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Das Lied „Nement frowe disen cranz“ von Walther von der Vogelweide ist in
drei Handschriften überliefert, welche sich nicht nur formal, sondern auch
inhaltlich voneinander unterscheiden. Die Handschriften A und C weisen 5
Strophen in gleicher Reihenfolge mit je 8 Verszeilen auf, bei der Handschrift E
hingegen fehlt die letzte Strophe.
Außerdem gibt es keine Gliederung in
Verszeilen, da jede Strophe ein durchgehender Text ist.
Die Handschrift A wird auch die „Kleine Heidelberger Handschrift“
genannt, die Handschrift C ist unter „Große Heidelberger Handschrift“ oder
Manessische Liederhandschrift bekannt.
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Die Handschrift A weist 5 Strophen mit der fortlaufenden Nummerierung 134
– 138 auf und ist in 8 Verszeilen gegliedert. Zwischen den Strophen sind
Absätze vorhanden.
Bei der Handschrift C sind ebenfalls 5 gleiche Strophen mit 8 Verszeilen
vorhanden; der jeweilige Strophenbeginn ist etwas eingerückt. Auffallend ist
allerdings, dass die Zahlen 280, 281, 282, 388, und 389 die Strophen
nummerieren, was bedeutet, dass es dazwischen anscheinend noch weitere Strophen
des Liedes gibt.
Die „Würzburger Liederhandschrift“- benannt nach dem Entstehungsort-
weist sowohl formal als auch inhaltlich gesehen im Gegensatz zu den anderen
zwei Handschriften Unterschiede auf.
Es sind 4 nur Strophen vorhanden, was bedeutet, dass die letzte Strophe
fehlt. Die Strophen, zwischen denen Absätze gemacht wurden, sind nicht in
Verszeilen gegliedert, sondern jeweils ein durchgehender Text. Dies wird auch
durch Worttrennungen sichtbar, die allerdings nicht besonders gekennzeichnet
werden.
So steht am Zeilenende etwa „tra“ und am Beginn der nächsten Zeile
„get“. Die Strophen sind 7 bis 8 Zeilen lang.
Durch das Fehlen der letzten Strophe bekommt das Gedicht einen etwas anderen
Sinn. Bei den Handschriften A und C hat der Ich- Erzähler Hoffnung, dass sein
Traum in Erfüllung geht und er das Mädchen seines Traumes finden wird, in der
Handschrift E hingegen ist das Lied zu Ende als der Ich- Erzähler aufwacht und
bemerkt, dass alles nur ein Traum war.
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Lachmann/Kuhn: Hier kann man
Einfluss der Handschriften A und C erkennen.
Schweikle: Auch bei Schweikle sind Gemeinsamkeiten
mit A und C festzustellen.
Kasten: Dieser Text kommt der
Handschrift C am Nähesten.
In diesem
Kapitel werde ich sowohl die metrische Transkription der ersten Strophe des
Liedes aufzeigen als auch ihre Unterschiede zu den anderen Strophen behandeln.
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„Nicht weniger
als 21 Waltherlieder sind in achtzeiligen Strophenformen dieses Typus
abgefasst.“[1]
Dieses allgemein
für unecht gehaltene Lied enthält nach Lachmann/Cormeau 8 Verse, 34 Takte und 5
Strophen. Es besteht aus zwei gleich aufgebauten zweizeiligen Stollen
(Aufgesang) mit je drei bzw. sechs Hebungen und einem vierzeiligen Abgesang mit
4 x 4 Hebungen, was bedeutet, dass es eine Kanzonenstrophe ist.
Die
Reimanordnung in den Stollen ist a, b, a, b, was ein Kreuzreim ist. Im Abgesang
kommt die Reimanordnung c, d, d, c vor, welche einen umschließenden Reim und
einen Paarreim beinhaltet.
Allgemein kann
man sagen, dass das Reimschema a, b, a, b, c, d, d, c ein Schweifreim ist.
In der Ausgabe
von Lachmann/Cormeau beginnen sowohl der Auf- als auch der Abgesang mit
Großschreibung. Außerdem sind im ganzen Lied Interpunktionen vorhanden. Es
kommen direkte Reden und viele Elisionen vor, wie zum Beispiel „obe ir“ (I, 7)
oder „schône entspringent“ (II, 6).