DAS MITTELALTER
= 1000 Jahre lang:
Ende 5. Jhdt. (Zusammenbruch des Imperium Romanum) Ende15.
Jhdt. (Entdeckung Amerikas)
DAS FRÜHMITTELALTER (ab dem 5. Jhdt)
ist geistig geprägt von der weitgehenden Christianisierung
des Abendlandes und politisch von den reichen der Merowinger und Franken.
DAS HOCHMITTELALTER (vom 10. bis 13. Jhdt)
umfasst die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer; ein
erstarkendes Papsttum bestimmt Europas Geschicke.
DAS SPÄTMITTELALTER
ist gekennzeichnet vom Aufstieg der Städte und des
Bürgertums, blühendem Handel und Schwächung von Kaiser- und Papsttum zu Gunsten
mächtiger Landesherren. Habsburger, Luxemburger und Wittelsbacher machen große
Politik.
DIE
VÖLKERWANDERUNG
Beginn und Ursachen der Völkerwanderung waren
Landnot, klimatische Bedingungen und vor allem der Druck von außen (u.a. durch
Hunnen). Sie begann um 375 n. Chr. durch die Hunneninvasion.
Die Hunnen (asiatisches Reiter- und
Viehzüchtervolk) lebte in den Steppen der heutigen Mongolei.
375 griffen sie das ostgotische Reich an und lösten damit
die Völkerwanderung aus.
451 erfolgte der Angriff auf Gallien unter Attila,
allerdings erlitten sie dabei eine große Niederlage.
Attila erlangte 434 die Macht über das Hunnenreich, welches
zerfällt, als er 453 stirbt.
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490 wurde Odoaker vom Ostgotenkönig Theoderich in der
Schlacht bei Adda (Italien) geschlagen. Daraufhin zog sich Odoaker nach Ravenna
zurück und öffnete nach 2½- jähriger Belagerung (= Rabenschlacht) die Tore und
wurde somit 493 von Theoderich ermordet.
Die Ostgoten konnten mit Theoderich dem
Großen (456-526) das weströmische Reich von Odoaker erobern. Danach war er
Stellvertreter des oströmischen Kaisers Zenon und er wurde als König der
Ostgoten anerkannt. Es gelang seiner Regierungskunst Italien eine Zeit des
Friedens zu geben.
Theoderich starb in Ravenna; seine Tochter übernahm noch
unmündig die Regentschaft.
Die Westgoten waren zu Beginn südlich
der Donau angesiedelt. Theodosius I. gab ihnen Siedlungsgebiet in Mösien.
395 verließen die Westgoten unter Alarich I. das Gebiet und
zogen nach Griechenland, dann nach Italien, wo sie Rom einnahmen (410). Im
selben Jahr starb Alarich I..
König Alarich II. wurde 507 vom Frankenkönig Chlodwig I.
besiegt und getötet. Der Schwiegervater von Alarich II., Theoderich der Große,
König der Ostgoten, kam ihm zu Hilfe. Darum blieb den Ostgoten ein kleines
Gebiet im heutigen Spanien erhalten.
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Im 5. Jhdt. überfielen sie trotz des Bündnisses Gallien,
übernahmen die Führung der fränkischen Stämme und gründeten das Frankenreich.
Chlodwig (466-511) vereinte die Frankenstämme und war der
erste christliche Großkönig der Franken. 507 besiegte er die Westgoten. Nach
seinem Tod wurde das Reich (= Merowingerreich) unter seinen 4 (oder 3?) Söhnen
aufgeteilt.
Später, als das weströmische Reich mehr und mehr verfiel,
weiteten die Franken ihren Herrschaftsbereich weiter aus.
Die Vandalen erreichten 409 Spanien.
429 setzte Geiserich nach Afrika über, eroberte Hippo und
Karthago und gründete das erste unabhängige Vandalen- und Germanenreich auf
römischen Boden.
455 plünderten sie Rom, 534 wurde das Vandalenreich
zerstört.
Die Langobarden waren ein germanisches
Volk, das aus Südschweden in Gebiete des baltischen Meeres wanderte. Im 5.
Jhdt. Beherrschten sie den Donauraum. Der oströmische Kaiser gab ihnen
ehemalige ostgotische Gebiete, um sie als Bündnispartner zu gewinnen.
568 eroberten sie Oberitalien.
Schließlich eroberten die Franken unter Karl dem Großen das
Langobardenreich.
Die Angeln besiedelten vom europäischen
Festland aus England.
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Die Jüten waren in Jütland (zentrales
Dänemark) ansässig und eroberten mit den Angeln und Sachsen große Teile
Englands.
→ Angeln, Sachsen und Jüten werden auch als Angelsachsen
bezeichnet!
Die Sachsen entstanden durch die
Völkerwanderung im heutigen Schleswig-Holstein und breiteten sich nach Süden
aus. Sie waren an der angelsächsischen Landnahme von England beteiligt. Da ein
Missionsversuch im 7. Jhdt. scheiterte, zog Karl der Große gegen die Sachsen in
den Krieg und zwang sie zur Taufe.
802 wurden die Sachsen vollständig unterworfen und als
Herzogtum ins Frankenreich integriert.
919 wurde der sächsische Herzog Heinrich fränkischer König
und begann als Heinrich I. die ca. 100-jährige Herrschaft der sächsischen
Ottonen.
DAS FRANKENREICH
Zwischen dem 3. und dem 6. Jhdt. hatte der germanische Stamm
der Franken vom Rheinland her Gallien erobert. Die ursprünglich heidnischen
Krieger erweiterten unter ihrem Heerkönig MEROWECH ihr Herrschaftsgebiet
beständig; aber erst CHLODWIG gelang es durch List, Mord und Verrat, als
alleiniger Herrscher an die Macht zu kommen.
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Die Einheit des Frankenreiches litt unter den
Gebietsansprüchen der Königssöhne, die nach fränkischem Recht alle
erbberechtigt waren. So war im 7. Jhdt. die eigentliche Macht mehr und mehr in
die Hand der Reichsverwalter (Hausmeier genannt) übergegangen. Der
Bedeutendste von ihnen, Karl Martell, besiegte 732 bei Tours und Poitiers die
eindringenden Araber.
DIE PIPPINSCHE SCHENKUNG
Die Hausmeier regierten im Namen der Könige aus Merowechs
Geschlecht. So auch PIPPIN, der Sohn Karl Martells. Um seine Herrschaft
zu legitimieren, fragte er den Papst, wer sich rechtmäßig König nennen dürfe,
der, welcher den Titel trug, oder der, der die Macht besaß. Des Papstes Antwort
war eindeutig: Die göttliche Weltordnung verlange, dass der die Krone trage,
der die Macht besitze.
Daraufhin ließ sich Pippin 751 zum König wählen. CHILDERICH
III., der letzte König der Merowinger, wurde abgesetzt und ins Kloster
geschickt → Ende der Herrschaft der Hausmeier.
Ein päpstlicher Gesandter salbte Pippin zum König und
verlieh dadurch dem Königtum sakrale Würde. Fortan führten die Herrscher zu
ihrem Titel immer die Floskel ...von Gottes Gnaden erwählt.
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