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Nahrungsökologie von Stint und Kaulbarsch im Vergleich .doc

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Faculty
Natural Science
Discipline
Biomedical Sciences
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Miscellaneous
University, School
Universität Hamburg
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2008
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Nahrungsökologie der Fische

Einleitung

Arten unterscheiden sich neben der Nischenposition auch in der Nischenbreite. Die Nischenbreite beschreibt die Dimension hinsichtlich der Ressourcen, die von einer Art genutzt werden. Häufig wird die Nahrung als eine Nischenbreite eingesetzt, die Nahrungsbreite.

Die Berechnung der Nahrungsbreite kann mit der Formel von LEVINS (1968) erfolgen:

n

B = 1 / Σ pi 2

i = 1

oder mit dem SHANNON-WEAVER-INDEX:

n

H = - Σ pi log pi

i = 1

Stehen Arten in Konkurrenz, kommt es zur Nischenüberlappung.

Die Berechnung der Nahrungsüberlappung erfolgt nach SCHOENER (1970):

n

Cxy = Σ min (pxi ;pyi)

i = 1

Bei allen Rechnungen ist zu beachten:

pi = anteilige Nutzung des Nahrungstyps i im Verhältnis zu

den anderen Nahrungstypen (Gesamtzahl aller Nahrungstypen

= n).

Die anteilige Nutzung wird immer auf Anteile von 1 bezogen

(keineProzente !).

Die Werte von B können zwischen 1 und n liegen.

B=1, wenn nur ein Nahrungstyp gefressen wird.

B=n, wenn alle gefressenen Nahrungstypen im gleichen Verhältnis aufgenommen werden.

1<B<n, wenn die gefressenen Nahrungstypen in ungleichen Verhältnissen aufgenommen werden.

H kann Werte zwischen 0 (es wird nur eine Ressource genutzt) und log n (es werden alle Ressourcen im gleichen Verhältnis genutzt) annehmen.

 

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Bei dem Untersuchungsgewässer handelt es sich um das Elbe-Ästuar bei Twiehenfleth.

Es wird die Nahrungszusammensetzung der juvenilen Stadien dieser beiden Arten analysiert, um die nahrungsökologischen Parameter Füllungsgrad, Häufigkeit und Frequenz der einzelnen Nahrungskomponenten, Ernährungsbreite und Nahrungsüberlappung der zwei Arten zu ermitteln.

Dabei stellt sich die Fragen, ob auf Grund der Ernährungsökologie eine Konkurrenzsituation der beiden Arten ableitbar ist.

Material und Methoden

Die für die Untersuchung benötigten Fische wurden am 5. Mai 2008 mit Hilfe der Hamenfischerei, bei der von dem im Strom positionierten Schiff links und rechts die Hamen ins Wasser gesenkt werden, für die Untersuchungen gefangen.

Die Fische schwimmen gegen den Strom und werden so mit dem Schwanz voran in die Netze getrieben und sammeln sich in den mehrere Meter langen Netztaschen.

Die Fixierung der Fische erfolgte unmittelbar nach dem Fang in Ethanol.

Bevor die Fische zur Untersuchung des Mageninhalts aufgeschnitten wurden, wurden die Länge in cm und die Masse in g (Gramm) bestimmt. Danach erfolgte das Herauspräparieren, Wiegen und Entleeren des Verdauungstraktes sowie die Einschätzung des Füllungsgrades.

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Ergebnisse

Für die beiden Fischarten wurde jeweils der mittlere Füllungsgrad aller untersuchten Fische ermittelt. Sowohl der Stint als auch der Kaulbarsch haben einen mittleren Füllungsgrad von 1,6 (Tab. 3+4).

Tabelle 1: Häufigkeit und Frequenz der Nahrungsorganismen beim Stint und beim

Kaulbarsch. Die Copepoden und deren Eier machen machen den höchsten Prozent-

satz bei der Häufigkeit und der Frequenz bei beiden Fischarten aus. Phyllopoden,

Garnelen und Mysidaceen sind weniger vertreten. Fischlarven, Amphipoden und

Oligochaeten kommen nur beim Kaulbarsch vor.

 

Stint (Osmerus Eperlamus)

Kaulbarsch (Gymnocephalus cernuus)

 

Häufigkeit Hi

Frequenz Fi

Häufigkeit Hi

Frequenz Fi

 

in %

in %

In %

in %

Copepoden

5,65

100

12,97

100

Copepodeneier

94,33

33,33

86,69

45,45

Phyllopoden

0,0078

22,22

0,06

18,18

Garnelen

0,0078

11,11

0,01

9,09

Mysidaceen

0,0078

11,11

0,01

9,09

Fischlarven

0

0

0,047

18,18

Amphipoda

0

0

0,03

18,18

Oligochaeta

0

0

0,17

9,09

Die im Magen des juvenilen Stintes überwiegend vorhandene Nahrung macht die Unterklasse der Ruderfußkrebse (Copepoda) mit einer Häufigkeit von 94,3% und deren Eier aus. Die Frequenz der Copepoden beträgt 100%, was bedeutet, dass sie in allen untersuchten Fischmägen identifiziert wurden.

