RÖNTGENSTRAHLEN
1895 WILLHELM KONRAD RÖNGTEN
entdeckte
Strahlenart, konnte allerdings nicht bestimmen ob es sich um Wellen- oder
Teilchenstrahlung handelt. Allerdings konnten Strahlen mühelos die Materie
durchdringen. Er nannte sie X-RAYS.
Mittels Röntgenstrahlen
können Dichtedifferenzen beobachtet werden: Bsp: Gewebe und Knochen à Revolution in der Medizintechnik
„Knochen abbilden“.
Spektrum der
X-Rays: 0,01 – 10 nm = λ = 0,1 – 100 Å
Wobei: 1 nm = 10 -9 m ; 1Å = 1 x 10 –10 m
Erst viel später wurde die Wellennatur der X-Rays
nachgewiesen.
1912 MAX VON LAUE „Beugungsexperiment“
Annahme: X-Rays
müssen Beugungsgitter haben.
Kristalle besitzen ein regelmäßiges Raumgitter
deshalb kann der Versuch hier durchgeführt werden. Eine Beugung am Gitter
findet nur dann statt, wenn die Abstände im Kristallgitter (d) der Wellenlänge
des Lichtes (λ) entsprechen, d. h. Beugung am Gitter: d ~ λ
Wellenlänge des
Lichtes: ist eine Sinusschwingung
1)
wird Licht auf die Materie abgelenkt und die Wellen überlagern sich, d.
h. sind phasengleich à Verstärkung
der Amplituden
2)
... die Wellenlängen sind gegeneinander verschoben à Auslöschung der Amplituden
Somit:
Man beschießt
ein Kristallgitter. Dies muss zur Beugung führen, wenn die Strahlung (x-rays)
eine elektromagnetische Welle ist.
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Zum einen geht
die Strahlung geradlinig durch die Materie durch (=Primärstrahl).
Daneben entstehen aber auch noch andere Strahlen (=gebeugte Strahlen).
Insgesamt erhält
man ein BEUGUNGSBILD. Mit der Röntgenbeugung kann man also
Aufenthaltsort der Atome bestimmen.
Ergebnisse
führten zum Nobelpreis:
1)
Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen
2)
Kristalle haben ein regelmäßiges Raumgitter
An jedem
Schwärzungspunkt der Photoplatte steckt viel Information:
-
geometrische Information: Symmetrie, Gitterkonstanten: a, b, c,
α, β,γ
-
Strukturinformation: Aromsorte, Ortskoordinaten der Atome
Röntgenstrahlen
ist eine extrem gefährliche Strahlung. Führt zu Zellveränderungen,
-schädigungen und Mutationen. Kommt man ein paar Minuten in den Primärstrahl,
so stirbt das betroffene Gewebe ab. Diese Schädigung ist aber nicht spürbar.
Wie erzeugt
man Röntgenstrahlung?
Eine Glasröhre
(=Röntgenröhre) mit Anode und Kathode bringt man in ein Hochspannungsfeld.
Wobei zw. Anode und Kathode Gleichspannung von mehreren Kilo-Volt herrscht.
Kathode schickt e- durch das Hochspannungsfeld à noch keine x-rays da noch zuwenig
Beschleunigung. Dort werden e- beschleunigt und treffen auf Anode
auf. Energie in Form von x-rays werden frei.
EINERSEITS: In
Anode werden also e- kontinuierlich abgebremst und es entsteht die
Röntgenbremsstrahlung.
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Diese e-
Rücksprünge bewirken eine Freisetzung der Restenergie, die wird in Form von Röntgenquanten
abgegeben und charakteristische Röntgenstrahlen entstehen.
Diese sind elementcharakteristisch,
d.h. jedes Element hat charakteristische Strahlung. Somit kann man von
Strahlung auf Element schließen.
INTERFERENZGLEICHUNG NACH BRAGG
n x λ
= 2 d sin Ө n ... Ordnung der Beugung
λ ... Wellenlänge des Röntgenlichtes
d ... Netzebenennormalabstand
Ө ... Beugungswinkel = Braggwinkel
Eine Beugung
tritt auf, wenn die Dimension der Strahlung ca. der Dimension des Gitters
entspricht.
