Migration
– Reaktion und Folgen
Der
neue Weg zum Rassismus?
Die
Tendenz zur Migration hat in den vergangenen drei Jahrzehnten signifikant
zugenommen und lässt sich vor allem auf die Globalisierung und die
Arbeitsplatzbedingungen zurückführen. Durch den globalen Weltmarkt gibt es eine
ungleiche Verteilung für bestimmte Arbeitsplatzgruppen in bestimmten Regionen,
wodurch hoch- und niedrig Qualifizierte an unterschiedlichen Standorten
fungieren.
Ein weiterer Einflussfaktor ist die globale Vernetzung und die verstärkte
Kommunikation, die soziale Unterschiede sichtbar macht und einen Anstoß zur
Migration liefert. Die neue Definition von Raum und Zeit ermöglicht eine
leichtere Mobilität und somit auch die Bereitschaft zur Wanderung.
Um
auf die Gründe und Folgen von Migration näher eingehen zu können, sollte
Migration zu erst genauer definiert werden. Migration bezeichnet eine „Wanderung,
Bewegung von Individuen, Gruppen oder Gesellschaften (Bevölkerung) im
geografischen und sozialen Raum, die mit einem ständigen oder vorübergehenden
Wechsel des Wohnsitzes verbunden ist. (..) Migration ist der Wechsel von einer
sozio- kulturellen Umgebung in eine andere, die sich grundsätzlich von der
ersten unterscheidet.“ (vlg. Beck, 1986: S. 436 in Lexikon zur Soziologie)
Thesen
zur Migrationsgesellschaft
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Grob kann in
Arbeitsmigration und Fluchtmigration unterschieden werden. Erste basiert auf
einer freiwilligen Entscheidung, die sich rentieren muss, während Flucht aus
einer Zwangsituation heraus entsteht. Die Entscheidung zur Migration kann durch
den Push- und Pull- Effekt erklärt werden. Die Push- Faktoren beschreiben die
Ausgangssituation des Herkunftslandes, die nicht den Vorstellungen entspricht und
daher einen Wechsel veranlasst.
Dies kann auf ökonomischen Schwierigkeiten,
Diskriminierung oder politischer Verfolgung basieren. Der Pull- Faktor ist die
Situation des Ziellandes, die eine Verbesserung für die Problematiken
verspricht. Durch die Anhäufung der Push- und Pull- Faktoren steigt die Wahrscheinlichkeit
zur Migration, wie verfügbare Arbeitsplätze oder ein lebenssichernder Alltag.
Die Faktoren stehen in Relation zum Migrationstyp, so sind für
hochqualifizierte Arbeitskräfte vor allem die Pull- Faktoren ausschlaggebend,
während für Flüchtlinge die Pull- Faktoren überwiegen. ( Global S.102 – 103)
Die
folgenden drei Thesen von Annette Treibel befassen sich mit der
Migrationssituation in modernen Gesellschaften. Primär wird das Verhältnis
zwischen Einheimischen und Migranten behandelt, das Handlungszusammenhänge und
Folgeerscheinungen aufzeigt.
These
1
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Beck, 1986 in Treibel, 2003: S. 228) wenden sich vom Fremddruck der Gesellschaft ab und entwickeln
sich zu einem Selbstdruck und der Betonung des Lebensstils. Der Wohlstand
moderner Gesellschaften baut auf Kosten der weniger modernen Gesellschaften auf
und veranlasst deren Bevölkerung zur Migration.
Durch
den Ausgleich sozialer Ungleichheit, kommt es zu einem neu verteilten
Machtverhältnis, das sich positiv für die benachteiligte Bevölkerung auswirkt.
Diese Entwicklung schafft aber keinen Ausgleich der sozialen Spannungen,
sondern fördert diese hin zur Ablehnung der benachteiligten Gruppen. Die Ablehnung
gegenüber anderen sozialen Gruppen basiert vorwiegend auf der Angst des eigenen
sozialen Abstieges, also ist Ablehnung die Verteidigung gegenüber der
vermeintlichen Bedrohung.
