Er fälscht
seine Herkunft. Bernhard zeigt in seiner Autobiografie eine Selbstzeichnung
eines interessanten Umfelds. Es gibt das "Ich" und die Feinde, und
das "Ich" muss sich durchsetzen. Er erzählt fast alles in
Superlativen (die Welt ist böse, ich bin gut à es gibt keine Graustufen). Es geschieht ein
existenzielles Unglück, aber keine Gründe werden dafür beschrieben. Mit
Augenzwinkern schafft Bernhard eine "Absolutsetzung." Durch Ostinatio
(permanente Wiederholung) wird die Überzeugungskraft gestärkt.
Die Literatur kann die Welt retten; sie
hilft gegen die totalitäre Geisteskrankheit.
Die Erynnien sind Rachgöttinnen. Es ist
eine inszenierte Autobiografie; das Zentrum der Reflexionen ist eine Frau,
evtl. Ingeborg Bachmann (in: "Mein Name sei Gantenbein"). Frisch
schreibt über Grundüberlegungen zur Frau. Warum ist Mondhauch eine
Autobiografie? Es kommt die Idee vom Leben darin vor; Biografie – ein Spiel:
Der Protagonist kann sein Leben noch einmal leben und macht nicht viel anders.
Die Autobiografie Canettis: Er hört als
Kind seine Eltern in einer anderen Sprache reden; in der Intimsprache.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Canetti beschreibt die Stufen der
Sprachentwicklung. Er widmet sich der Thematik der Weltliteratur
(Selbstinszenierung). Der Sprachverlust führt zu der Möglichkeit, ein Mörder zu
werden.
Canetti geht mit seiner Mutter nach
England; die Versinkung der Titanic wird zu einem prägenden Kindheitserlebnis.
Das Thema Sexualität wird von der Mutter tabuisiert und Canetti war dankbar
darüber. Canetti verwendet einen gereinigten Sprachstil ohne regionale
Ausprägungen. Bernhard und Canetti hatten eine gute Verbindung, sie hatten
einen ähnlichen Sprachstil und Absolutsetzungen.
Rainer Baumgart.
Transport der Lebenserfahrung,
Intertext: Das Buch von seinem Freund Philipp Roth: "Mein Leben als
Mann", schildert Erfahrungen. Nach dem Krieg spionierte er für den Westen,
wurde 20 Jahre eingesperrt und auch seine Familie wurde verhaftet.
Die Stimmung unter den Schriftstellern
war angespannt; Härtling: "Wir schreiben Katastrophenliteratur". Man
schrieb über Beziehungsformen, Ende der Liebe usw., z.B. "Die Einsamkeit
der Haut", "Ferne Frauen" usw.
Boto Strauß: Paare, Passanten:
Das beschädigte Leben in verschiedenen Perspektiven.
"Liebe machen" à Sehnsucht nach reiner
Sexualität.
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Die Komplexitätserfahrung hat erst den
Typ des Populisten herausgebracht. Das Individuum muss sich anpassen, alles ist
komliziert (die Prognosefähigkeit hat abgenommen) à hohe Initation.
"Die neue Unübersichtlichkeit"
à man durchblickt
nichts mehr, die großen Erzählungen (grands redits) greifen nicht mehr (z.B.
über die Weltbilder). Die ökologische Apokalypse wurde vorausgesagt ("Wir
werden an den Abgasen ersticken"). Die 80er Jahre sind das Jahrzehnt der
kulturellen Verunsicherung; die Literatur bekam ein neues Deutungspotenzial und
wurde relevant. Die Aufklärerische Vernunft wird relevant und wird für
Herrschaftssicherungen eingesetzt à
klärt sich selbst auf, zynisch, gegen die Aufklärung.
Es geht um eine Kommunikation, die
Menschen zusammenbringt. Ein streitendes Paar geht in Therapie, doch die Lüge
wird nur verstärkt; die Beziehungslosigkeit bekommt einen ideologischen Deckel.
Das Gespräch über die Gefühle ersetzt die Gefühle. Warum Farce? Farce = eine Abwandlung,
eine Einlage bei den Osterspielen mit derben, kräftigen Elementen,
absurd-komisch. Kalldewey sagt nur Obszönitäten und derbe Witze, das gehört zur
Farce. Wie wird Kalldewey charakterisiert? Er ist obszön, niemand kennt ihn, er
hat nur diese eine Eigenschaft (Obszönität), keiner mag ihn und er verschwindet
von der Bildfläche.
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(Erinnerung); man kann sehen, wie orientierungslos man unterwegs ist à die Selbstreflexion hilft
nichts, weil man nicht eingreifen, sondern nur sich selbst zuschauen kann. Mann
und Frau haben keine Personalisierung.
Es ist die Entwicklung eines modernen
Dramas, weil alle Handlungen und Intensionen ziellos sind. Warum haben die
Personen kein Ziel? Weil die Ziele nicht in die Handlungen umgesetzt werden à das Stück hat keine
Zeitstruktur, keine Kontinuität, auch nicht in der Ausrichtung der Menschen
(sie tun sich schwer, sich zu erinnern; es gibt nur bruchstückhafte
Erinnerungen). Das ist absurd. Die Gegenwart kann nicht konzipiert werden.
Realistische Elemente in
"Kalldewey, Farce":
- Therapiediskurs
- Szene mit dem Chef, Angestellter
will aufstehen
- Waschmaschinengeschichte: Der
Handwerker will die Waschmaschine reparieren und streitet sich am Ende mit
dem Mann (bekannte Phrasen)
- Kollabieren/ Konvergieren der
politischen Ideologien à
alles geht in Richtung Einheitsmeinung im Sinn einer totalen Ideologie.
Es gibt verschiedene Jargons, keine
Kommunikation. Es gibt auch keine Verständigung zwischen den Personen à keine Psychologie.
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ist in diesem Stück verpackt.
Es ist keine Geschichte, sondern ein
Epos ohne Handlung. Es gibt keinen Stoff außer das Existieren. Handke befindet
sich immer auf der Schwelle zwischen Nähe und Ferne; er nennt das
"Mittelgrund". Wieder-holung (etwas Abwesendes wieder holen). Die
Geschichte ist in einer Form des Ankommens geschrieben; es gibt eine gerichtete
Gehbewegung, er möchte ankommen. Es gibt eine Reflexion auf den Text selbst à romantische Ironie. Handke zielt
auf eine Einheit und auf’s Ganze. Was ist das Glück bzw. der Ort des Glücks?
Etwas, das mir durch meine Bereitschaft entgegenkommt; jeder soll sein Glück
verfolgen à Radikale
Absage, sein Glück zu machen. Man muss seine Ideen von Lebens- zu Schreibideen
verwandeln. Es kommen viele Zitate darin vor. Ein mystisches Paradox ist es,
die Gegenwart als erinnerte zu erleben. Glück kann der Mensch erst in der
Erinnerung empfinden. Man soll sich möglichst von der Außenwelt abschotten, um
den mystischen Moment zu erleben.
Es ist eine theoretische Reflexion; eine
romantische Ironie verbunden mit der Du-Anrede, eine antimoderne Idee. Modern
ist ein absoluter Bezug auf die Zeitachse, die Zeit dominiert unser Denken.
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