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Literarische Traditionen II .doc

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Human Science
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German
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2005
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Literarische Traditionen 4
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Das Drama
DAS DRAMA Das Drama (griech. Drama = Handlung) als literarische Form wurde in der Antike Griechenlands erstmals formell entwickelt; wobei Aristoteles in seiner Poetik das Drama in Tragödie und die

Humanismus – Renaissance (16. Jh.)

Man wendet sich wieder der Antike zu, diesen Vorbildern.

Humanismus: Bezeichnung in der Literatur

Renaissance: Bezeichnung in der Architektur (Entstehung neuer Kunst- u.Bauwerke; frz. Wiedergeburt)

Naturlyrik hat 2 Quellen:

  • Antike (griechische, römische Antike)
  • Kirchenleid

Vertreter: Martina Luther

Erasmus von Rotterdam

Martin Luther: "Kinderlied auf die Weihnacht Christi" (=Kirchenlied) (Blatt 1) (1534)

1. Strophe:

  • Engel sprechen (Chor von Engeln)
  • aber noch kein lyrisches Ich; Ich ist Stellvertreter (nicht Individuum)
  • "mehr" kommt von Märchen und bedeutet Mitteilung; ganz bestimmte Botschaft (frohe Botschaft, das Evangelium, das er verkünden möchte)
  • möchte das in Singen und Sagen ausdrücken (in Predigen und Liedern)

Das Lied handelt von Weihnachten, von der Geburt Christi (ab der 2. Strophe), daneben allgemeine Dinge, die weniger narrativ sind (3. Strophe: Grundfundamente des Christentums)

3. Strophe:

  • Grundgedanke des Christentums
  • Heiland: war damals noch sehr an "der Heilende"; der psychisch heilt durch Vergebung der Sünden (® Absolution [Sündenfreiheit herstellen])

8. Strophe:

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15. Strophe:

  • hier sprechen die gläubigen Menschen über die Engel (wie eine Berichterstattung)

loben, preisen, feiern = typisch für die Lyrik, auch das Apostrophe (= Anrede) ist die Grundhaltung der Lyrik ("Oh du...")

Gelegenheitslyrik

Lyrik, die zu bestimmten Gelegenheiten geschrieben wurde (Geburt, Heirat, Tod, Taufe...) an Zwecke gebunden.

Die zweckgebundene Lyrik befreit sich langsam von den Zwecken und ist am Schluss AUTONOM.

2 Sichtweisen: Manche verstehen darunter:

- den Rückzug in den Elfenbeinturm oder

- das Selbstzweckhafte: weggehen von den Zwecken, die die Literatur/Kunst früher hatte (bei Luther v.a christliche Propaganda)

andere Zwecke wären: Geschichtsschreibung, Vermittlung philosophischer Gedanken, Vermittlung psychologischer Gedanken, didaktische Funktion der Literatur

Karl Phillip Moritz

war einer der ersten Literaten, der den Ausdruck der Autonomie ausgedrückt hat. "Das in sich Vollendetet" (ca. 1785 erschienen)

In der 2. Hälfte des 18. Jh. wickelt sich dieser Gedanke deutlich weiter [Goethe und Hegel sind Vertreter der Autonomie ab dem 18. Jh.]

Am Anfang steht eine Art "Eintopf".

z.B. Homer: Odysseus, Ilias: Geschichtliches, Kriegstechniken, Vermittlung von Wissen (z.B. über

Schiffsbau) und zugleich Literatur (ansprechende bildliche Ausdrucksweisen)

Weg in die Autonomie:


Barock (17. Jh.)

Paul Gerhard "Abendlied" (Blatt 1)

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  • nicht mehr bloß auf christliche Vorstellungen bezogen kommt aber sofort zurück auf religiösen Zweck

2. Strophe:

  • Ich spricht (= Stellvertretend für die Gläubigen), das daran denkt, es irgendwann aus irdischem Jammertal zu gehen (also ins Jenseits; Tod ist gemeint)
  • Topos: "Leben ist ein Jammertal" Erlösung kommt erst mit dem Tod

2 Grundgedanken, die in allen Barockgedichten auftauchen:

- Memento mori (Gedanke an Vergänglichkeit und Tod)

