Lange zeit wurde eine Buchbinderei und sogar eine
Buchdruckerei betrieben. Die Buchbinderei beendete 1987 ihre Tätigkeit
endgültig. Die Werkstätte ist allerdings noch ganz erhalten und könnte sogar
genutzt werden.
Um 1500 war der gotische Innenausbau der Basilika
abgeschlossen, gegen Ende des 16. Jhdts. Begann man einen Umbau des Stiftes im
Stil der Renaissance.
1782 wurde das Kloster unter Joseph II. aufgehoben. Sowohl
die Bestände der Bibliothek als auch das umfangreiche Archiv gingen mit der
Auflösung in staatlichen Besitz über und gehören heute zum kostbaren Bestand
der Universitätsbibliothek in Graz und des Steiermärkischen Landesarchivs.
Einer Initiative Erzherzogs Johann ist es zu verdanken, dass
die Radmeister- Communität Vordernberg die „Stiftsherrschaft“ Seckau erwarb und
Kaiser Franz II. das Habsburger Mausoleum restaurieren ließ.
Seckau unter den Beuroner Benediktinern
Als der Konvent des benediktinischen Mönchstums in Beuron
auf das ehemalige Chorherrenstift Seckau aufmerksam wurde, kaufte man die
Herrschaft Seckau der Vordernberger Radmeister- Communität ab und ging sofort
daran, das sehr stark verfallene Kloster wieder aufzubauen.
Immer wieder waren Restaurierungsarbeiten nötig.
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Auch nach der Aufhebung der Abtei durch das
nationalsozialistische Regime (1940-1945) waren wieder umfangreiche
Restaurierungs- und Umbauarbeiten nötig.
Im Juni 2000 wurde Dr. Johannes Gartner aus dem
Benediktinerstift Seitenstätten zum Abt von Seckau gewählt.
STÄDTE: HANDWERKER, HANDEL
Seit den Kreuzzügen gelangten Luxusgüter oft auf
abenteuerlichen Wegen aus dem Orient, manche aus dem Fernen Osten nach Europa.
Schon in der Antike wurde die „Seidenstraße“ benutzt. Allerdings war der Weg so
lang und der Handel ging über viele Zwischenstationen.
Am Ende der Kreuzzüge kontrollierten die Mongolen und
Osmanen die Handelsrouten, daher wurde wegen hoher Zölle der Luxusgüterimport
(Seide, Teppiche, Gewürze) immer teurer. Man sah sich nach neuen Wegen um.
HÄNDLER brachten die Waren in Städte mit
verkehrsgünstiger Lage und räumlichen Voraussetzungen (Lagerhäuser,
Marktplätze). (weiteres siehe unter Gilden)
HANDWERKER schlossen sich zu Bruderschaften zusammen,
die man ZÜNFTE nennt. Eigene Sitten und Gebräuche, ein eigener
Schutzpatron und ein für die Mitglieder organisiertes und finanziell getragenes
Netz kennzeichneten diese Zusammenschlüsse.
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Die Zunftordnungen waren in den Zunftbriefen niedergelegt.
Die Handwerker lebten in eigenen Vierteln. Nach ihnen waren
Gassen und Plätze bezeichnet und eigene Zunftzeichen zeigten die Art der
Handwerksbetriebe an.
Die Arbeitszeit betrug im Winter 10 bis 12 Stunden, im
Sommer gelegentlich bis zu 14 Stunden. Urlaub im heutigen Sinne war unbekannt.
Wenn das eingenommene Geld zum Leben ausreichte, wurde die Arbeit unterbrochen
(auch für Tage oder Wochen).
HANSE UND ANDERE GILDEN
Innerhalb der städtischen Gesellschaft schlossen sich die
Kaufleute zu GILDEN und die Handwerker zu Zünften zusammen (die Bergleute in
Österreich schlossen sich zu ZECHEN zusammen).
Die ZÜNFTE kontrollierten die Qualität der Waren,
setzten Preise und Löhne fest und bestimmten die zahl der Meister.
Wirtschaftliches Ziel war die Deckung des Bedarfs und nicht das Erreichen eines
möglichst hohen Gewinns.
Die Zünfte waren auch Gemeinschaften, die das soziale Leben
ihrer Mitglieder wesentlich bestimmten (Hilfe bei Not, Sittenkontrolle,
Geselligkeit).
Um die Risiken des Fernhandels gering zu halten, schlossen
sich Städte, deren Kaufleute weit reichende Handelsinteressen hatten, zu Bünden
zusammen. Wichtigster Städtebund war die HANSE.
Die norddeutschen Hanse- Städte Hamburg, Lübeck und
Bremen wussten ihren Einfluss und ihre wirtschaftliche Macht stets zu
verteidigen.
Die Gilden:
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Ortsansässige Krämer waren ähnlich organisiert. Sie waren in
Berufszweige eingeteilt. So gab es die Gilden der Ledermänner, Mehlmänner,
Seidenkrämer,...
Die Gilden nahmen Waren- und Preiskontrollen vor und
verfügten Auflagen über den Verkauf. Wer sie verletzte, musste mit harten
Strafen (Geldbußen bis Ausschuss) rechnen. Fremde Händler durften ihre waren
nur außerhalb der „Bannmeile“ verkaufen. Kaufmannswitwen wurden finanziell
versorgt.
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