Martin Luther -
Begründer des deutschen Kirchenlieds
I.
Der gottesdienstliche Gesang in vorreformatorischer Zeit
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Christliche Kirche singende
Kirche
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Texte lateinisch
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Gesang den Geistlichen und dem
Chor vorbehalten
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Mittelalter: Beginn der
Entwicklung geistlicher Lieder in deutscher Sprache
II.
Reformationszeit
1.
Luthers Motivation
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Brief an seinen Freund Georg
Spalatin (1523):
Wir planen nach dem Beispiel der Propheten und der alten
Kirchenväter für die Menge deutsche Psalmen zu dichten, geistliche Gesänge,
damit Gottes Wort auch gesungen im Volk lebe.
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Neue
Funktion des Kirchenlieds in der Gemeinde > Lied der Gemeinde, Aktivierung,
Stärkung und Integrierung der Gemeinde in den Gottesdienst
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Gemeindegesang
als wichtige Möglichkeit zur Verkündigung, die auch die emotionale Seite der
Menschen erreicht
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Kritik am
Geplärr und Gebrüll in der Kirche
2.
Luthers Schaffen
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Ziel Luthers: Umdichtung der
lateinischen Hymnen und alttestamentarischen Psalmen > sieht sich zu Beginn
selbst als ungeeignet und bittet u. a. Spalatin um Hilfe
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Luther und seine Mitarbeiter haben
das Liedgut der alten Kirche weitgehend aufgegriffen, übersetzt, umgestaltet und
erweitert und im Sinne dieser Gesänge neue Lieder geschaffen
3.
Luther als Musiker, Künstler und Theologe
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Musik hat im Mittelalter einen
anderen Stellenwert als heute > kein Genußmittel, sondern eine das Volk
vereinende Funktion
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Erste Kontakte Luthers mutmaßlich
mit Volksliedern und Bergmannsmusik im Elternhaus
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Schule und Kirche prägen L.
Kindheit und Jugendzeit, Musik ist im spätmittelalterlichen Schulsystem ein
wesentlicher Baustein
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Studium in Erfurt (ab 1501) an der
Artistenfakultät (Philosophische Fakultät): Musik als eine Disziplin des
Quadriviums, Luthers Bildungsgang ist geprägt von der mittelalterlichen
Tradition und von humanistischen Einflüssen
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Eintritt Luthers ins Kloster 1505,
Beginn des Theologiestudiums 1507 > Vertiefung seiner Beschäftigung mit der
Verbindung von Musik und Glauben
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Öffentlich wirksam und bekannt
wird Luthers Wirken ab 1517; Beginn der Eigenkompositionen ab 1523
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Ich wollte
heute gerne eine deutsche Messe haben, ich gehe auch damit um; aber ich wollt
ja gerne, daß sie eine rechte deutsche Art hätte. Denn daß man den lateinischen
Text verdolmetscht, und lateinischen Ton oder Noten behält, lasse ich
geschehen; aber es lautet nicht artig noch rechtschaffen. Es muß beide, Text
und Noten, Accent, Weise und Geberbe aus rechter Muttersprache und Stimme
kommen; sonst ist Alles ein Nachahmen wie die Affen thun.
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Ablehnung des Opfercharakters der
Messe, Betonung der Versammlung der christl. Gemeinde um Gottes Wort
Durch
das Einräumen eines großen Raumes für Musik im Gottesdienst, prägt Luther die
ev. Kirche entscheidend > als Psalmlied
und als Lied des Glaubens und des Bekennens bekam das Kirchenlied der
Reformation seinen festen Platz im Gottesdienst
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Dazu kamen
das Lehrlied (Katechismuslied) und das Hauslied (als Lied zum Morgen- und
Abendsegen) > Einzelliedblätter und kleine Liedhefte > Gesangbücher
unterschiedlichen Umfangs
4. Einblick in Luthers Werk
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Übersetzung
von lateinischen Hymnen wie Nun komm der Heiden Heiland, Christum wir sollen
loben schon, Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist
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Erweiterung
mittelalterlicher Texte wie Gelobet seist du, Jesu Christ und Nun bitten wir
den Heiligen Geist
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Verfassung
und Komposition von Katechismusliedern: Wir glauben all an einen Gott
(Glaubensbekenntnis), Vater unser im Himmelreich
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Des weiteren vor allem liturgische
Gesänge wie Es ist gewisslich an der
Zeit, Vertonung des Agnus Dei, und Verleih uns Frieden gnädiglich
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Komposition
von Musik und Text von Vom Himmel hoch, da komm ich her und Erhalt uns,
Herr, bei deinem Wort, Sie ist mir lieb, die werte Magd, Ein neues Lied wir
heben an
Quellen:
Block,
Johannes: Verstehen durch Musik. Das gesungene Wort in der Theologie; ein
hermeneutischer Beitrag zur Hymnologie am Beispiel Martin Luthers. Tübingen: Francke
2002.
Buszin, Walter E.: Luther on Music. In: the Musical Quaterly. Jhg. 32 (1946), S. 80 97.
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