Vorbemerkung
Der Einfachheit
halber verzichte ich in dieser Ausarbeitung auf die explizite Anführung beider
grammatikalischer Genera. Mit Schüler, Lehrer etc. sind immer gleichberechtigt sowohl
weibliche als auch männliche Vertreter angesprochen.
1.
Vorüberlegungen zur
Unterrichtsstunde
1.1.
Pädagogische
Vorbemerkungen zur Klasse
1.2.
Bedeutung der Inhalte für
den Schüler
Das Thema der
Lehrproben-Stunde ist für die Schüler noch relativ abstrakt, da es sich in
diesem Themenblock um „Wirtschaftliches und rechtliches Handeln in Unternehmen“
handelt. Daher wird die Thematik der Geschäftsprozesse im Marketing zunächst
mit einem Bezug zur Lebenswirklichkeit der Schüler eingeführt. Hiernach erfolgt
eine Überleitung aus Sicht der Schüler in ihrer Rolle als Konsumenten zur
Sichtweise eines Unternehmers in der Rolle des Produzenten.
Schüler werden
täglich mit zahlreichen Marketingmaßnahmen konfrontiert, worüber sich die
meisten nicht genau bewusst sind. Durch die Klarstellung des Geschäftsprozesses
wird dem Schüler bewusst gemacht, was hinter den „Kulissen“ des Unternehmens
vor sich geht und dass der Absatz ein geplanter und zielgerichteter Prozess
ist.
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2.
Didaktische und
methodische Überlegungen
2.1.
Eingliederung der Stunde
in den Fachlehrplan
Nach dem
G8-Lehrplan setzen sich die Schüler der 9. Jahrgangsstufe im Fach „Wirtschaft
und Recht“ mit drei Themenbereichen auseinander. Diese lauten „Wirtschaftliches
Handeln der privaten Haushalte“, „Rechtliches Handeln der privaten Haushalte“
sowie „Wirtschaftliches und rechtliches Handeln in Unternehmen“.
In den ersten
beiden Themenfeldern wird den Schülern das wirtschaftliche und rechtliche
Handeln aus der Perspektive des Verbrauchers gelehrt und somit ein direkter
Realitätsbezug hergestellt. Im letzteren Themenkomplex, zu dem auch die Stunde
dieser Lehrprobe gehört, betrachten die Schüler das wirtschaftliche und
rechtliche Handeln aus einer ihnen noch wenig vertrauten Perspektive des
Unternehmens.
Nachdem im Block
„Wirtschaftliches und rechtliches Handeln in Unternehmen“ bereits die
„Entscheidungen bei der Gründung eines Unternehmens“ besprochen wurden,
beschäftigt sich die momentane Unterrichtssequenz nun mit den „Typischen
Geschäftsprozessen im Unternehmen“.
2.2.
Sachanalyse
Der Begriff
Marketing wird umgangssprachlich häufig mit Werbung gleichgesetzt. Tatsächlich
umfasst er weit mehr, wobei es in der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion
keine einheitliche Definition gibt.
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dauerhafte Befriedigung der Kundenbedürfnisse sollen die Unternehmensziele
verwirklicht werden.“
Der moderne
Marketingbegriff geht über die Beschreibung der klassischen
Produzenten-Konsumenten-Beziehung hinaus und wird auf andere Bereiche wie
Dienstleistungsmarketing, Personalmarketing oder Finanzmarketing angewandt.
Neben Unternehmen werden zunehmend auch von Verbänden, Parteien oder den
staatlichen Einrichtungen Erkenntnisse des Marketings angewandt
(Non-Business-Marketing).
Folgt man der
engen Definition des Begriffs Marketing, ist dieser eng verknüpft mit dem Absatz.
Dieser stellt neben der Beschaffung und der Produktion eine zentrale Größe des
betrieblichen Leistungsprozesses dar. Im Unternehmen verläuft der
absatzwirtschaftliche Prozess idealtypisch nach dem folgenden Muster:
Bei der Analyse
der Absatzchancen geht es darum, die aktuelle Situation des Unternehmens zu
analysieren und künftige Entwicklungen zu prognostizieren. In der Selbstanalyse
geht es darum, Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens festzustellen.
Die Marktanalyse ermittelt beispielsweise das Marktvolumen, das Markpotenzial
und die Marktanteile der Mitbewerber.
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Methodisch bedient
man sich der Marktforschung und greift dabei auf existierendes Material zurück
(Sekundärforschung) oder erhebt mittels Umfrage, Beobachtung, Interview oder
Panel-Studie eigene Daten (Primärforschung).
Ausgehend vom
Ergebnis der vorangegangenen Analyse der Absatzchancen werden Absatzziele formuliert.
Diese können beispielsweise bestimmte Stückzahlen, ein Umsatzziel, aber auch
ein bestimmter Marktanteil oder eine Position in einem bestimmten Segment sein.
Nun muss
festgestellt werden, mit welchen Mitteln die Ziele erreicht werden sollen. Hier
kommen die absatzpolitischen Instrumente des sogenannten Marketing-Mix zum
Einsatz: Die Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik.
Nach den
englischen Bezeichnungen (product, price, placement und promotion) werden diese
auch die 4 P´s genannt.
Die Produktpolitik
umfasst alle Entscheidungen, die im Zusammenhang mit der Gestaltung,
Beschaffenheit, Eigenschaft und Verpackung des Produktes getroffen werden. Dazu
gehören die entsprechenden Service- und Kundendienstleistungen.
Bei der Preispolitik,
die auch Kontrahierungs- oder Konditionenpolitik genannt wird, werden die
vertraglichen Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Kunden festgelegt. Neben
dem Preis geht es auch um Rabatte, Kredite, Liefer- und Zahlungsbedingungen.
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Die
Kommunikationspolitik schließt neben der klassischen Werbung alle Maßnahmen,
die das Unternehmen und die Produkte bzw. Leistungen in den relevanten Märkten
und der Öffentlichkeit positiv darstellen sollen, ein. Hierzu zählen
PR-Maßnahmen, Verkaufsförderung, Sponsoring oder Messeauftritte. Im
Zusammenhang mit der Werbung wird in der Literatur oft das AIDA-Modell
(Attention-Interest-Desire-Action) angeführt. Es zeigt, in welchen Stufen
erfolgreiche Werbung wirkt. Unter anderem wegen seiner starren Struktur und
fehlender empirischer Belege wird das Modell in der aktuellen wirtschaftlichen
Diskussion stark kritisiert und findet vor allem bei einstufigen
Werbemaßnahmen, wie beispielsweise Zeitungsanzeigen, Verwendung.
2.3.
Begründung der
Stundenkonzeption
Die unterrichtliche
Behandlung des Themas Marketing- ein typischer Geschäftsprozess in einem
Unternehmen- macht eine didaktische Reduktion notwendig. Es kann und soll nicht
darum gehen, die Schüler zu Marketingexperten zu machen, sondern exemplarisch
dessen Grundlagen zu vermitteln. Hauptsächlich geht es in der Stunde darum, den
Prozess, der sich hinter der Absatzwirtschaft verbirgt, zu beleuchten und die
Entscheidungen im Marketing zu verdeutlichen.
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