In
modernen Gesellschaften herrscht ein Widerspruch, da sie auf der einen Seite
auf mehr Freiheit und Mobilität appellieren, doch auf der anderen Seite halten
sie an gefestigten Machtverhältnissen fest und reagieren gegenüber sozialen
Bewegungen mit Ablehnung.
These
2
Der
Entschluss der Auswanderer, ihr Land zu verlassen wegen nicht zufrieden
stellenden Lebensbedingungen, macht sie sozial und räumlich unabhängiger. Zu
Beginn der Wanderung steht die Verbesserung der Lebensumstände im Mittelpunkt,
doch sinkt der rein ökonomische Aspekt des Aufenthaltes ja nach Länge der
Aufenthaltszeit (auch bei Gastarbeitern).
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Die zweite Generation identifiziert sich vorwiegend mit der „ethic
community“ (vgl. Treibel, 2003: S. 233), also der
Einwanderungsgesellschaft. Die ethic community unterscheidet sich in
ihrer Konstruktion von der Herkunft- und der Aufenthaltsgesellschaft und
übernimmt vor allem symbolische Aufgaben. Sie ist an dem kulturellen Gefüge der
Herkunftsgesellschaft ausgerichtet, doch wird ein Zurückgehen nicht in Erwägung
gezogen. Durch den Zuwanderungsstrom gab es eine strukturelle Umschichtung auf
den Arbeitsmarkt. Migranten konnten sich aber nur in den niedrig qualifizierten
Berufssparten etablieren oder selbstständig machen. Die ethic community
versteht die Integration und Assimilation als ihren Tatbestand.
These
3
Moderne
Gesellschaften beschreiben sich durch „soziale Differenz, Heterogenität,
Mobilität und der Komplexität des Normen- und Wertesystems“ (vlg. Treibel,
2003: S. 234), doch überwiegt die Negativhaltung gegenüber dem
Einwanderungsstrom. Die Tendenz zum Vermischen der Kulturen wird als Gefahr für
die eigene interpretiert. Primär wird die Meinung der Unvereinbarkeit
unterschiedlicher Kulturen vertreten, vor allem von der westlichen und
islamischen. Die Ablehnung der Neuankömmling geht aber nicht rein von den
Einheimischen ohne Migrationshintergrund, sondern auch von den länger
ansässigen Einwanderern aus.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Laut
Hoffmann-Nowotny geht es weniger um die Anerkennung der kulturellen
Differenzen, sondern um die soziale Stellung der Einwanderer innerhalb der
Gesellschaft. Die Zustimmung eines sozialen Status ist die Vorraussetzung für
eine ausgeglichene Gesellschaft. (vgl. Hoffmann-Nowotny, 1973: S. 172 in
Treibel, 2003: S. 235)
Meines
Erachtens vermitteln alle drei Theorien einen wichtigen Aspekt in der Analyse
zur Migrationssituation moderner Gesellschaften.
Die erste
These beschreibt die „Zwänge der Moderne“ und die Machtverschiebung zu
Gunsten der benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Erster Aussage stimme ich zu,
doch sehe ich den Grund für die Machtverschiebung nicht in der Abschwächung
sozialer Ungleichheit, sondern in der Etablierung der Einwanderer in den
niedrig qualifizierten Berufssektoren. Durch die Anwerbung der Gastarbeiter in
den 80er Jahren wurde dieser Arbeitsbereich für Zuwanderer eröffnet und der
Zutritt zu andere wiederum verschlossen. Einwanderern ist der soziale und
ökonomische Aufstieg erschwert und ermöglicht daher nur wenig andere Arbeitsbereiche
oder führt zu einer Ansiedelung in ausgelagerten Wirtschaftssektoren
(Selbstständigkeit in bestimmten Bereichen wie Restaurants, Handyshops, ..). (vgl.:
Geißler, 2002) Durch diese Entwicklung konnten Zuwanderer einen Machtanspruch
auf diese Wirtschaftsbereiche erlangen, der wiederum Ansässigen den Zutritt erschwert,
doch trifft diese Tendenz nur einen geringen Teil der Gesellschaft und kann
meiner Ansicht nach nicht als relevante Machtverschiebung interpretiert werden.
|