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Klausurvorbereitun­g - Bürgerliches Vermögensrecht- T. S. Privatautonomie: l jeder Mensch frei – Angelegenheiten eigenverantwortlic­h regeln kann. Vertragsfreiheit: Abschlussfreiheit l Fr
Management-Buyout
(MBO) und Management-Buyin (MBI)
Ein Management-Buyout (MBO) ist der Erwerb eines Unternehmens
durch das bestehende Management mit Hilfe einer finanzierenden Bank und zumeist
eines Finanzinvestors. Beim Management-Buyin (MBI) wird das Unternehmen durch
externes, meist branchenerfahrenes Management gekauft. Eine unterstützende
Finanzierung durch Banken und einem Eigenkapital bereitstellenden
Finanzinvestor ist bei einem MBI in der Regel ebenfalls erforderlich.
Ausgehend von den USA und England hat die Nachfolgeregelung
in Form von MBO/MBI einen gewaltigen Aufschwung erfahren. Dieser Trend hat nun
auch Kontinentaleuropa erfaßt. Nach internationalen Erfahrungen kann davon
ausgegangen werden, daß sich bis zu 30% aller Unternehmensnachfolgen auch für
ein MBO/MBI eignen.
Die Gründe für die sehr starke Zunahme der MBO/MBI in Europa
liegen zum einen in der großen Zahl an erfolgreichen Transaktionen. So konnte
bei vielen MBO/MBI eine sehr dynamische Unternehmensentwicklung fortgesetzt
werden, die bei einigen, auch österreichischen Unternehmen zu einem Gang an die
Börse führte.
Gleichzeitig sind die kontinentaleuropäischen Manager zunehmend
bereit, auf eine unternehmensinterne Karriere mit den engen Grenzen eigener
Handlungsmöglichkeiten zu verzichten und wollen häufig lieber
eigenverantwortlich gestalten.
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Vorgangsweise/Prozeß
In der Mehrheit der Fälle leitet der Eigentümer des
Unternehmens den Verkauf entweder direkt oder über einen Berater in die Wege.
In einem ersten Gespräch läßt sich meist rasch abschätzen ob ein MBO/MBI in
einem konkreten Fall überhaupt in Frage kommt.
Liegen entsprechende Grundvoraussetzungen insbesondere im
Hinblick auf das Unternehmen, das Management und die Finanzierbarkeit des
Kaufpreises vor, treten der Eigentümer, das Management und die finanzierende
Bank in einen intensiven Diskussionsprozeß, der vier wesentliche Problemkreise
umfaßt:
·Zukünftige wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des
Unternehmens (Business-Plan)
·Unternehmensbewertung und Kaufpreisfindung
·Kaufpreisfinanzierung
·Steuerliche und rechtliche Optimierung der Transaktion
Die Vorschau der finanziellen Unternehmensentwicklung zählt
bei einem MBO/MBI zu den unerläßlichen Grundlagen und wird auf der Grundlage
des Business Planes prognostiziert. Ein daraus abgeleiteter Finanzplan gibt
gemeinsam mit den im Unternehmen nicht ausgeschöpften Besicherungspotentialen
die Finanzierungsmöglichkeiten vor und determiniert die maximale Höhe eines
realisierbaren Kaufpreises.
Selbstverständlich müssen die rechtlichen und
steuerlichen Rahmenbedingungen frühzeitig in die Überlegungen mit einbezogen
werden.
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In Abhängigkeit von der jeweiligen unternehmerischen
Situation kann üblicherweise davon ausgegangen werden, daß in einer
festzulegenden Finanzierungsstruktur der Anteil des Eigenkapitals bzw.
eigenkapitalähnlichen Mittel zwischen 25 ‑ 50% liegen soll. Die
in der Praxis gebräuchlichen MBO/MBI-Finanzierungsregeln gehen grundsätzlich
von einem kapitalmäßigen Engagement des Management aus, das bei Verlust zwar
schmerzen soll, ohne jedoch die involvierten Personen in den Ruin zu treiben.
Meist bleibt unter Berücksichtigung der Bankkredite und des
vom Management eingebrachten Eigenkapitals eine Finanzierungslücke. Die
Überbrückung dieser Lücke ist in der Regel der intensivste und komplexeste Teil
des Finanzierungskonzeptes. Bei mittleren und größeren Transaktionen ist ein
institutioneller Eigenkapitalgeber für die Finanzierung und damit das
Zustandekommen des Projektes meistens unerläßlich.
Alle Überlegungen münden in ein integriertes Übernahme- und
Finanzierungskonzept, das drei wesentliche Hauptanforderungen erfüllen muß: Die
MBO/MBI-Finanzierung muß für das Unternehmen tragbar sein, sie muß sicher sein,
d.h. die benötigten Mittel müssen zeitgerecht und im benötigten Umfang zur
Verfügung stehen, und die finanzierenden Partner müssen dem Risiko angemessene
Renditen erwarten können.
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Bei Vorliegen dieser Rahmenbedingungen ist ein
Management-Buyout bzw. ein Management-Buyin in optimaler Weise als Weg für die
Unternehmensnachfolge geeignet und bietet gegenüber anderen alternativen Wegen
der Unternehmensnachfolge zum Teil sehr deutliche Vorteile:
Vorteile
·Absicherung und Realisierung des Lebenswerkes durch den
Unternehmer für sich und seine Familie
·der vollständige Rückzug des Unternehmers kann auch schrittweise
erfolgen
·Nachkommen werden nicht gegen ihre Interessen in das Unternehmen
gezwungen
·durch Fortbestand der Managementkultur bei MBO meist geringe
Umstellungsprobleme
·kein Verkauf an die Konkurrenz
·niedrigere Kosten der Transaktion
·diskrete Durchführung der Transaktion
·Fortführung des Firmennamens und der Unternehmensphilosophie
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