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Neuzeit - Renaissance und Humanismus .doc

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Human Science
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BG/BRG Knittelfeld
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2005
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Neuzeit

Renaissance und Humanismus

Im 14. und 15. Jahrhundert verlangten neue Entwicklungen der Wirtschaft nach neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Man begann, die aus der Antike überlieferten Quellen neu zu sichten und man schenkte den Ruinen von Tempeln und Palästen, die oft als Steinbrüche verwendet worden waren, Beachtung.

Die Stadtrepublik Florenz, ein Zentrum von Handel und Gewerbe, wurde zum geistigen Zentrum eines neuen Denkens und Lebensgefühls, das die Bezeichnung „Renaissance“(=Wiedergeburt) erhielt.

Unter Humanismus versteht man vor allem die Bestrebungen der Wissenschaftler, an die Schriftsteller und Philosophen der Antike anzuknüpfen, die das Humane (= Veredelung des Menschen durch Bildung) ihrer Meinung nach bereits erreicht hatten.

Neben Florenz wurden auch Rom und Venedig zu Zentren der Renaissance. Die Päpste traten dabei als großzügige Förderer der Kunst und Architektur auf. Gegenüber den Erkenntnissen der Naturwissenschaften war die Kirche aber zurückhaltend. Sie hielt an dem aus dem Altertum überlieferten ptolemäischen Weltbild fest, das (wie auch die Bibel) die Erde im Mittelpunkt des Alls sieht. Nikolaus Kopernikus stellte die Theorie von der Sonne als Mittelpunkt auf (heliozentrisches Weltbild). Johannes Kepler vervollkommnte das kopernikanische System durch seine drei „Kepler`schen Gesetze“.

Trotz dieser Erkenntnisse musste Galileo Galilei 1633 sein Bekenntnis zum Sonnensystem vor der Inquisition widerrufen.

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Der Baseler Arzt Paracelsus sah den menschlichen Organismus als chemisches System und führte neben den Heilpflanzen Mineralien für Heilzwecke ein.

Persönlichkeiten der Renaissance

  • William Shakespeare
  • Miguel de Cervantes („Don Quijote“)
  • Leonardo da Vinci (Universalgenie, „Mona Lisa“)
  • Michaelangelo Buonarroti (Sixtinische Kapelle)

 

Entdeckungen und Ausbeutung

1492 entdeckte Christoph Kolumbus, ein Seemann aus Genua, Amerika. Er wollte Indien auf dem Seeweg nach Westen erreichen. Er konnte die spanische Königin Isabella für seinen Plan gewinnen. Sie freute sich so darüber, dass sie Juden und Mauren aus Spanien vertreiben konnte, dass sie ihn unterstützte, auch wenn sie von seiner Idee nicht überzeugt war.

Der „neue“ Erdteil Amerika wurde nach dem Forschungsreisenden Amerigo Vespucci benannt.

Der Portugiese Magellan umsegelte 1520 die Welt.

Die Portugiesen errichteten Stützpunkte rund um Afrika, in Ostindien und in Brasilien. Das übrige Süd- und Mittelamerika wurde von den Spaniern beansprucht, außerdem die Philippinen.

Der spanische Ritter Hernán Cortés eroberte das Reich der Azteken in Mexiko und zerstörte die auf Inseln in einem See angelegte Hauptstadt Tenochtitlan.

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Die Eroberer plünderten die neuen Kolonien brutal aus. Das vorgefundene Gold wurde nach Spanien gebracht und die Indios mussten als Sklaven in Bergwerken und auf Plantagen arbeiten. Das Land wurde an Weiße verteilt. Auf den Westindischen Inseln waren die Ureinwohner, die die Strapazen der Sklaverei nicht ertrugen, bald ausgerottet.

Mit der Entdeckung und Eroberung Amerikas durch die Europäer begann eine neue Form der Herrschaft von Eroberern über Unterworfene: der Kolonialismus. Die Europäer fühlten sich den „Wilden“ gegenüber überlegen. Das bestärkte sie in der Skrupellosigkeit, mit der die Kolonien als billige Rohstoffquellen, Siedlungsgebiete und Absatzmärkte genutzt wurden.

