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Musik im Wandel der Zeit, Barock - Klassik .doc

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Engelsburg Gymnasium Kassel
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2008
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Musik im Wandel der Zeit

Vom Barock zur Frühklassik

Vorwort...................................................3

Der Barock................................................3

Die Vorklassik............................................5

Die Wiener Klassik........................................7

Opern in Barock und Klassik...................................8

Sonate – Sinfonie..............................................9

Das Konzert..................................................11

Der technische Fortschritt

und die instrumentale Emanzipation...........................12

Die Familie Bach –

Das musikalische Opfer......................................13

Nachwort................................................14

Quellen....................................................15

„Die Einheit einer jeden stilgeschichtlichen Epoche ist relativ. Eine jede übernimmt ein umfangreiches Erbe an Stilformen, Ausdrucksmitteln, Gattungen, Zwecken und Techniken, das sie „fertig“ vorfindet.

Sie bewahrt das eine Stück aus diesem Erbe treu und pflegt es als verehrungswürdiges Altertum. Ein anderes lässt sie allmählich verfallen. Noch andere bildet sie in ihrem Sinne um. Entsprechend vererbt eine absterbende Epoche an die nächste, was sie geschaffen hat, und überlässt dem veränderten Geist eines neuen Zeitalters, was er aus dem Erbe machen wird.“

Friedrich Blume

Vorwort

 

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Der Umbruch von der einen zur anderen Epoche ist jedoch meist fließend und unterliegt zum einen dem Zeitgeist der Gesellschaft zum anderen dem Entwicklungs-Prozess des Schaffens der betroffenen Künstler.

Jener Entwicklungsprozess folgt nicht dem Ziel in eine neue Epoche zu wechseln, sondern dient in erster Linie dem Wandel und dem Fortschritt der Musik als solcher. Die neue Epoche ist Folge dessen und wird erst von den Nachkommen bestimmt.

So Wusste man zum Beispiel 1630 nicht, dass in 120 Jahren die Klassik kommen würde, vielmehr wusste man 1800, dass man den Barock überwunden hatte.

Im Folgenden geht es um genau diese Umbruchssituation zwischen der barocken und der klassischen Epoche. Im Vordergrund stehen dabei die prägenden Veränderungen der musikalischen Stilmerkmale und der kompositorischen Formen im Bezug auf grundlegende Wandel in Gesellschaft und Historie.

Der Barock

(ca. 1600 – 1750)

„Definitionsgemäß handelt es sich [..] vordergründig um eine Frage des Stils“

F. Blume

Der Begriff „barock“ beschreibt in musikalischem Kontext weniger die geschichtliche Epoche, sondern bestimmte Eigenarten eines Komponisten, eines Werks oder eines Interpreten. Dieser bedient sich der „barocken“ Stilformen um eigenes Schaffen an die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts anzulehnen.

Hierbei geht es jedoch um die Zeit, die durch jene „barocken“ Stilformen geprägt wurde.

 

 

Das Wort „Barock“ stammt ursprünglich aus dem portugiesischen (baroco), mit welchem eine verformte, unregelmäßige Perle bezeichnet wurde.

 

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Die barocke Epoche ist die Epoche der Reformation sowie des Absolutismus, insofern sind der Adel und die Kirche maßgebliche Unterstützer der damaligen Künstler. Besonders die katholische Kirche verwendete die barocke Musik mit ihrer Prachtentfaltung als Mittel zur Gegenreformation.

Hierbei galt es den Gläubigen mit höchstem Maße an Prunk und Glanz, was Assoziationen an ein Paradies in Gottes Anwesenheit wecken sollte, zu locken. Alle Künste (Musik, Dichtung, Malerei, Architektur sowie Gartengestaltung) sollten eine betörende Einheit bilden, die den „Betroffenen“ bei allen Sinnen berührt.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist zur Zeit des Barocks weit verbreitete. Jene wird durch Pest und Cholera sowie durch die Randerscheinungen des Dreißigjährigen Krieges hervorgerufen. Die Erfahrung des Todes wird somit auch Inhalt der Musik; Kantaten von J.

S. Bach vertonen: „Ach, schlage doch bald, selge Stunde, den allerletzten Glocken-schlag [..]“ (aus Kantate Nr. 95). Der ruhe- und friedebringende Tod wird ersehnt, um irdische Leiden überwinden zu können und in Gottes Reich einkehren zu dürfen.

„Das Wissen um die Vergänglichkeit alles Irdischen führt zur Einstellung, das irdische Dasein mit allen Sinnen zu genießen.“

N. Heukäufer

 

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Um jene Vollkommenheit erreichen zu können, bedarf es klarer Linien und Strukturen, die das Schaffen des Komponisten sowie des Interpreten lenken. So sind in barocker Musik folgende Struktur- und Formelemente zu finden:

Das Dur-/Moll-System bildet das funktionale System, der Generalbass (ital. basso continuo, abgekürtzt b.c.) dient dem harmonischen Fundament des musikalischen Werkes und das Taktsystem mit rhythmisch-metrischer Bedeutung als Gerüst.

Darüber hinaus bedient sich die Musik im Barock vieler Symboliken, die in die Musik eingebettet sind. Diese sind in Formen- und Affektenlehre festgelegt. Erstere teilt manchen formalen Elementen entsprechende Symboliken zu.

Das Vorzeichen „#“ stand beispielsweise für das Kreuz Jesu Christi und somit für Erlösung, sowohl der Kanon als auch die Fuge als Kompositionsprinzipien vermittelten die Verfolgung (Zweiter Stimmeinsatz verfolgt Ersten; Comes verfolgt Dux).

Ein aufwärts gerichteter Melodieverlauf deutet auf den Himmel, ein abwärts gerichteter auf die Hölle.

Zweitere, die Affektenlehre, verbindet musikalische Faktoren mit bestimmten Empfindungen. So empfand man bei Dur-Harmonien, hohen Lagen, sowie schnellen Passagen Freude, bei Moll-Harmonien, tiefen Lagen oder Langsamen Teilen Leid oder Tauer.

 

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Herbert Baumann

Die Vorklassik

(1730 – 1770)

Zwischen den Jahren 1720 und 1760 kommt es zu einem Umbruch: die Zeit des Barock geht langsam zu Neige und es zeichnet sich ein neues Bewusstsein im musikalischen Schaffen ab. Dieser „Übergangsstil“ zwischen dem Barock und der Klassik (Wiener Klassik) wir als Vorklassik bezeichnet.

Dieser ist nicht als Zustand, sondern als Entwicklung zu betrachten, die den Spätbarock zur Wiener Klassik führt.

Dank der um 1750 stattfindenden Aufklärung veränderte sich das Menschenbild abermals: der Mensch strebte nun nicht mehr nach übernatürlicher, transzendenter Vollkommenheit, sondern vielmehr nach persönlichem Glück und Wohlbefinden, welches von gesellschaftlicher und individueller Freiheit hervorgerufen worden wäre.

Dieser Wunsch nach Freiheit spiegelt sich ebenso in der vorklassischen Musik wider. Barocke Formen werden mit der Zeit als veraltet und unbrauchbar angesehen und von neuen, innovativen Stilformen abgelöst.

Der Künstler muss sich, um jenes, von individueller Freiheit geprägtes Glück erreichen zu können, neuer Stilformen bedienen, die konträr zu den barocken wirken.


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