LSD – Auswirkungen und Verwendung
SPEZIALGEBIET PSYCHOLOGIE & PHILOSOPHIE
Psychologische Wirkung und Risiken
LSD ist die Abkürzung für Lysergsäurediethylamid, welches
1938 erstmals vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann synthetisiert wurde. Er
stellte es aus der namengebenden Lysergsäure her, die in dem, typischerweise
auf Roggen wachsenden Pilz Mutterkorn vorkommt.
LSD ist eines der stärksten bekannten Halluzinogene. Unter
dem Begriff der Halluzinogene werden sehr unterschiedliche psychoaktive Substanzen
zusammengefasst. Das gemeinsame Merkmal dieser Stoffe liegt darin, dass sie tiefgreifende
psychische- und Wahrnehmungsveränderungen hervorrufen können.
Charakteristisch
ist dabei ein stark verfremdendes Erleben von Raum und Zeit sowie Gefühle und des
Selbst.
LSD zählt zudem zu den Psychedelischen Drogen (Psychedelika),
eine Untergruppe der Halluzinogene, zu der unter Anderem auch Psilocybin und
Meskalin gehören.
Der Begriff „psychedelisch“ bezeichnet einen manchmal tranceartigen
Rausch- oder Meditations-Zustand bzw. eine Veränderung des Bewusstseins und der
Sinne, die oft auch als "bewusstseinserweiternd" beschrieben wird.
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Der Begriff und wurde 1956 vom britischen Psychiater Humphry
Osmond, in Zusammenarbeit mit dem britischen Schriftsteller Aldous Huxley geprägt.
Beide Männer suchten nach einem Wort für eine neue Art von Drogenwirkung auf
die Seele.
LSD ist somit das Halluzinogen bzw. Psychedelikum
schlechthin. Seine Effekte variieren jedoch stark von Person zu Person, von
Trip (drogeninduzierten Rausch) zu Trip und selbst während einem einzelnen Trip
ist es sehr wahrscheinlich, dass die Effekte sich ändern.
Abhängig ist dies von einer Vielzahl an Faktoren, unter anderem:
v Dosierung
§ 25 - 50 Mikrogramm: Schwellendosis um
erste leichte körperliche und schwache psychische Effekte zu spüren
§ 50 - 150 Mikrogramm: heute
üblicherweise auf „Partys“ eingesetzte Dosierung
§ 300-500 Mikrogramm: Während den 60ern
bevorzugte Dosierung
§ 300-800 Mikrogramm: Hohe bei
psychedelischen Therapien eingesetzte Dosierung
§ Eine letale Dosierung konnte nicht genau
ermittelt werden, sie wird auf 14000 Mikrogramm geschätzt. Tierversuche lassen
vermuten, dass das Verhältnis von Wirkdosis zu letaler Dosis beim Menschen bei
etwa 1:1000 liegt; da her die tausendfache Dosis einer wirksamen Dosis würde
beim Menschen zu tödlichen Vergiftungen führen (zum Vergleich: bei Alkohol und
Nikotin liegt dieser Wert bei etwa 1:8).
§ Abhängig von Dosierung, Toleranz, Körpergewicht
und Alter, liegt die Dauer eines LSD-Trips in der Regel zwischen 5 und 12
Stunden.
v Frühere Erfahrungen mit ähnlichen
Substanzen bzw. Situationen
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v Setting (Umgebung): es macht einen
großen Unterschied in welcher Umgebung man sich zum Zeitpunkt des Trips
befindet: das Kennen und die Atmosphäre des Raumes, das Wetter, aber auch die
Relation zu den anwesenden Personen
Die
am häufigsten auftretenden Auswirkungen können in folgende Gruppen unterteilt
werden, die allgemein als außergewöhnliche Wahrnehmungs- und
Bewusstseinszustände beschrieben werden können:
v Halluzinationen: Diese können
ebenfalls unterteilt werden in:
§ Illusionen: ein real vorhandener
Sachverhalt wird uminterpretiert und verändert wahrgenommen. Dabei scheint zum
Beispiel ein Gegenstand sich zu bewegen oder es werden Gesichter in irregulären
Mustern wahrgenommen
§ Synästhesien: eine Überlagerungen der
Sinne, z.B. werden Töne in bestimmten Farben gesehen oder gefühlt und
umgekehrt.