- Vanitas: im Sinne von Eitelkeit, Leere (weltl. Dinge, die vergehen), Illusion (wenn man sich an irdische Güter hängt) Gott ist das Einzige, auf das man vertrauen kann

3. Strophe:

  • "Den Rock der Ehr und Herrlichkeit": Spiel mit Irdischem und Jenseitigem
  • "Kleid und Schuhe" = Bild der Sterblichkeit (Zeichen des irdischen Körpers)

zweideutig: Anspielung auf den Abend, wo man zur Ruhe geht auch Anspielung auf den Tod

4. Strophe:

  • wieder zweideutig: wieder Zweideutigkeit; Übergang Tag zur Nacht wird als Übergang vom Leben zum Tod gedeutet

5. Strophe:

  • Bett = Bild für das Grab
  • Abend = Bild für den Lebensabend

6. Strophe:

Bitte, um nicht in Versuchung zu kommen (in die Sünde hineinverleitet zu werden)

7. Strophe:

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  • Epoche der Empfindsamkeit
  • Epoche des Sturm und Drang

Matthias Claudius "Abendlied"

inhaltlich ähnlich wie andere Abendlieder

1. Strophe:

  • reine Naturlyrik: nicht mehr deutliche Fingerzeig auf Grundbestandteile des Christentums

2. Strophe:

  • auch noch Naturlyrik, aber Topos "des Jammerns" kommt herein
  • kann man aber auch ohne christlichen Beigeschmack lesen (Die Anstrengung des Tages), aber schon beladen: Leben = Tag, der von Sünden gekennzeichnet ist und der führt eines Tages zum Abend (=Tod).

3. Strophe:

  • Topos Mond, den man nicht immer ganz sieht, obwohl er ganz übertragen auf viele Dinge, in denen wir nicht alles sehen.
  • Ohne naturwissenschaftliche Erkenntnissen ist diese Zeit nicht denkbar (Galileo, Keppler,...)
  • typisch für die Aufklärung: andere Wissenschaften beeinflussen die Literatur

Indiz dafür, dass das Gedicht in der Aufklärung geschrieben wurde; aber 1. Strophe ist nicht aufklärerisch, sondern empfindsam (viele Autoren dieser Zeit legten viel Wert auf Empfindsamkeit)

  • von Aufklärung im engeren Sinn handelt diese Strophe

4. Strophe:

  • jetzt geht die Naturlyrik eindeutig in Zwecklyrik (christl. Dichtung) über die erworbene Autonomie wird rückgängig gemacht
  • Illusionen, Träume (Eitelkeitslehre vanitas)

5. Strophe:

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  • Abendlied geht wieder direkt zum Thema Tod über
  • Bitte um sanften Tod

7. Strophe:

  • Anrede an Mitgläubige
  • "kalt ist der Abendhauch": zweideutig; noch Moment von Stimmungslyrik und zugleich Schauer des Todes (® Nebenbedeutung oder Konnotation)



Romantik

Joseph von Eichendorff "Mondnacht" (Blatt 2)

  • autonome Naturlyrik
  • Mimesis von Natur (Naturnachahmung) oder Stimmungsbild, in dem Naturwahrnehmung und innere Gestimmtheit, Subjekt und Objekt, zusammenpassen (® Echo ist im Ich selber mitvorhanden)
  • Stimmung bedeutet nicht nur rein optisches, akustisches Nachahmen der Wirklichkeit, sondern eine Interaktion

1. Strophe:

  • der Himmel wird beschrieben in Form von einer Metapher "als" (= Signal für Metapher): drückt aus, dass es eine Berührung gegeben hat. (Metapher drückt also aus, dass es ein Vergleichendes und ein Verglichenes gibt [Bildspender und Bildempfänger])

Bildspender = Kuss, Bildempfänger Mond(licht) (Licht des Mondes, Himmel von oben berührt Oberfläche der Erde; Resultat dieser Berührung: Blütenschimmer)

  • wieder Metapher "träumen": traumartig verschwommenes Bild, traumartige Stimmung aber bezogen auf Erde, auf Blütenschimmer bei Bäumen. Dinge der Natur werden beseelt (Erde kann träumen, Himmel kann küssen)

2. Strophe:

  • mitempfindendes Ich kann man spüren
  • deutliche Beschreibung der Natur durch die Empfindsamkeit

3. Strophe:


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