2 einfallende
Wellen, zur selben Zeit abgeschickt mit gleicher Geschwindigkeit. Aber 1 Welle
wird bereits gebeugt, wenn 2. Welle erst bei Punkt A ist à sie sind also phasenverschoben
unterwegs.
Wenn die Phasenverschiebung (=Phasendifferenz) ein
ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge λ ist, so erfolgt eine
Beugungsverstärkung. Das heißt 2 d sin Ө ein ganzzahliges Vielfaches
also Gangunterschied = ein ganzzahliges Vielfaches von λ.
Reflexionsbeziehung:
Winkel des einfallenden Strahles ist Winkel des ausfallenden Strahles.
Ordnung der Röntgenstrahlen
n = 0:
auch hier gilt
Gleichgewichtà keine Beugung, nur
Primärstrahl.
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RÖNTGENDIFFRAKTOMETER
Misst die
Beugungsphänomene von Röntgenstrahlen.
Ein Pulver
wird als Probe verwendet.
Röntgenröhre
strahlt x-rays aus und sitzt am Messkreis. Die Probe befindet sich im Zentrum.
Die Röntgenröhre bestrahlt die Probe. Der Primärstrahl geht an der Probe
ungehindert durch. Die Strahlung, die an der Probe gebeugt wird, wird durch
einen Detektor gemessen. Probe und Detektor befinden sich auf Fokussierungskreis.
Es erfolgt eine Drehung:
-
Probe: um θ
drehen θ - 2θ - Geometrie
-
Detektor: um 2 θ drehen
Somit ist der
Beugungswinkel 2 θ gleich dem doppelten Glanzwinkel θ.
Immer wenn Bragg-Bedingung
erfüllt ist, wird Primärstrahl an Probe zum Detektor reflektiert ( =
Reflex). Mit dem Detektor wird Intensität der reflektierten Strahlung
gemessen.
Reflex
besteht aus d–Wert und Intensität, diese sind für jedes Mineral
einmalig à Bestimmung des
Minerals durch Röntgenanalytik.
- Sind
Substanzen nicht kristallisiert, gibt es keinen Reflex.
Dabei spielt keine Rolle, ob sie anorganisch oder organisch sind.
- Ist Substanz kristallin,
gehorcht sie dem Bragg-Gesetz. Nur bekannte Kristalle können mit
dieser Methode bestimmt werden.
- Weiteres
Problem: Isotypie: verschieden Substanzen, aber selbes
Kristallgitter!
Bsp Olivin.
Obwohl identes Beugungsmuster von Fayalith und Forsterit: d-Wert nicht
ident wegen unterschiedlicher Größe der Ionen.
à somit können auch Mineralgemenge
bestimmt werden.
Allgemein:
1.
Röntgenmethode: Strukturtyp des Minerals
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Methoden zur Ausmessung:
XRF:
wissen d, wollen λ, messen θ
XRD:
wissen λ, wollen d, messen θ
ANGEWANDTE TECHNISCHE MINERALOGIE
Umfasst alle
Anwendungen mineralogischer Kenntnisse und Methoden in Industrie und Technik.
Die Fragestellungen reichen vom Rohstoff über industrielle Prozesse
hin zu den resultierenden Produkten.
Wesentliche Gebiete der technischen Mineralogie sind:
1)
Rohstoffe: Exploration, Gewinnung und Aufbereitung
Erze, Industriemineralien, Kohle, Erden, Tone, Steine, etc.
2)
Mineralogie technischer Verfahren:
Schmelz- und Reaktionsvorgänge, Prozesskontrolle, Schlackenkunde,
Recycling mineralischer rückstände
3)
Werkstoffe: Entwicklung, Herstellung und Charakterisierung:
Keramische Werkstoffe, Glaskeramik, Werkstoffe im Bereich Elektrotechnik,
Korrosion und Verwitterung von Werkstoffen
4)
Umweltmineralogie:
Recycling, Behandlung, Deponierung von Prozessrückständen, Staubforschung
Archäometrie
Ist die
Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden zur Lösung von
kulturgeschichtlicher Fragestellungen, z. B. Untersuchung von
historischen materiellen Fundobjekten wie Keramik, Glas, Erze, Gesteine, etc.
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