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Einige, der für das Thema „Megacities
und Globalisierung“ bedeutenden Begriffe wie beispielsweise „Megacity“,
„Globalisierung“ oder „Global City“ werden in der gegenwärtigen Forschung unterschiedlich
definiert. Aus diesem Grunde wird dieser Arbeit ein einführendes Kapitel, in
dem die wichtigsten dieser Begriffe in ihren unterschiedlichen Auslegungen kurz
vorgestellt werden, vorangestellt.
Anschließend sollen dann, die für diese
Hausarbeit gültigen Definitionen festgelegt werden.
Da „Megacities“ im weiteren Sinne zuerst einmal besonders
große Metropolen sind, soll hier kurz auf den Begriff der Metropole eingegangen
werden. Aufbauend darauf wird im nächten Punkte dann der Begriff der „Megacity“
behandelt.
Der Begriff „Metropole“ hat in der Forschungsliteratur ein sehr
unterschiedliches Verständnis gefunden. Bronger (2004) spricht von einer
„babylonischen Sprachverwirrung“. Im Folgenden sollen die unterschiedlichen
Aspekte des Begriffs kurz dargestellt werden:
-
Nomenklatorischer Gebrauch: Es kursieren etliche englische und
deutsche Begriffe die den Begriff umschreiben, darunter „Metropolis“,
„metropolitan city“, „metropolitan center“ oder einfach nur „Millionenstadt“.
Die Problematik hierbei ist hauptsächlich, dass diese häufig undefiniert
verwendet werden (Bronger 2004).
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-
Statistische Abgrenzung: Die Anzahl an Einwohnern ist wohl die
wichtigste Größe zur Bestimmung einer Metropole. Doch auch hier gehen die
Meinungen weit auseinander. Von 87.000 für eine „metropolitan
area“(Blotevogel/Hommel 1980, nach Bronger 2004) bis „12.500.000 an over“ für
„metropolitan region“ (PD-UN 1966, nach Bronger 2004)
-
Struktur: Unter diesem Aspekt ist vor allem die Flächengröße der
Stadt und daraus abgeleitet die Besiedelungsdichte, also die Anzahl der Bewohner
pro Quadratkilometer entscheidend. Auch hier variieren die Werte je nach Land
und Autor sehr stark. Vor allem die Entscheidung ob nur die „Kernstadt“ oder
auch das erweiterte Umland miteinbezogen wird kann erhebliche unterschiede
bezüglich der Einwohnerzahlen bedeuten.
-
Funktion des Begriffs „Metropole“: Am weitesten verbreitet ist
die Verbindung von „bedeutende Stadt“ mit einer Funktion X. Beispielsweise
Wirtschafts- oder Kunstmetropole. Eine Reihe von Autoren setzt den Begriff
„Metropole“ auch mit Hauptstadt gleich (u.a Nuhn 1981, vgl. Bronger 2004).
Weiterhin wird der Begriff auch als Synonym für „Weltstadt“ oder einfach nur
als führende Stadt eines Landes verwendet.
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sieht somit die Metropolen als „Ursachen für Entwicklungsdifferenzen“.
Diese knappe
Ausführung zeigt wie vielschichtig der Begriff der „Metropole“ ist, und
verdeutlicht zugleich, dass eine umfassende, allen Bereichen gerecht werdende
Definition kaum möglich ist. Dies liegt auch daran, dass für ein umfassende
Definition vor allem aus den sogenannten „Entwicklungsländern“ schlichtweg
Daten fehlen. Dies wird vor allem dadurch deutlich, dass für die meisten Städte
in diesen Ländern nicht einmal die Einwohnerzahl präzise ermittelt werden kann
und zumeist auf Schätzungen beruht. Folglich muss sich die Definition auf
bestimmte Abgrenzungskriterien beschränken.
Bronger (2004, S.14),
dessen Definition für diese Hausarbeit gelten soll, definiert Metropolen nach
zwei Gesichtspunkten, demographisch-strukturell und funktional.
-
Demographisch-strukturell: Mindestgröße von 1 Millionen Einwohner
bezogen auf einen Gesamtraum mit der Dichte von mehr als 2000 Einwohner pro
Quadratkilometer, mit monozentrischer Struktur.
-
Funktional: Über-Konzentration des politischen, administrativen,
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einrichtungen bzw.
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Unter demographischer
Primacy versteht Bronger (2004, S.13) einen hohen, in Entwicklungsländern
noch rasch zunehmenden Anteil der Bevölkerung in einer oder wenigen Metropolen.
Unter funktionaler Primacy versteht er eine ausgeprägte Dominanz der
Metropolen in sämtlichen (Ausnahme: Landwirtschaft) Lebensbereichen:
wirtschaftlich (Industrie, Handel), politisch-administrativ
(Hauptstadtfunktion), verkehrstechnisch (Hafen, Flughafen) und sozial-kulturell
(Gesundheits- und Bildungseinrichtungen).
Es ist in erster Linie die funktionale Primacy die die
Sogwirkung, den sogenannten „pull-faktor“ der Metropole ausmacht und somit
metropolitan gerichtete Binnenwanderung auslöst.
Wie der Begriff der Metropole, so wird auch der Begriff der „Megacity“
nicht einheitlich verwendet. Die Abgrenzung zwischen Metropole und „Megacity“ erfolgt
dabei rein quantitativ. Die Zahlenangaben ab wann nun von einer „Megacity“
gesprochen werden kann unterscheiden sich sehr stark voneinander. Je nach Autor
oder Organisation werden Städte mit mehr als 5 Mio. (Bronger 2004), mehr als 8
Mio. (UN 1993) oder mehr als 10 Mio. (UN 2005) Einwohnern zu dieser Kategorie
gezählt (vgl. Zehner 2001, S.183). Bronger (2004) veranschlagt als zusätzliches
Kriterium noch einen Mindestwert der Einwohnerdichte, der bei mindestens 2.000
EW/km2 liegen muss.
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