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Literarische Traditionen II .docx

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Human Science
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German
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2010
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Literatur verstehen 2
Fachtermini STELLUNG DES REIMS: · umschließender Reim (=Blockreim) a b b a · Kreuzreim a b a b · Paarreim a a b b · Schweifreim a a b c c b · verschränkter Reim a b c a b c METRUM (=VERSMASS):


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Alphatbetisierung:

Um 1700: 5% Alphabeten

Ende 18. Jh: 25 % Alphabeten

Ende 19. Jh: 90% Alphabeten

Entwicklung von der Bibel als Wiederholungslektüre zur extensiven Lektüre wegen Erfindung des Buchdrucks:

·         Orales Zeitalter

·         Handschrift

·         Buch-und Zeitungsdruck

·         Explosion in der Aufklärung -> Medienrevolution

HUMANISMUS

1470-1600

§  Frühaufklärung durch einige wenige Universitätsgelehrte.

§  Beginn der Naturwissenschaften und Astronomie

-> Kopernikus-> heliozentrisches Weltbild

§  Ad fontes! - Zu den (lateinischen) Quellen! (Martinus Luther)

§  Latein bis ca. 1850, dann immer mehr deutsche Bücher

Hans Sachs „Fastnachtspiel“

Picarroroman (Spanien)

->“ Don Quichote“: 2 Schelmen

BAROCK

1600-1720

§  30-jähriger Krieg vernichtet 1/3 der Bevölkerung des deutschen Reiches.

§  Es herrscht Todesangst. -> memento mori

§  Das Irdische ist unbedeutend; vergänglich

§  Vanitas: eitle Leere

§  Naturgesetze: auf empirischen Beobachtungen beruhend. ->Newton: Gravitation

Empirismus <-> Rationalismus

Empirische Induktion: Von Einem auf das Ganze.

Bacon, Locke

Rationalismus: Deduktion: Ableitung von Gegebenheiten

Verstand, logische Gesetze

Descartes

 

 

§  Erste Dichtungstheorien (Poetiken) in deutscher Sprache.

Davor: Aristoteles (Mimesis),

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Prodesse wird auch docere (lehren) genannt

Zu Anfang in Bezug auf den Glauben, dann eigener Zweck der Literatur in sich selbst.

-> Autonomie-Zweckfreiheit-Selbstzweck

-sinnliche Erkenntnis (konkretes Erkennen) das Interessante

Poetik:

·         Dichtungstheoretische Grundüberlegungen

(Mimesis)

·         Gattungen; d(r)eskriptive Regeln

In der Aufklärung wird die Begründung der Regeln gefordert.

18. Jh: kritischer; beginnt mit Gottsched

§  Ständeklausel: Principes et reges in ernstzunehmender Literatur müssen die Hauptpersonen zumindest adelig sein.

AUFKLÄRUNG

1720-1785

§  Empirie und Rationalität => kritische Prüfung

§  Gottsched: Wahrscheinlichkeit statt Wunderbarem

§  Lessing attackiert den Wunderglauben z.B. in Nathan der Weise.

Für ihn ist die vernünftige und menschliche Tat das wahre Wunder. Heiligengeschichten sind Aberglaube.

§  Sapere aude! - Wage zu denken! (Autonomie)

§  Kant:

·         Kritik der praktischen Vernunft: menschliches Zusammenleben

Vernunftmoral

Kategorischer Imperativ

·         Kritik der reinen Vernunft

·         Kritik der Urteilskraft: Kunsttheorie

Interesseloses Wohlgefallen

Zweckfreie Kunst

Lessing - Drama

Wieland - Roman

 

§  Wolff: Gott existiert außerhalb der Welt

Es gibt keine Wunder

Erde wird mit Uhrwerk verglichen

o    Deismus: Die Welt gehorcht Naturgesetzen. Gott greift nicht mehr ein.

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Medienwandel: Zeitschriften- und Buchdruck

Wissensrevolution

Schulgründungen

Lesezirkelgründungen

Bibliotheksgründungen

Die Romanproduktion steigt an.

Empfindsamkeit

Sentimental journey

§  Pietismus: Individuelle Frömmigkeit

Religiöse Selbstanalyse; Gewissensforschung

=> Psychologie:

Karl Philipp Moritz: Magazin zur Erfahrungssseelenkunde 1783-1793

Gefühlsbetonte Idyllen: Voß

Werther

Klopstock: Messias

Richardson: Clarissa, Pamela

Sturm und Drang

1786-1832

§  Weg mit Autoritäten und Konventionen

Lenz: „Der Hofmeister“, „Die Soldaten“

KLASSIK

1789-1832

§  Goethe lässt sich durch den Adel bestechen. Adelsstand für Goethe und Schiller.