Weit weniger vertreten sind die Phyllopoden und die zur Klasse der Malacostraca gehörenden Garnelen (Crangon Crangon) und Mysidaceen (Tab.1).

Beim Kaulbarsch ist eindeutig zu erkennen, dass auch hier die Copepoden und ihre Eier in den Mägen dominieren. Allerdings gehören des weiteren zu seinem Nahrungsspektrum, wenn auch nur zu geringen Anteilen, Fischlarven, Amphipoden und Oligochaeten.

 

 

Tab. 2: Werte für die Nahrungsbreite für Stint und Kaul-

barsch nach Levins (BL) und dem Shannon-Weaver-Index

(HS).

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Nahrungsbreite BL

Nahrungsbreite HS

Stint

1,13

1,29

Kaulbarsch

1,27

0,48

Die Berechnung der Nahrungsbreite nach SCHOENER ergab für den Stint einen Wert von B=1,13. Ist 1<B<n, so wie es hier der Fall ist, bedeutet, dass die verschiedenen Nahrungstypen in ungleichen Verhältnissen aufgenommen wurden (Tab.2).

Für den Kaulbarsch wurde für die Nahrungsbreite ein Wert von B= 1,29. Auch hier ist das Verhältnis von 1<B<n deutlich, woraus man eine Aufnahme der Nahrungstypen im ungleichen Verhältnis schließen kann (Tab.2).

Für die Berechnung der Nahrungsbreite nach dem Shannon-Weaver-Index ergab sich für den Stint ein Wert H = 1,27 und für den Kaulbarsch ein Wert H = 0,48 (Tab.2).

Die Berechnung der Nahrungsüberlappung ergab einen Wert von Cxy = 1,2.

Diskussion

Die Werte der Nahrungsbreite B bei Stint und Kaulbarsch unterscheiden sich nicht signifikant. Bei einer größeren Differenz der Werte hätte daraus gedeutet werden können, dass der Stint z.B. eher ein Nahrungsspezialist und der Kaulbarsch eher ein Nahrungsgeneralist ist.

Bei der Berechnung der Nahrungsbreite mit dem Shannon-Weaver-Index erscheint der Wert H = 0,48 für den Kaulbarsch realistisch, da er zwischen 0 und log n liegt. Ein Wert von H = 0 würde bedeuten, dass nur eine Ressource genutzt wid, ein Wert von H = log n, dass alle Ressourcen im gleichen Verhältnis genutzt werden.

H = 0,48 kann man demnach so interpretieren, dass mehr als nur eine Ressource genutzt wird, jedoch nicht im gleichen Verhältnis.

 

Beide Berechnungen berücksichtigen die (un-)gleichmäßige Verteilung der Nahrungskomponenten.

 

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Auf Grund der teilweise sehr geringen Anzahl einiger Nahrungstypen wie die Garnelen, Oligochaeta und Amphipoda kann es auch hier möglich sein, dass sie passiv mit der Nahrung aufgenommen wurden und normalerweise nicht zu der bevorzugten Nahrung der Stinte bzw. Kaulbarsche gehören.

Die Nischenüberlappung Cxy = 1,2 hat bei den Untersuchungen der beiden Arten wenig Aussagekraft. Zwar werden die Nahrungskomponenten des Stintes den Ergebnissen nach zu 100% auch von dem Kaulbarsch genutzt, jedoch zeigt dies nicht, ob die beiden Arten in um genau diese Nahrungsquellen konkurrieren müssen.

Der Kaulbarsch macht in dem Gebiet des Elbe-Ästuars nur einen geringen Anteil von 1% aller dort lebenden Arten aus, der Stint hingegen macht mit 70% den größten Prozentsatz aus.

Die Untersuchungen fanden in mehreren Gruppen statt, was eine Betrachtung der individuellen Variabilität bezüglich der Nahrungsselektion nicht zulässt.

Auf Grund dessen konnte die Bestimmung der Nahrungstypen nicht konsequent verfolgt werden.

Die Copepodeneier hätten alternativ mit den Copepoden als ein Nahrungstyp zusammengefasst werden können. Andererseits wäre es auch möglich gewesen, die Copepodeneier in der Statistik komplett auszulassen, wenn man davon ausginge, dass diese passiv mit aufgenommen wurden.

 

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Quellen

Nahrungsökologie – Präsentation

Nentwig, Bacher, Beierkuhnlein, Brandl, Grabherr, Ökologie, 1. Aufl. 2004, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg Berlin

Laude, Uwe, Verteilung und Ernährung larvaler und juveniler Stadien von Plötze (Rutilus rutilus (L.)) und Barsch (Perca fluviatilis L.) im Biomanipulationsexperiment Feldberger Haussee (Mecklenburg-Vorpommern), Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades doctor rerum naturalium (Dr. rer. nat.) an der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften der Technischen Universität Dresden (2002).

Anhang: Tabelle 3+4, erstellt im Kurs Ökologisches Praktikum vom 20.05.08.


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