Humanismus – Renaissance (16. Jh.)
Man wendet sich wieder der Antike
zu, diesen Vorbildern.
Humanismus: Bezeichnung in der
Literatur
Renaissance: Bezeichnung in der
Architektur (Entstehung neuer Kunst- u.Bauwerke; frz. Wiedergeburt)
Naturlyrik hat 2 Quellen:
- Antike (griechische, römische Antike)
- Kirchenleid
Vertreter: Martina Luther
Erasmus von Rotterdam
Martin Luther: "Kinderlied
auf die Weihnacht Christi" (=Kirchenlied) (Blatt 1) (1534)
1. Strophe:
- Engel sprechen (Chor von Engeln)
- aber noch kein lyrisches Ich; Ich ist
Stellvertreter (nicht Individuum)
- "mehr" kommt von Märchen und
bedeutet Mitteilung; ganz bestimmte Botschaft (frohe Botschaft, das
Evangelium, das er verkünden möchte)
- möchte das in Singen und Sagen
ausdrücken (in Predigen und Liedern)
Das Lied handelt von Weihnachten,
von der Geburt Christi (ab der 2. Strophe), daneben allgemeine Dinge, die
weniger narrativ sind (3. Strophe: Grundfundamente des Christentums)
3. Strophe:
- Grundgedanke des Christentums
- Heiland: war damals
noch sehr an "der Heilende"; der psychisch heilt durch Vergebung
der Sünden (® Absolution
[Sündenfreiheit herstellen])
8. Strophe:
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15. Strophe:
- hier sprechen die gläubigen Menschen
über die Engel (wie eine Berichterstattung)
loben, preisen, feiern = typisch für
die Lyrik, auch das Apostrophe (= Anrede) ist die Grundhaltung der
Lyrik ("Oh du...")
Gelegenheitslyrik
Lyrik, die zu bestimmten Gelegenheiten
geschrieben wurde (Geburt, Heirat, Tod, Taufe...) → an Zwecke
gebunden.
Die zweckgebundene Lyrik befreit
sich langsam von den Zwecken und ist am Schluss AUTONOM.
2 Sichtweisen: Manche verstehen
darunter:
- den Rückzug in den Elfenbeinturm
oder
- das Selbstzweckhafte: weggehen von
den Zwecken, die die Literatur/Kunst früher hatte (bei Luther v.a christliche
Propaganda)
andere Zwecke wären:
Geschichtsschreibung, Vermittlung philosophischer Gedanken, Vermittlung
psychologischer Gedanken, didaktische Funktion der Literatur
Karl Phillip Moritz
war einer der ersten Literaten, der den
Ausdruck der Autonomie ausgedrückt hat. "Das in sich Vollendetet"
(ca. 1785 erschienen)
In der 2. Hälfte des 18. Jh. wickelt sich
dieser Gedanke deutlich weiter [Goethe und Hegel sind Vertreter der Autonomie
ab dem 18. Jh.]
Am Anfang steht eine Art "Eintopf".
z.B. Homer: Odysseus, Ilias:
Geschichtliches, Kriegstechniken, Vermittlung von Wissen (z.B. über
Schiffsbau) und zugleich
Literatur (ansprechende bildliche Ausdrucksweisen)
Weg in die Autonomie:
Barock (17. Jh.)
