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Mitschriften Evolutions-Ringvorlesung .doc

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Faculty
Natural Science
Discipline
Biomedical Sciences
Document category
Summary
University, School
Universität Tübingen
Additional information
2010
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Biomedical Sciences

Begrünung: Die Erde am Acker halten
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Evolutions-Ringvorlesung Vorbereitung

1. Ursachen und Mechanismen der Mikroevolution

Was ist Leben?

Wachstum und Fortpflanzung mit Vererbung

+ Energie-, Stoff- und Informationsaustausch

+ Reaktion auf Veränderungen der Umwelt

+ Individuen mit beschränkter Lebensdauer

_________

= L e b e w e s e n

= Alle Voraussetzungen für Evolution

Vererbbare Variation

+ Variation in Fitness

+ Selektion

=Evolution

zufällige Selektion = Änderung ohne Anpassung

z.B. Meiose - Zufall

→ genetischer Drift,

·         Flaschenhalseffekt

·         Siedlereffekt

nichtzufällige Selektion =adaptive Evolution, Änderungen mit Anpassungen

Selektion wirkt gerichtet oder stabilisierend:

Relative Stabilität der meisten Merkmale

Viele Gene wenig variabel

Instabilität nur selten

Dann aber fortwährende Änderung

Genome: (konservativ + progressiv)

Beispiele für ständige Änderung

Immunsystem

Prostataproteine

Evolution:

·         Schrittweiser Fortschritt – Bild des Bergsuchers

·         ständige Wiederholungen von Variation und Selektionserfolgen

·         fortwährende Koevolution: Parasit – Wirt, Räuber – Beute

·         Umwelt (= Selektion) räumlich variabel

Individuum kontrolliert seine Umwelt

Wählt optimale Nische

Klima, Biotop, Ernährung, Schutz

Erschafft eigene Nische

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„survival of the fittest“ = Überlieferung des Codes des erfolgreichsten Vervielfältigers

Wie Aufrechterhaltung der Variation?

1.      Vorteil des Seltenen

·         negative Häufigkeitsabhängige Selektion

     seltene Eigenschaften Überraschen Freund wie Feind

     häufigste Form wird am häufigsten gefressen, Jäger passt sich darauf an

2. Trade-offs

·         negative Rückkopplung

     Eigenschaften kommen nicht allein: groß = langsam

2. Phylogenie (Phylogenetische Systematik: Kladistik)

Baum des Lebens: ein Netzwerk

·         lateraler Gentransfer

·         Ähnlichkeit durch Konvergenz erschwert erfassen der Zusammenhänge

·         stille Substitutionen erschweren zusätzlich

·         Homologie

Kriterien:

1. Lage im Organismus: oft an entsprechenden Stellen im Gefügesystem des Organismus, auch wenn Morphologie verändert

2.Kriterium der Kontinuität: homologe Strukturen über Zwischenformen miteinander verbunden

3. Kriterium der spezifischen Qualität: Übereinstimmung in spezifischen Sondercharakteren (Komplexität der Struktur)

 

heute: über Bioinformatische Methoden, weniger Homologien

 

Phylogenetische Rekonstruktions Prinzipien

Maximum Parsimony (Prinzip der Maximalen Sparsamkeit)

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Orientierung nur an Informationsgehalt der Daten

Problem: 2 Sequenzen werden im Mittel (da nur 4 Nukleotide) immer eine 25% Gemeinsamkeit aufweisen..


Genetische Distanz

Maximum Likelihood (Maximale bedingte Wahrscheinlichkeit)

→Schätzverfahren, nach der die Verteilung am plausibelsten erscheint

wichtigster und strittigster Punkt: Wahl eines geeigneten Evolutionsmodells

3. Synthese von Populationsgenetik, Entwicklungsbiologie und Ökologie

Basis: 3 Naturbeobachtungen

1.      Tiere und Pflanzen zeigen biologische Variablität.

2.      Individuelle Variabilität ist zu einem gewissen Grad vererbbar.

3.      Tiere und Pflanzen zeigen Überproduktion, bei gleichbleibender Populationsgröße.

Evolution erfolgt durch natürliche Selektion (allerdings gibt es mehrere Evolutionstheorien bei Darwin) und ist die kumulative Veränderung der vererbbaren Eigenschaften von Organismen über die Generationsfolge.

Schlussfolgerung:

1.      Kumulative Veränderung der vererbbaren Eigenschaften. - Selektionstheorie (natürliche Auslese) Evolutionäre Genetik, Populationsgenetik

2.      Gemeinsame Abstammung (historische Verwandtschaft aller Lebewesen)

3.      Gradualismus (Modifikation führt zu neuen Strukturen) Vergleichende Morphologie

4.      Vervielfachung der Arten (Speziation, Isolation) Phylogenie, Isolationsmechanismen

→Basis-Theorien der Evolution

 

Beweise:

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·         Konservierung der Entwicklungskontrollgene

Populationsgenetik

Mutationen müssen sich in der Population durchsetzen

→ Populationsgenetik beschäftigt sich mit Frequenzen von Genen (bzw. Allelen) in Populationen einer Art

→Hardy-Weinberg Modell (Annahme: 1 Gen, 2 Allele, A und a)

→ neutrale Evolution(Motoo KIMURA)

- meisten genetischen Veränderungen sind gegenüber der Selektion neutral, also keine Vor- oder Nachteile bringen

Schlussfolgerungen neutrale Evolution

1.      Die meisten molekularen Polymorphismen sind selektiv neutral.

2.      Die meisten molekularen Änderungen, die über evolutionäre Zeiträume fixiert werden, sind selektiv neutral.

3.      Die neutrale Evolutionstheorie sagt voraus, dass die meisten Mutationen, die die Proteinstruktur verändern durch Selektion eliminiert werden. (Negative Selektion)

→Entwicklungskontrollgene hoch konserviert ist Vorhersage

Evolution...

·         ist die kumulative Veränderung der vererbbaren Eigenschaften von Organismen über die Generationsfolge.

·         ist die Veränderung von Genfrequenzen in natürlichen Populationen.

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·         ist die Kontrolle der Entwicklung durch die Umwelt. (Mundhöhlen-Dimorphismus nach Futtermangel bei Nematode P. pacificus)

4. Das geologische Archiv der Evolution

→Evolution findet in geologischen Zeiträumen statt

Fossilien (in scholastischer Schule des Mittelalters):

„Fossilien entstehen spontan in Lehm und Gesteinen durch die magische „plastische“ Kraft der Natur: visplastica oder virtus formativa“

Beginn moderner Wissenschaft:

·         Nicholas Steno (1638-1686)

·         Johann Beringer (1726, Fossiliensteine und anschließender Skandal)

→Ende der spirituellen Erklärungen der Fossilien

·         Schleuchzer: Fossilien als Überbleibsel der Sintflut

→aber: Fossilien ändern sich nicht kontinuierlich, Übergangsformen fehlen

→Darwin: Geologisches Archiv Lückenhaft („missing link“)

·         Schneckenfunde im Steintaler Becken: Hilgendorf entdeckt langsame Veränderung über verschiedene Horizonte hinweg

→erster Beleg für Darwins Evolutionstheorie

sympatrische Speziation: Artaufspaltung durch äußere Beeinflussung: Zerteilen der Gebiets in Teilbereiche → Beschleunigung der Evolution- Flaschenhalseffekt

allopatrische Speziation: Artaufspaltung durch genetische Veränderung

 

Punktualismus

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