§  Zurück auf griechische Klassik

Klassische Dramenstruktur: „Iphigenie“, „Maria Stuart“

ROMANTIK

1789-1835

§  Napoleonische Kriege

§  Zuwendung zum (niedrigen) Volk =>Nationalismus

§  Gegen Absolutismus

§  Psychologische Sich in Literatur und Wissenschaft

§  Traumdichtungen

Tieck „Der blonde Eckbert

Schelling: zum ersten Mal das Unbewusste

Fichte: Dualismus von Ich und nicht Ich

E.T.A. Hoffmann: Die Nachtseite in der Literatur

§  Nachtstücke: „Der Sandmann“, „Das Fräulein von Scuderi“

§  Volksmärchen, Sagen: Bentano + von Arnim

Gebrüder Grimm

Kasperl und Annerl

 

 

Spätromantik:

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Von Eichendorff; Novalis

Schlegel: Ziel: Gattungsmischungen

Zwischen Romantik und Klassik

·         Kleist: Dramen-> klassische Versform + romantische Stoffe

·         Hölderlin: klassische Formen + Mythisierung der Welt

·         Hegel: „Vorlesung über Ästhetik“ von seinen Studenten aufgezeichnet; fasst alle Dichtungstheorien zusammen

·         Hebel

BIEDERMEIER

·         Politische Enthaltsamkeit; (Spieß)bürgerliches

·         Grillparzer: „Medea“: Psychologisierung

·         Mörike: Prüderie

VORMÄRZ JUNGES DEUTSCHLAND

·         Heine: `Postromantik` ->Liebeslyrik

·         Büchner: Darmstadt, Medizin in Straßburg, Giesen

Gründete Gesellschaft der Menschenrechte

mit Ludwig Weidig: Hessischer Landbote: „Krieg den Palästen..“

Verrat von Klemm => Verhaftungen

Büchner flieht in die Schweiz

„Dantons Tod“, „Lenz“

LYRIK

·         Elegie: von Schiller und Hölderlin aufgegriffen

·         Ode: 500 vor Christus

·         Idyllische Liebeslyrik, Naturlyrik: Theokrit, Voß

·         Trink-und Liebeslieder: Anakreon

·         Liebeslyrik, erotische Lyrik: Ovid

·         Sonett: Petrarca

·         Erlebnislyrik: neu, Goethe

Ein Lied auf die Weihnacht Christi“ Martin Luther Seite 1

Humanismus

·         4-Zeiler

·         Meistens Jamben

·         Paar-oder Kreuzreime

·         „Kirchenpropaganda“

Inhalt:

·         Jesusgeschichte + christliche Dogmen

·         Ein oder mehrere Engel sprechen

·         8. Strophe: Sprecherwechsel zwischen Engel und Sünder

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·         Letzte Strophe: Weihnachten und Neujahr

v  Gelegenheitslyrik: Kirchenjahr + Hochzeiten

v  Aus dem Kirchenspiel entwickeln sich Theater und Drama

„Abendlied“ Paul Gerhardt S.1

Barock

·        Abendgebet von der Familie im großen Haus.

·         Der Hausvater spricht oder singt

·         Wiederkehrende Motive:

o   Abend: Arbeit ruht, Anstrengung ist zu Ende, wird auf die Welt übertragen; -> Tod

o   Bett: Grab

o   Arbeit am Tage: Sünden des Lebens

o   Kleid der Sterblichkeit: Arbeitskleidung

o   Sterne: Verstorbene

·         Das Leben als Jammertal; im Tod kommt die Ruhe

v  Zweckliteratur: Segen für Umgebung; Grundgedanken des Christentums

v  Gelegenheitsgebunden

v  Naturbeschreibung: Das Naturbild verselbstständigt sich. (Siehe Matthias Claudius)

„Abendlied“ Matthias Claudius Seite 1

Aufklärung

1.      Strophe: Natur emanzipiert sich; löst sich von Dogmen

Es zählt das Bild an sich

Mond: ->Naturwissenschaft

Eitelkeit -> Vanitas (alle irdischen vergeblichen Mühen)

„Mondnacht“ Eichendorff Seite 2

Romantik

·         Starke Loslösung vom Zweck

·         1. Und letzte Zeile: Konjunktiv aus Vorsicht, christlich dogmatisch zu werden

·         Reine Naturlyrik: Mondlicht auf Blüten

·         Kirchliches ist nur nebensächlich; schwingt mit

Himmel ->Gottesbezug

Seele ->christliche Seele

Nach Hause fliegen zu Gott; in die Glaubensheimat

 

 


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