Paul Gerhard "Abendlied"
(Blatt 1)
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- nicht mehr bloß auf christliche
Vorstellungen bezogen → kommt aber sofort zurück auf
religiösen Zweck
2. Strophe:
- Ich spricht (= Stellvertretend für die
Gläubigen), das daran denkt, es irgendwann aus irdischem Jammertal zu
gehen (also ins Jenseits; Tod ist gemeint)
- Topos: "Leben ist ein
Jammertal" → Erlösung
kommt erst mit dem Tod
2 Grundgedanken, die in allen
Barockgedichten auftauchen:
- Memento mori (Gedanke an
Vergänglichkeit und Tod)
- Vanitas: im Sinne von Eitelkeit,
Leere (weltl. Dinge, die vergehen), Illusion (wenn man sich an irdische Güter
hängt) → Gott ist das Einzige,
auf das man vertrauen kann
3. Strophe:
- "Den Rock der Ehr und
Herrlichkeit": Spiel mit Irdischem und Jenseitigem
- "Kleid und Schuhe" = Bild
der Sterblichkeit (Zeichen des irdischen Körpers)
→ zweideutig: Anspielung auf den Abend, wo
man zur Ruhe geht auch Anspielung auf den Tod
4. Strophe:
- wieder zweideutig: wieder
Zweideutigkeit; Übergang Tag zur Nacht wird als Übergang vom Leben zum Tod
gedeutet
5. Strophe:
- Bett = Bild für das Grab
- Abend = Bild für den Lebensabend
6. Strophe:
Bitte, um nicht in Versuchung zu kommen (in
die Sünde hineinverleitet zu werden)
7. Strophe:
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- Epoche der Empfindsamkeit
- Epoche des Sturm und Drang
Matthias Claudius "Abendlied"
inhaltlich ähnlich wie andere Abendlieder
1. Strophe:
- reine Naturlyrik: nicht mehr deutliche
Fingerzeig auf Grundbestandteile des Christentums
2. Strophe:
- auch noch Naturlyrik, aber Topos
"des Jammerns" kommt herein
- kann man aber auch ohne christlichen
Beigeschmack lesen (Die Anstrengung des Tages), aber schon beladen: Leben
= Tag, der von Sünden gekennzeichnet ist und der führt eines Tages zum
Abend (=Tod).
3. Strophe:
- Topos Mond, den man nicht immer ganz
sieht, obwohl er ganz → übertragen auf viele Dinge, in denen
wir nicht alles sehen.
- Ohne naturwissenschaftliche
Erkenntnissen ist diese Zeit nicht denkbar (Galileo, Keppler,...)
- typisch für die Aufklärung: andere
Wissenschaften beeinflussen die Literatur
→ Indiz dafür, dass das Gedicht in der
Aufklärung geschrieben wurde; aber 1. Strophe ist nicht aufklärerisch,
sondern empfindsam (viele Autoren dieser Zeit legten viel Wert auf
Empfindsamkeit)
- von Aufklärung im engeren Sinn handelt
diese Strophe
4. Strophe:
- jetzt geht die Naturlyrik eindeutig in
Zwecklyrik (christl. Dichtung) über → die erworbene Autonomie wird
rückgängig gemacht
- Illusionen, Träume (Eitelkeitslehre → vanitas)
5. Strophe:
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- Abendlied geht wieder direkt zum Thema
Tod über
- Bitte um sanften Tod
7. Strophe:
- Anrede an Mitgläubige
- "kalt ist der Abendhauch": zweideutig;
noch Moment von Stimmungslyrik und zugleich Schauer des Todes (®
Nebenbedeutung oder Konnotation)
Romantik
Joseph von Eichendorff "Mondnacht"
(Blatt 2)
- autonome Naturlyrik
- Mimesis von Natur (Naturnachahmung)
oder Stimmungsbild, in dem Naturwahrnehmung und innere Gestimmtheit,
Subjekt und Objekt, zusammenpassen (® Echo ist im Ich selber mitvorhanden)
- Stimmung bedeutet nicht nur rein
optisches, akustisches Nachahmen der Wirklichkeit, sondern eine
Interaktion
1. Strophe:
- der Himmel wird beschrieben in Form
von einer Metapher "als" (= Signal für Metapher): drückt aus,
dass es eine Berührung gegeben hat. (Metapher drückt also aus, dass es ein
Vergleichendes und ein Verglichenes gibt [Bildspender und Bildempfänger])
Bildspender = Kuss, Bildempfänger
Mond(licht) (Licht des Mondes, Himmel von oben berührt Oberfläche der Erde;
Resultat dieser Berührung: Blütenschimmer)
- wieder Metapher "träumen":
traumartig verschwommenes Bild, traumartige Stimmung aber bezogen auf
Erde, auf Blütenschimmer bei Bäumen. Dinge der Natur werden beseelt (Erde
kann träumen, Himmel kann küssen)
2. Strophe:
- mitempfindendes Ich kann man spüren
- deutliche Beschreibung der Natur durch
die Empfindsamkeit
3. Strophe:
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