokratische
Volksvertretung, Agrarreformen, die Abschaffung der Zensur und
Religionsfreiheit.
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Der erste Weltkrieg verschlechterte die Lage der russischen
Bevölkerung noch einmal, da hunderttausende Arbeiter und Bauern einberufen
wurden und somit auf dem Felde und in den Fabriken fehlten. Die Kampfmoral der
russischen Armee verfiel zusehends und die Unzufriedenheit wuchs zunehmend. Im
Februar begannen in Petrograd (= umbenannte Hauptstadt) Streiks und Unruhen,
daraufhin dankte der Zar ab und Russland wurde Republik. Aber in der
Arbeiterschaft der Großbetriebe brodelte es und die Bauernmassen wollten eine
grundlegende Bodenreform und die Soldaten and der Front waren kriegsmüde und
wollte heim. Die deutsche Heeresleitung nützte die Situation auf ihre Weise.
Sie transportierte Lenin und seinen engsten Kreis aus seinem schweizer Exil in
einem plombierten Wagon durch Deutschland nach Schweden, von dort gelangte er
ins russische Finnland und übernahm nun die Leitung der revolutionären
Bewegung. Er forderte die Übernahme der Staatsgewalt durch die Räte (Sowjets =
Arbeiterräte), die rasche Beendigung des Krieges und die Verteilung von Grund
und Boden an die Bauern. Der russische Ministerpräsident Kerenski hatte
mit Niederlagen im Krieg und mit den Zarenanhängern zu kämpfen, dass war für
Lenin der richtige Augenblick für einen Putsch gegen die Regierung.In der Nacht
zum 26. Oktober (bei uns 8. November, in Russland galt noch ein anderer Kalender)
wurde das Winterpalais gestürmt, Kalenski flüchtete in den Westen.
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revolutionäre Russland dem deutschen Friedensdiktat von Brest-Litowsk
unterwerfen und verlor im Westen große Gebiete (Finnland, Baltikum, Polen,
Ukraine). Unterdessen errichtete Lenin die Diktatur des Proleariats, die
sich als Diktatur der von Bolschewiken gegründeten Russischen
kommunistischen Partei ausdrückte. Mit Gewalt wurden Großgrundbesitzern,
Fabrikanten, Geschäftsinhaber und Banken enteignet und alle anderen politischen
Parteien aus den Sowjets ausgeschlossen. Jedoch waren die Bauern auch schnell
enttäuscht von dieser Regierung, da die Grundstücke nicht ihnen sondern den
Kreissowjets zugesprochen wurden. Damit beginnt auch der Bürgerkrieg zwischen
der Roten (Truppen Lenins)und der Weißen (adelige Generäle des
Zaren + Kriegsgefangene (=Verbündete der westl. Alliierten)) Armee, der
mit extremer Härte geführt wurde. Ab Oktober 1919 wendete sich das Kriegsglück
langsam zugunsten der Roten Armee unter Trotzki (enger Vertrauter
Lenins, maßgebliche Beteiligung am Putsch).
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wurde die Situation wieder verbessert.
Beim Tode Lenins 1924 zeichneten sich bereits schwere
Machtkämpfe zwischen seinen Erben ab. Lenin hatte Josef Wissirionowitsch
Dschugaschwitli = Stalin (der Stählerne) zum Generalsekretär der Partei
ernannt. Stalin baute seine Macht aus, er besetzte den Parteiapparat mit
willfährigen Leuten und drängte mit ihrer Hilfe seinen gefährlichsten Gegner,
Leo Trotzki, in die Emigration (wurde später in Mexiko im Auftrage
Stalins ermordet).
Ab 1927 war Stalin somit uneingeschränkter Alleinherrscher
in der Sowjetunion. Stalin beendete 1928 die NEP-Periode. Von seinen
Parteigenossen, die 1934 am Parteitag der Sieger als Delegierte teilnahmen
und dort versuchten seine Allmacht zu schmälern wurden 90% in öffentlichen
Schauprozessen (Moskauer Prozesse) zum Tode verteilt, darunter auch der
Großteil der Funktionäre und Minister (= Säuberungen). Es wurden noch
viele weitere Menschen ermordet (ca. 1,5 Mio). Das Ergebnis der Säuberungen
war, dass Stalin nach 1938 wirklich die absolute Macht in der Sowjetunion
innehatte.
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Krieges (=Zweiter Weltkrieg nach russ. Bezeichnung), nachdem Hitler einen
Überraschungsangriff auf die Sowjetunion startete war Stalin auch der
Oberbefehlshaber über die Armee. Ihm gelang es durch den Appell an den
Patriotismus und die allgemeine Wut auf die deutsche Aggression die Bevölkerung
hinter die Partei und sich zu scharen.
1949 bis 1951 kam es erneut zu Säuberungen. Stalin starb
1953. Seine Regierungszeit war von 1924 bis 1953.
China
China war als Siegermacht aus dem Zweiten Weltkrieg
hervorgegangen. Es galt als einer der Großen Fünf und bekam einen ständigen
Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Marschall Tschiang Kai-schek
regierte das volkreichste Land der Erde mit seiner Kuomintang-Partei autoritär.
Das verhinderte nicht, dass die Korruption in Beamtenschaft und Armee nach dem
Krieg immer mehr wuchs, während die Bauern, der Großteil der Bevölkerung,
vergebens auf eine grundlegende Bodenreform warteten.Auf der Konferenz von
Jalta gab man der Sowjetunion die Erlaubnis im Fernen Osten einzufallen, um so
die Japaner schneller zum Aufgeben zu bringen.
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