§ Pseudohalluzinationen: es werden
Dinge bzw. Szenerien gesehen die in der realen Umgebung nicht existent sind.
Dabei erkennt und bewertet man dieses Phänomen sofort als eine nicht reale
Wahrnehmung.
§ Echte Halluzinationen: das Sehen,
Hören, Schmecken, usw. , von Dingen, ohne dass eine Reizgrundlage vorliegt. Das
bedeutet zum Beispiel, dass physikalisch nicht nachweisbare Objekte gesehen,
oder Stimmen gehört werden, ohne dass jemand spricht.
Echte Halluzinationen treten bei
einem LSD-Rausch im Gegensatz zu Pseudohalluzinationen nur sehr selten auf.
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v „angstvolle Ich-Auflösung“:
beschreibt den Verlust von Fähigkeiten des normalen Zustandes wie
Selbstkontrolle, Urteilsfähigkeit und Realitätskontrolle. Dazu gehören unter
anderem:
§ Gefühl des Bedroht- und Gequält-seins
§ Gefühl, eine fremdgesteuerte Marionette
zu sein
§ Angst, aus diesem Zustand nicht mehr
herauszukommen
Die
Risiken beim LSD-Konsum liegen eindeutig im psychischen Bereich und sind im
Wesentlichen von den obengenannten Faktoren abhängig. Die häufigsten Risiken
und Nebenwirkungen sind hier aufgelistet:
v Erhöhte Unfallgefahr durch
Selbstkontrolle- und Realitätsverlust
v „Horrortrip“: bezeichnet einen Trip,
bei dem es zu starken Angstzuständen kommt, die sich als Panik-Anfälle, das
Gefühl des Alleinseins, Wein- bzw. Schreikrämpfe, Paranoia oder Todesangst
auswirken können.
v Drogeninduzierte Psychose
(„Hängenbleiben“): In seltenen Fällen kann LSD eine latent vorhandene Psychose
auslösen, die unter Umständen unheilbar ist. Hierbei handelt es sich um eine
mentale Störung, bei der die Konsumenten nach einem LSD-Trip nicht völlig in
die Realität zurückkehren. Ihre Wahrnehmung normalisiert sich nicht mehr
richtig, d.h. sie ernüchtern nicht wieder, sondern geraten in eine länger anhaltende
oder auch chronische psychische Veränderung/Störung der Wahrnehmung und des
Denkens,
v Bildung einer Modellpsychose: bezeichnet
psychoseähnliche Erfahrungen während des Trips.
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Diese psychomimetische (eine Psychose nachahmend)
Wirkung wurde genutzt, um dem Psychiater Einblick in den Geistes- und
Bewusstseinszustand eines an einer Psychose Erkrankten zu ermöglichen. (näher
erklärt im Unterpunkt „Psychotherapeutische Behandlung mittels LSD“)
LSD wird als nicht-abhängigkeitserzeugende Substanz
angesehen, da es kein Suchtverhalten erzeugt.
Die Gründe dafür sind unter anderem die hohe gebildete Toleranz von ein bis
zwei Wochen und die zusätzliche Kreuztoleranz zu verwandten Substanzen wie
Psylocibin und Meskalin, machen einen durchgehenden Konsum praktisch unmöglich.
Hinzu kommt, dass kaum das Bedürfnis besteht, sich
wiederholt in die gleiche Situation zu versetzen. Der Wunsch das eben
Erlebte sofort zu wiederholen ist demnach sehr gering ist, sodass viele
LSD-Konsumenten ihren Gebrauch mit der Zeit freiwillig verringern oder ihn ganz
einstellen.
Psychotherapeutische Behandlung mittels LSD
Mehr als 1000 wissenschaftliche Arbeiten machen deutlich, wie
intensiv sich Mediziner und Psychologen in den 1950er und 1960er Jahren mit dem
therapeutischen Potential von psychedelisch wirksamen Substanzen beschäftigten.
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