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Makrosoziologie .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Sociology
Document category
Homework
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
Additional information
2009, Kaup, Gerd
Responsible User
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Sociology

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Fragen 2, 5, 6, 8, 10, 11 zu Tenbruck: Was war der Kulturvergleich, ehe es den Kulturvergleich gab?

2.)    Gesellschaftliches Handeln und individuelles Handeln, wo sieht Tenbruck Ähnlichkeiten? Wo könnten Unterschiede liegen?

Kulturbegegnungen existieren immer dort, wo Gesellschaften aufeinander treffen und aus Wissensdrang oder Neugierde heraus, eine soziale Beziehung miteinander eingehen. Als Beispiel hierfür wird im individuellen Bereich die Situation unter Nachbarn aufgezeigt.

Ähnlichkeiten: Blick auf die Nachbarn, die muss man kennen und beobachten, da das eigene Schicksal oftmals davon abhängt. Die Orientierung am anderen (Nachbarn) wird zur Basis individueller, sozialer Handlungen, ebenso gehört zum gesellschaftlichen Handeln auch die Orientierung der Gesellschaften untereinander.

Unterschiede: Obwohl Kulturbegegnung immer das erwartbare Ergebnis räumlicher Nachbarschaft ist, muss dies im Falle des gesellschaftlichen Handelns nicht zutreffend sein. Während sich ein Individuum meist nur an seinem direkten Nachbarn orientiert, kann eine Gesellschaft ein Weltbild einer Kultur verinnerlichen, das kaum an eine Nachbarschaft gebunden ist (bspw. im Antiken Rom setzte sich die griechische Kultur (obwohl Griechenland längst untergegangen war) durch).

 

5.) Was sind nach Tenbrucks Auffassung die Hauptgründe für interne soziale Differenzierung?

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Differenzierung wird erst dort möglich, wo aus einer Mehrheit von kleinen Gesellschaften bei Kulturbegegnung jeweils größere entstehen, durch Zusammenwachsen, Eroberung oder Unterwerfung. Der Differenzierungsprozess ist das Ergebnis zwischengesellschaftlicher Vorgänge und Lagen, wobei die Kulturbegegnung die wahre Triebkraft ist.

6.) Tenbrucks Kritik an William G. Sumners These vom „Etnozentrismus“

Tenbruck kritisiert, dass Sumner die Vielfalt der Begegnungen von Kulturen und das Verhältnis zwischen Gesellschaften nicht ernsthaft untersucht. Dem Kulturvergleich warf Sumner wie schon Spencer „nationalen Gruppenegoismus“ vor. (Ethnozentrismus=eine Nation/Kultur stellt sich selbst in den Mittelpunkt und alle anderen werden als untergeordnet betrachtet)

Die soziale Praxis des Kulturvergleichs (Kulturen vergleichen sich immer untereinander, noch bevor überhaupt eine Kulturvergleichsforschung betrieben wird). Sumners Theorie vom Ethnozentrismus führte daher, von Tenbruck kritisiert, dazu, dass die Praxis des Kulturvergleichs in der Vorurteilsforschung verschwand.

8.) Was kritisiert Tenbruck grundsätzlich am soziologischen Kulturvergleich?

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Der Kulturvergleich berücksichtigte auch in keinerlei Weise Außenlagen (Bedingungsverhältnisse), durch die Kulturen miteinander verspannt sind. Der Kulturvergleich wird bei Tenbruck als „Irrtum der Soziologie“ bezeichnet, da er keineswegs beachtet, dass noch vor der wissenschaftlichen Aufbereitung des Kulturvergleichs ein solcher in der sozialen Praxis bereits existiert hat (Kulturen haben sich schon immer untereinander verglichen, und dadurch Selbst- oder Fremddeutungen gegeben).

Der wissenschaftliche Kulturvergleich erzeugt auch eine weltweite Klassifizierung der Kulturen, bis hin zu einer weltweiten Einschätzung von Fremdkulturen.

11.) Wie lautete im 19. Jhdt. die Kritik an der fortschreitenden Geschichtswissenschaft und welche Auswirkungen hatte diese Entwicklung für die Soziologie?

Im 19. Jahrhundert gab es eine Fülle von geschichtlichen Erkenntnissen, die anfangs als beeindruckend und innovativ gefeiert wurden.

Mit der Zeit machte sich aber Enttäuschung breit, da man sich mit solchen Einzeltatsachen nicht mehr zufrieden geben wollte. Vielmehr sollte unter dem Vorbild der Naturwissenschaften Geschichtswissenschaft betrieben werden, um somit Regelmäßigkeiten und Gesetze aufstellen zu können.

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