Das Verlangen nach neuer Klangfarbe ist
unweigerlich mit der Suche nach Instrumenten, welche die gewünschten
klanglichen Effekte äußern können, verbunden.
Der Wunsch nach differenzierterer
Dynamik in der Klassik erlaubte dem Pianoforte ein Übersteigen der Grenzen der
Generalbassbegleitung. Nach der Ablösung des Cembalos wurde das Pianoforte zum
wichtigsten Fundamentalinstrument.
Einen ersten Höhepunkt erfuhr es
bereits im Barock dank den Klaviersuiten von J. S. Bach und G. F. Händel; die
endgültige Emanzipation findet jedoch während der Wiener Klassik statt. Nicht
nur W. A. Mozart und Ludwig v. Beethoven, ebenso die Sohne J. S. Bachs trugen dazu
bei.
Die durch individuelles
Schaffen angestrebte Klangdiversität im Orchester der Klassik ermöglicht den
Einbezug von neuartigen Instrumenten wie der Klarinette und dem Fagott sowie
die Etablierung ihrer Bläsergruppen im orchestralen Gesamtbild.
Die Familie Bach – Das
musikalische Opfer
Einer der bekanntesten
Komponisten des Barock ist wohl Johann Sebastian Bach. Sein musikalisches
Schaffen war prägend und wegbereitend im Hinblick auf folgende Musikepochen und
ihrer Künstler.
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Schaffen gebunden. Die Entwicklung der Musik schien ihm unsittlich, folglich
fand er keinerlei Gefallen an den Grundzügen der gerade aufstrebenden
klassischen Musik. Anders sein Sohn, der als junger Komponist in der Klassik
den Nährboden für seine Musik fand.
Der Legende nach begab
es sich in den letzten Schaffensjahren J. S. Bachs am Hofe von Friedrich dem
Großen, dass man ihn um eine spontane Fuge über ein vorgegebenes Thema bat. Das
entstandene Werk nennt sich heute auch „Musikalisches Opfer“ und vereint alte
Form und Voraussicht in ein neues musikalisches Zeitalter. Es ist eine Sammlung
verschiedener kontrapunktischer Sätze bezüglich des gegebenen Themas. Jenes
wurde wie folgt notiert:

Das Thema ist zunächst durch einen
Dreiklang in der Tonika c-Moll, der Sexte und der absteigenden verminderten
Septime „rein“ barock. Die darauf folgende Chromatik schließe jedoch jegliche
Form einer Engführung aus und erhöht zudem die Schwierigkeit der
Kontrapunktbildung.
Sowohl das Kompositionsprinzip des
Fugato, als auch die Lehre des Kontrapunktes sind dem Barock zuzuordnen. Die
melodisch-thematische Arbeit weist jedoch bei genauerer Betrachtung auf
musikalische Trends der Klassik hin.
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Wie bereits festgestellt spannt dieses
Werk einen musikalisch theoretischen Bogen vom Barock zur Klassik. J. S. Bach,
der ein wichtiger Komponist des Barock und Traditionalist was den
schöpferischen Stil anbetrifft ist, deutet durch Verwendung alter Form auf
neuartiges musikalisches Denken, welches im Verlauf der musikgeschichtlichen
Entwicklung zwischen der barocken und der klassischen Epoche erweckt wird.
Nachwort
Die Epoche der Klassik „übernimmt
ein umfangreiches Erbe an Stilformen, Ausdrucksmitteln, Gattungen, Zwecken und
Techniken, das sie „fertig“ vorfindet. Sie bewahrt das eine Stück aus diesem
Erbe treu und pflegt es als verehrungswürdiges Altertum. Ein anderes lässt sie
allmählich verfallen. Noch andere bildet sie in ihrem Sinne um. Entsprechend
vererbt die absterbende Epoche“ des Barock„, was sie geschaffen hat, und
überlässt dem veränderten Geist“ des neuen Zeitalters der Klassik„, was
sie aus dem Erbe machen wird.“
Dieses Erbe ist nicht ausschließlich
eine neue musikalische Mentalität, sondern vielmehr der Steigbügel, der jenes
neuartige Musikverständnis zu ermöglichen vermag. Die neue Musik der Klassik
steigt über die barocke hinweg, indem sie sich der Vorarbeit bedient. Formen
werden aufgelöst, der Musik einen nunmehr weltlichen Schwerpunkt gegeben und
die Musikalische Idee neu strukturiert.
„Spätestens seit dem 17. Jh. ist Kunst
weniger an vorgegebenen Idealen orientiert, sondern interessiert sich für das
Neue.“
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Quellen
Literatur:
Die Musik
in Geschichte und Gegenwart, Bände 1, 4, 7, 10, 12; dtv
Massimo
Mila, „Breve Storia della Musica”; Einaudi
Herbert
Baumann, „Die musikalischen Epochen im Überblick“
Otto
Schumann, „Handbuch der Klaviermusik“; Heinrichshofen`s Verlag
Charles
Sanford Terry, „J. S. Bach – eine Lebensgeschichte”; it 802
G. F.
Händel, Sonaten für Violine und Pianoforte
J. S. Bach,
drei Partiten und drei Sonaten für Violine solo
BWV 1001-1006
J. S. Bach,
Musikalisches Opfer BWV 1097
Corelli,
Concerto grosso Opus 6 Nr.2, F-Dur
Telemann,
sechs kanonische Sonaten für zwei Violinen
Haydn,
Sinfonie Nr. 27
Film:
Dominique
de Rivaz, „Mein Name ist Bach“
Milos
Forman, „Amadeus“
Grafik:
Formschema
klass. Solokonzert: Matteo Compagna
Thema
„Musikalisches Opfer“: J. S. Bach, Musikalisches Opfer BWV 1097
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