Fragen 2, 5, 6, 8, 10, 11 zu
Tenbruck: Was war der Kulturvergleich, ehe es den Kulturvergleich gab?
2.) Gesellschaftliches
Handeln und individuelles Handeln, wo sieht Tenbruck Ähnlichkeiten? Wo könnten
Unterschiede liegen?
Kulturbegegnungen
existieren immer dort, wo Gesellschaften aufeinander treffen und aus
Wissensdrang oder Neugierde heraus, eine soziale Beziehung miteinander
eingehen. Als Beispiel hierfür wird im individuellen Bereich die Situation
unter Nachbarn aufgezeigt.
Ähnlichkeiten:
Blick auf die Nachbarn, die muss man kennen und beobachten, da das eigene
Schicksal oftmals davon abhängt. Die Orientierung am anderen (Nachbarn) wird
zur Basis individueller, sozialer Handlungen, ebenso gehört zum
gesellschaftlichen Handeln auch die Orientierung der Gesellschaften
untereinander.
Unterschiede:
Obwohl Kulturbegegnung immer das erwartbare Ergebnis räumlicher
Nachbarschaft ist, muss dies im Falle des gesellschaftlichen Handelns
nicht zutreffend sein. Während sich ein Individuum meist nur an seinem direkten
Nachbarn orientiert, kann eine Gesellschaft ein Weltbild einer Kultur
verinnerlichen, das kaum an eine Nachbarschaft gebunden ist (bspw. im Antiken Rom
setzte sich die griechische Kultur (obwohl Griechenland längst untergegangen
war) durch).
5.) Was sind
nach Tenbrucks Auffassung die Hauptgründe für interne soziale Differenzierung?
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Differenzierung
wird erst dort möglich, wo aus einer Mehrheit von kleinen Gesellschaften bei
Kulturbegegnung jeweils größere entstehen, durch Zusammenwachsen, Eroberung
oder Unterwerfung. Der Differenzierungsprozess ist das Ergebnis
zwischengesellschaftlicher Vorgänge und Lagen, wobei die Kulturbegegnung die
wahre Triebkraft ist.
6.) Tenbrucks
Kritik an William G. Sumners These vom Etnozentrismus
Tenbruck
kritisiert, dass Sumner die Vielfalt der Begegnungen von Kulturen und das
Verhältnis zwischen Gesellschaften nicht ernsthaft untersucht. Dem
Kulturvergleich warf Sumner wie schon Spencer nationalen Gruppenegoismus vor.
(Ethnozentrismus=eine Nation/Kultur stellt sich selbst in den Mittelpunkt und
alle anderen werden als untergeordnet betrachtet)
Die soziale
Praxis des Kulturvergleichs (Kulturen vergleichen sich immer
untereinander, noch bevor überhaupt eine Kulturvergleichsforschung betrieben
wird). Sumners Theorie vom Ethnozentrismus führte daher, von Tenbruck
kritisiert, dazu, dass die Praxis des Kulturvergleichs in der
Vorurteilsforschung verschwand.
8.) Was
kritisiert Tenbruck grundsätzlich am soziologischen Kulturvergleich?
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Der
Kulturvergleich berücksichtigte auch in keinerlei Weise Außenlagen
(Bedingungsverhältnisse), durch die Kulturen miteinander verspannt sind. Der
Kulturvergleich wird bei Tenbruck als Irrtum der Soziologie bezeichnet, da er
keineswegs beachtet, dass noch vor der wissenschaftlichen Aufbereitung des
Kulturvergleichs ein solcher in der sozialen Praxis bereits existiert hat
(Kulturen haben sich schon immer untereinander verglichen, und dadurch Selbst-
oder Fremddeutungen gegeben).
Der
wissenschaftliche Kulturvergleich erzeugt auch eine weltweite Klassifizierung
der Kulturen, bis hin zu einer weltweiten Einschätzung von Fremdkulturen.
11.) Wie lautete im 19. Jhdt.
die Kritik an der fortschreitenden Geschichtswissenschaft und welche
Auswirkungen hatte diese Entwicklung für die Soziologie?
Im 19. Jahrhundert gab es eine
Fülle von geschichtlichen Erkenntnissen, die anfangs als beeindruckend und
innovativ gefeiert wurden.
Mit der Zeit machte sich aber
Enttäuschung breit, da man sich mit solchen Einzeltatsachen nicht mehr
zufrieden geben wollte. Vielmehr sollte unter dem Vorbild der
Naturwissenschaften Geschichtswissenschaft betrieben werden, um somit
Regelmäßigkeiten und Gesetze aufstellen zu können.
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