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Maria Montessori und ihre Sicht von Bildung und Schule .doc

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Social Science
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Educational Science / Pedagogy
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University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2008
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Maria Montessori und ihre Sicht von Bildung und Schule

Vorwort

In der Lehrveranstaltung „Bildungstheoretische Zugänge zum Lehrberuf“ haben wir sehr viele Bildungstheoretiker kennen gelernt. Wir diskutierten in unseren Übungseinheiten oft über deren Anliegen und wie die heutige Schule dem gerecht wird.

Leider mussten wir feststellen, dass das „System Schule“ in Österreich nicht immer gut funktioniert. Es gibt sehr viele Zwänge und Vorgaben, die die Bildung hemmt und behindert. Kinder sind oft Leistungsdruck unterlegen und es wird auch nicht individuell auf einzelne Persönlichkeiten eingegangen.

Eine gute Alternative dazu, wären die Montessori Schulen. Dieses Konzept geht auf Maria Montessori zurück. In meiner Arbeit möchte ich versuchen, ihre Pädagogik zu erläutern und eine gute Alternative zu „herkömmlichen“ Schulen zeigen.

1.    Maria Montessori: biographischer Hintergrund

Einen guten Einblick über Maria Montessoris Leben zu bekommen ist nicht ganz einfach. Sie selbst hat keine Zeugnisse über ihren Lebenslauf hinterlassen. Ihre Biographie stützt sich daher nur auf mündliche Aussagen von ihr selbst oder von Verwandten bzw.

Bekannten. Außerdem wurden weitere Rückschlüsse auf ihr Leben aus ihren zahlreichen Schriften entnommen.

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L’ antropologia pedagogica.

Sie war somit Ärztin und Pädagogin, was dazu führte, dass diese zwei Wissenschaftsbereiche sehr stark miteinander verbunden werden und diese in ihren Schriften auch nicht immer klar von einander getrennt sind.

2.    Maria Montessori: Das Menschenbild

            Individualität

„Als wichtigen Unterschied zwischen Mensch und Tier benennt Montessori die Tatsache, daß im neugeborenen Menschenkind keine Spur von festgelegtem Verhalten zu finden ist.“

(Holtstiege, Hildegard: Das Menschenbild bei Maria Montessori. Grundzüge ihrer Anthropologie im Kontext der aktuellen Diskussion. Breisgau: Herder 1999. S. 26.)

Aufgrund dieser Aussage, kann man darauf schließen, dass Montessori von einer Handlungsfreiheit des Menschen ausgeht, dass allmählich heranreifen muss.

Die Bildung zum Individuum geschieht somit durch die Anpassung an die Umgebung.

„Das einzelne Individuum ‚ein Modell des Verhaltens bildet’, das es befähigt, ‚frei in seiner Umgebung zu handeln und auf sie Einfluß zu nehmen’.“

(Holtstiege, Hildegard: Das Menschenbild bei Maria Montessori. Grundzüge ihrer Anthropologie im Kontext der aktuellen Diskussion. Breisgau: Herder 1999. S. 53.)

 

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Aufgrund dieser Aussagen drängt sich mir durchaus der Vergleich mit Humboldt auf. Die Definition vom Individuum scheint mir durchaus vergleichbar. Humboldt spricht beim Begriff „Individuum“ von der „inneren Formkraft, mit der der Mensch das Angeeignete in das eigene Wesen verwandelt“. Er meint damit, dass man nur dann ein Individuum werden kann, wenn man sich genug von außen aneignet, wie z.B.

Sprache (nicht Besitz des Individuums, sondern der Gesellschaft), Kultur usw. Je mehr man von der Welt weiß umso individueller wird man. Dadurch entsteht ein rekursiver Zusammenhang. Wir beeinflussen die Welt, erschaffen und erzeugen sie.

Belegt wird meine Theorie durch folgendes Zitat:

Die Wurzeln des Individuums liegen nach ihrer Meinung in der Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, „das Individuum an seinem Platz in der Gesellschaft (zu) sehen, denn kein Individuum kann sich ohne den Einfluß der Gesellschaft entwickeln“.

(Holtstiege, Hildegard: Das Menschenbild bei Maria Montessori. Grundzüge ihrer Anthropologie im Kontext der aktuellen Diskussion. Breisgau: Herder 1999. S. 53.)

 

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Von einer Gemeinschaft ist also dann zu sprechen, wenn sich jedes Mitglied der Gruppe frei fühlt, während er aber gleichzeitig seine Freiheitsbedürfnisse für das Wohl der Gruppe einschränkt. Aus diesem Spannungsverhältnis formt sich das soziale Sein.

            Bildung

Bildung hat bei Maria Montessori zwei Bedeutungen. Zum einen bezieht er sich auf die Kenntnisse die im Unterricht vermittelt werden und zum anderen, auf die gesamte Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit.

„So versteht Montessori unter „Bildungserwerb“ zunächst die systematische Aneignung von Kulturtechniken und Sachwissen im schulischen Unterricht.“

(Klein-Landeck, Michael: Freie Arbeit bei Maria Montessori und Peter Petersen. Münster: LIT 1997. (= Impulse der Reformpädagogik. 1) S.27.)

Für sie besteht der schulische Bildungsprozess darin, mit Hilfe von Fachwissenschaft und Fachdidaktik ausgewählte Inhalte zu vermitteln und so höhere Bildung zu organisieren.

Wichtig und auch oft erwähnt wird bei ihr der „Prozeß der individuellen Bildung“. Dieser vollzieht sich in den ersten zwölf Lebensjahren, womit der Aufbau der Individualität und der Unabhängigkeit gemeint ist.

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Auch er ist der Meinung, dass ein Kind erst mit 12 Jahren seine Kompetenzen ausgebildet hat. Man darf es bis dorthin nicht verbiegen.

Rousseau sieht die Erziehung nicht als Instrument das eingesetzt werden kann. Man kann den Menschen nicht abrichten, denn jeder setzt sich sein eigenes Ziel. Man lernt seiner Meinung nach, indem man einfach handelt.

Der wohl moderne Ausdruck dafür wäre „learning by doing“. Die Situationen in dem das Kind ist, muss so abgesteckt sein, dass es indem es handelt einen Effekt erzeugt, dass wiederum auf ihn zurückfällt. Der Erzieher bestraft nicht, sondern es ist einfach die Konsequenz aus dem eigenen Handeln.

Montessori nennt die individuelle Freiheit die Grundlage für die erste Erziehungsstufe. Gemeint ist ein „freies Leben“, in dem das Kind fähig werden muß zum selbstständigen Handeln, „denn durch die Handlungen lebt man“.

(Holtstiege, Hildegard: Das Menschenbild bei Maria Montessori. Grundzüge ihrer Anthropologie im Kontext der aktuellen Diskussion. Breisgau: Herder 1999. S. 133)

Die Herausforderung an den Erzieher ist es nun, jene Mittel zur Verfügung zu stellen die zur Entwicklung der freien Persönlichkeit führt. Wie auch Rousseau immer wieder betont, sollten Erzieher die Bestrebungen und Phantasien der Kinder nicht einschränken, sondern ihnen die Freiheit geben sie ausdrücken zu können.

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