„Wir können nicht eine Gesellschaft,
die droht in Trümmer zu zerfallen, mit Menschen aufrechterhalten, die nur
darauf vorbereitet sind, sich ihren Lebensunterhalt durch einen Beruf zu
verdienen: es werden Menschen benötigt.“
(Klein-Landeck, Michael: Freie Arbeit bei Maria
Montessori und Peter Petersen. Münster: LIT 1997. (= Impulse der
Reformpädagogik. 1) S. 29)
3. Maria Montessori: konkrete
Umsetzung ihrer Pädagogik
Die
ersten Schulen
Das erste Kinderhaus gründete Maria Montessori 1907.
Um 1920 wurde dann die erste Schule im deutschsprachigen Raum errichtet. Diese
wurde allerdings bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verboten, was nicht der
Einzelfall war. So ist die Montessori-Erziehung auch in vielen totalitären Staaten,
wie z.B. Russland oder Italien, verboten worden.
Vor allem zwei Faktoren unterscheidet die
Montessori-Schule von der herkömmlichen Realschule:
Zeitlicher
Ablauf
Normalerweise besuchen die Kinder vom 6. bis zum 10.
Lebensjahr die Volksschule und wechseln dann in die Hauptschule oder ins
Gymnasium, das sie dann mit dem 14. Lebensjahr beenden.
In einer Montessori-Schule allerdings, bleiben die
Kinder vom 6. bis zum 14. Lebensjahr im gleichen Schultyp. Ihnen bleibt somit
ein Wechsel und eine Entscheidung bis sie 14 Jahre alt sind erspart.
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Form
der Ausbildung
Die Montessori-Pädagogik geht davon aus, dass jedes
Kind anders ist. Dies bedeutet wiederum, dass nicht jedes Kind zu jeder Zeit
gleichermaßen aufnahmefähig ist. Daher findet der Frontalunterricht, wie er aus
vielen herkömmlichen Schulen bekannt ist, nicht statt, sondern es wird auf eine
individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes eingegangen.
Die Lehrer geben den Kindern nicht vor, was und wie
sie lernen müssen, sondern sie werden dahingehend erzogen, sich ihre Materialen
selbst zu suchen. Dadurch entsteht eine gesteigerte Motivation, die auch zu
einer höheren Konzentration führt.
4.3.1. Wegfall
des Lehrrahmens
Ein anderer wesentlicher Unterschied ist der Wegfall
des Lehrrahmens. Es wird nicht vorgegeben in welcher Schulstufe welcher
Lerninhalt behandelt wird. Die Kinder teilen sich das selbst ein, je nachdem
wie schnell bzw. langsam sie lernen.
Ziel ist es nur, dass die Kinder die die
Montessori-Schule mit 14 Jahren verlassen auf gleichem Bildungsniveau sind, wie
ihre gleichaltrigen Kollegen die eine „normale“ Schule besucht haben. Da
allerdings der fixe Lehrplan wegfällt, ist das Wechseln auf eine herkömmliche
Schule fast unmöglich.
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4.3.2.
Fachraumprinzip
Um diese Ideen wirklich umsetzten zu können, braucht
es ein gewisses Systems. Damit alles ohne Probleme funktioniert, gibt es das so
genannte „Fachraumprinzip“.
In jedem Klassenraum sind die Materialien einer
Fächergruppe für die betreffende Jahrgangsstufe zu finden. So gehen die Kinder,
je nach dem was sie machen wollen, entweder in den Mathematik oder
Sprachen-Raum und wählen das Material, mit dem sie arbeiten wollen, selbst aus.
Ist eine Arbeit erledigt, so wird sie in einem Schülerheft eingetragen.
Jedes Lernmaterial ist aber nur einmal vorhanden. Dies
ist wiederum förderlich für die sozialen Kompetenzen des Kindes. Wenn also das
gewünschte Material nicht frei ist, kann das Kind das Andere um Zustimmung
fragen, den Stoff gemeinsam zu erarbeiten, oder sonst muss es sich ein anderes
Material suchen mit dem es arbeiten kann.
Der Unterricht findet den ganzen Tag in Freiarbeit
statt, außer es sind Projekte in Arbeit.
Damit aber die Kinder nun nicht ganz sich selbst
überlassen sind, findet natürlich immer eine kleine Gruppenpräsentation der
LehrerInnen statt, indem sie den Schülern mögliche Wege vorstellen, wie sie mit
den Materialen arbeiten können.
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Macht ein Schüler längere Zeit keinen Lernfortschritt,
bespricht der Lehrer das mit ihm, um herauszufinden ob der Schüler vielleicht
eine längere Pause braucht, oder ob es einfach nur Hilfe benötigt.
4.3.3. Noten
Noten, wie wir sie kennen, kommen in dieser Form nicht
vor. Die Lehrer formulieren eine individuelle Beurteilung, welche sofort in
ein Pensenbuch (= Dokumentationsheft) eingetragen werden. Die Lehrenden gehen
ausführlich auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Lernfortschritte ihrer
Schüler ein. Besonders beachtet werden dabei die Entwicklungsphasen der Kinder
und Jugendlichen. So ist nicht der Wissenstand, sondern die Gesamtentwicklung
entscheidend.
4.
Nachwort
Ich hoffe, ich konnte einen guten Einblick über Maria
Montessoris Grundideen und die konkrete Umsetzung in der heutigen Zeit geben.
Es ist natürlich schwer auf alle Bereiche genau einzugehen.
Durch die Recherchen zu meiner Arbeit, konnte ich
einen sehr guten Einblick in diese Thematik gewinnen und bin auch davon
überzeugt, dass die Montessori-Schulen eine sehr gute Alternative zu normalen
Schulen sind.
Natürlich bedarf diese Form des Unterrichts sehr viel
Aufwand, aber es sollte doch wichtiger sein, dass die Kinder sich in der Schule
wohl fühlen und gerne lernen. Denn nur wer gern lernt, lernt fürs Leben!
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