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Marc Chagall .doc

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Arts & Design
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Art / Visual Arts
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Marc Chagall

(Moischa Sacharawitsch Schahalau, 7.7.1887 in Liosna, Weißrussland – 28.3.1985

Saint-Paul-de-Vence, Frankreich)

Marc Chagall wuchs als ältestes von neun Kindern einer ärmlichen, streng jüdischen Familie im Geist der Chassidim auf, was ihn sehr prägte. In seiner Heimatstadt lebten um die 50.000 Menschen, von denen die Hälfte Juden waren.

Nachdem seine Mutter einen Lehrer bestochen hatte, konnte er die offizielle städtische Schule besuchen, die den Juden normalerweise verwehrt war. Er sprach dann Russisch anstatt Jiddisch, nahm Gesangs- und Violinenunterricht und begann zu zeichnen.

1906 schloss er die Gemeindeschule ab und wurde Schüler im Atelier der Malers Jehuda Pen, welcher an der Petersburger Akademie studiert hatte und Portraits und Genrebilder im Stil der Jahrhundertwende malte.

Um nach seiner Zeit bei Pen eine gründlichere Ausbildung zum Künstler zu erhalten, besorgte sich Chagall die für Juden erforderliche Aufenthaltsgenehmigung für Sankt Petersburg.

Im Winter 1906 und 1907 zog er dann mit Viktor Mekler nach St. Petersburg.

1907 bestand Chagall die Aufnahmeprüfung der St. Petersburger Kunstakademie nicht, worauf er eine Ausbildung an der Schule der kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste in St. Petersburg, gemeinsam mit Mekler, begann.

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Noch im selben Jahr wechselte Chagall auf die Swansewa-Schule, deren Leiter Léon Bakst sein Lehrer wurde.

Bakst lenkte Chagalls Aufmerksamkeit erstmals auf die neuere Malerei. Während seiner Studienzeit bei Bakst reiste Chagall immer wieder nach Wizebsk, wo er seine spätere Frau, bella Rosenfeld, kennenlernte.

1910 verließ er die Swansewa-Schule um nach Paris zu gehen, da er sich davon neue Anregungen für seine Kunst versprach.

Die russische Kunstszene hatte in Paris (mehr als in Russland) zu dieser Zeit große Resonanz erfahren.

Im September reiste Chagall (mit einem kleinen Stipendium seines Gönners Max Winawer ausgestattet) mit dem Zug nach Paris. Dort bezog er sein erstes Atelier in der Impasse du Maine (heutige Rue Antoine Bourdelle), nahe der Gare Montparnasse.

Er erhoffte sich dort weitere Unterstützung durch die dort lebenden russischen Künstler, wie Alexej von Jawlensky, Wassili Kandinsky und Jacques Lipchitz.

Am Montparnasse schloss er mit Guillaume Apollinaire, Robert Delaunay und Fernand Léger und anderen Freundschaft.

Zunächst kam er schwer mit den neuen Lebensumständen zurecht, war er doch auf dem Land aufgewachsen. Doch später nannte Chagall Paris sein „zweites Wizebsk“.

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Erste Versuche mit dem Kubismus sind in Chagalls Bild „Intérieur “ (1911) festzustellen; eine erste eigene, zeitgemäßere Form entwickelte er jedoch erst mit „Meiner Braut gewidmet“ (1911), dessen sexuelles Bildmotiv dazu führte, dass er es erst 1912 auf dem Pariser Frühjahrssalon ausstellen konnte, da es dem Veranstalter zu pornografisch war.

Für Chagall war der Kubismus die „Sprache, in welcher sich die Magie der Welt ausdrücken ließ“.

Im selben Jahr nahm Chagall auch erstmals am „Salon des Indépendants“ und am „Salon d'Automne“ teil. Er fand seinen Zugang zum Kubismus nicht über Picasso (wie einige Zeitgenössische Kollegen), sondern über Delaunay.

Im Winter der Jahre 1911 und 1912 zog Chagall in ein neues, größeres Atelier, ins „La Ruche“ (Der Bienenkorb). Das war eine 1902 vom Bildhauer Alfred Boucher gegründete Künstlersiedlung im 15. Arrondissement. Dort begegnete er den Avantgardisten des Montparnasse wie den Dichtern Apollinaire, Jacob und Cendrars und den Malern Gleizes, Léger und Modigliani.

Das größere Atelier hatte für Chagall auch einen praktischen Effekt: er konnte größere Bildformate malen.

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So war es dann Guillaume Apollinaire, der den Bildern Chagalls, die sich trotz der Nähe zum Kubismus davon abgrenzten, den Namen „surnaturel“ (übernatürlich) gab. Später nannte Apollinaire sie dann „surreal“.

1913 lernte Chagall über Apollinaire den Berliner Kunsthändler Herwarth Walden kennen und nahm noch im selben Jahr am ersten Herbstsalon in Berlin teil.

Bei diesem Anlass verließ er nach drei Jahren erstmals wieder Frankreich. Walden war ein Mentor des Expressionismus und Herausgeber des Sturm, einer deutschen Zeitschrift für avangardistische Kunst.

Im Frühjahr 1914 organisierte Walden auf Fürsprache Apollinaires in seiner Berliner Galerie „Der Sturm“ Chagalls erste Einzelausstellung, der dies als Chance auf einen internationalen Durchbruch ansah und zur Vernissage nach Berlin reiste.

Russland – Erster Weltkrieg und russische Revolution

Nach der Ausstellung reiste Chagall am 13. Juni 1914 nach Russland, um beim Geburtstag seiner Schwester dabei zu sein und um Bella Rosenfeld wiederzusehen. Während seines Aufenthaltes in Wizebsk brach am 28. Juli der Erste Weltkrieg aus, wodurch die Grenzen geschlossen wurden.

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Im Herbst zog Chagall nach Petersburg (das inzwischen Petrograd hieß), wo 1916 die gemeinsame Tochter Ida geboren wurde. Chagall arbeitete im Büro seines Schwagers Jakow Rosenfeld, um dem Kriegsdienst zu entgehen.

In Petrograd konnte Chagall sich mit den neuen Tendenzen der Kunst in Russland befassen; so griff er den Primitivismus von Natalia Gontscharowa und Michail Larionow auf, der seiner Bildauffassung nicht unähnlich war.

Im November des Jahres reiste er nach Moskau, um eine weitere Ausstellung zu eröffnen.

Nachhaltig prägend für Chagalls Leben war nach seinen eigenen Angaben die Februarrevolution des Jahres 1917, die er im Zentrum der Ereignisse, in Petrograd, miterlebte.

Nach der Oktoberrevolution kehrte der Künstler mit Frau und Tochter nach Wizebsk zurück. Lunatscharski, den Chagall in Paris kennengelernt hatte, wurde von Lenin zum Leiter des Kulturministeriums bestimmt.

Er ernannte Chagall am 12. September 1918 zum Kommissar für die „Schönen Künste“ im Woblast Wizebsk.

Chagall organisierte im Rahmen seines neuen Amtes Ausstellungen und Festlichkeiten und sorgte für die Neu- und Wiedereröffnung von Museen. Im Jahre 1919 wurde auf seine Anregung in Wizebsk eine Kunstakademie eröffnet, in welcher er als Direktor Kunstunterricht erteilte.


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