Reformation

Als in Rom 1506 der Neubau des Petersdoms begonnen wurde, der viel Geld erforderte, schrieb der Papst einen Ablass aus: Für Spenden konnten zeitliche Sündenstrafen erlassen werden. Viele Menschen glaubten man könne sich so den Zutritt zum Himmelreich erkaufen.

Gegen die Auswüchse dieses Ablasshandels wandte sich ein Theologieprofessor aus Wittenberg, Dr. Martin Luther. Er wurde 1483 in Eisleben geboren, war Augustinermönch und hatte sich ins Studium der Heiligen Schrift vertieft. Am 31.Oktober 1517 veröffentlichte er die „95 Thesen“. In dieser Streitschrift forderte er eine Diskussion über Ablass, Buße, Schuld, Strafe und Fegefeuer, was im katholischen Europe ein großes Echo hervorrief. Luther sah in aufrichtiger Reue den einzigen Weg zur Sündenvergebung.

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Luther wurde den Reichstag von Worms (1521) geladen, verweigerte dort aber den Widerruf seiner Artikel. Nachdem die Reichsacht über ihn verhängt worden war, versteckte er sich in der Folge auf der Wartburg und übersetzte das Neue Testament ins Deutsche; dieses Werk trug entscheidend zur Verbreitung der neuhochdeutschen Umgangssprache bei.

Die neue „evangelische“ Lehre fand rasch Verbreitung. 1530 fasste ein Mitarbeiter Luthers die Grundsätze der Evangelischen in einer Bekenntnisschrift zusammen, die von den evangelischen Fürsten dem Reichstag zu Augsburg vorgelegt wurde. Dieses Augsburgische Bekenntnis ist die Grundlage der lutherischen Kirche.

1555 wurde der Augsburger Religionsfriede geschlossen, der es den Fürsten freistellte ihre Konfession zu wählen. Die Untertanen mussten den Glauben ihres Landesherren annehmen oder auswandern („cuius regio, eius religio“).

In der Schweiz entstand durch das Wirken von Ulrich Zwingli und Johann Calvin die reformierte Kirche. Das Helvetische Bekenntnis der reformierten Kirche Zwinglis und Calvins wurde 1648 anerkannt.

In Frankreich wurden die calvinistischen Hugenotten verfolgt und unterdrückt. Den Gipfel erreichte die Verfolgung 1572 in der Bartholomäusnacht, in der tausende Protestanten massakriert wurden.

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Bauernaufstände

 

Die Ursachen für die Bauernaufstände waren verschiedenartig. Der Adel verlor zunehmend an Glaubwürdigkeit und die Einführung des römischen Rechts brachte für die Bauern oft Nachteile. Dazu kam die kirchliche Krise. Die Entstehung der Staatsverwaltung erforderte den Ausbau des Steuersystems.

Im 14. Jahrhundert kam es in England und Flandern zu Bauernunruhen. Im 15. Jahrhundert wurde Frankreich von den Bauernaufständen erfasst.

In Mitteleuropa fielen die Bauernunruhen mit den religiösen Spannungen zusammen. Im Juli 1524 gab es einen Aufstand der sich rasch wie ein Flächenbrand ausweitete. Er richtete sich vor allem gegen die geistlichen Besitzungen und verschiedene besonders verhasste Adelige. Einige Ritter schlossen sich der Sache der Bauern an und wurden ihre Führer (z.B.: Götz von Berlichingen).

Die Forderungen der Bauern wurden in „Zwölf Artikeln“ niedergeschrieben:

  • Recht der Gemeinden den eigenen Pfarrer zu wählen
  • Beibehaltung des Kornzehnten als Abgabe an den Grundherrn, aber Abschaffung des Viehzehnten
  • Recht auf Jagd und Fischfang in der freien Natur
  • keine Auferlegung neuer Dienste und Abgaben

 


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