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Neue Schriftstellergenerationen: Die meisten
Schriftsteller schrieben einfach weiter, es gab keine Stunde Null der
Literatur nach 1945. Die literarische Kontinuität wurde fortgesetzt, es gab
keinen klar ersichtlichen Bruch.
Z.B. Franz Nabl: schrieb bei der
Festschrift für Deutsch-Österreich und zu Hitlers Geburtstag; wurde 1943
Ehrendoktor an der Universität (der Direktor der Universität war ein Nazi), und
Nabl schrieb kritische, moderne Romane (Land = idyllisch, ruhig; Stadt =
moralischer Verfall, Nervosität, steht für das Judentum). Gegner von Franz
Nabl: Gerhard Roth.
Nach dem Krieg passte sich Franz Nabl
wieder an und bekam den Roseggerpreis, gemeinsam mit Paul Anton Keller, Max
Mell usw.
Manche Autoren zogen sich während der
Nazi-Zeit in die innere Emigration zurück. Sie schrieben über die Natur (=
"Das Gesunde"), was Kritiker als die "Literatur der Lurche und
Molche" bezeichneten. Man versuchte, einen neuen Ausgangspunkt zu finden,
da es keine Stunde Null gab, und engagierte daher jüngere Autoren, die die
Literatur neu positionieren sollten.
Die Autoren, die schon vor 1900 geboren
waren, wollten aus den Fehlentwicklungen lernen, z.B. Johannes R. Becher,
Alfred Döblin, Thomas Mann usw. Autoren, die vor 1933 schon als Schriftsteller
tätig waren, waren sichtlich vom Kriegsgeschehen geprägt, z.B.
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Thomas Mann galt seit seiner
Ausbürgerung 1936 im westlichen Ausland als Wortführer der Emigranten. Er war
jedoch im Deutschland des Jahres 1945 weitgehend unbekannt. Er war dagegen,
sich äußerlich dem Regime zu unterwerfen, innerlich jedoch zu rebellieren, da
gerade das den Nationalsozialismus möglich gemacht hätte. Daher bezeichnete er
auch die in der Nazi-Zeit veröffentlichten Bücher als "weniger als
wertlos", sie sollten eingestampft werden, weil sie das Verbrechen
schmücken. Er lehnte die Rückkehr nach Deutschland ab und verarbeitete die
deutsche Geschichte drei Jahre später in "Doktor Faustus", in
dem er das Schicksal des deutschen Geistes in Form von Adrian L. berichtet, der
sich bei einer Prostituierten ansteckt (wie Nietzsche).
Es entstand eine neue Zeitschrift: Der
Ruf (Hrsg. v. Alfred Andersch und Hans Werner Richter). Diese Zeitschrift
sollte die Redemokratisierung fördern. Re-education galt als Leitidee der
amerikanischen Besatzung Deutschlands à
Umerziehung zum demokratischen politischen Leben. In Deutschland wurden 2000
Zeitungen mit diesem Ziel gegründet, z.B. "Die Gegenwart" (Hrsg. v.
Alfred Döblin), allerdings gab es eine Zensur durch die Besatzung. Der Ruf nahm
eine sozialistische Ausprägung mit Kritik an der Besatzungspolitik an und wurde
im April 1947 wegen Nihilismus verboten.
Wolfgang Borchert: Draußen vor der
Tür
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Als Beckmann heimkehrt, hat seine Frau
einen anderen und will ihn nicht mehr zurück; einzig ein Mädchen gibt ihm
Unterkunft. Er verlässt dann aber das Mädchen, da er mit seinem gespaltenen
Schuldbewusstsein nicht leben kann (zum einen fühlt er sich für den Tod vieler
Soldaten verantwortlich, zum anderen sieht er sich als Ehebrecher).
Die Figuren in Borcherts Stück haben
keine Namen, sondern sind nur Allegorien. Die Stationen werden alleine von
Beckmann bestimmt, die Realitätsebenen verwischen sich.
Carl Zuckmayer: Des Teufels General
In der Verfilmung des Dramas ist Kurt
Jürgens die Verkörperung des kräftigen, redlichen Deutschen.
Historischer Bezug des Dramas:
Luftwaffengeneral Udet beging Selbstmord, weil er von Hitler für Misserfolge
verantwortlich gemacht wurde; offiziell wurde aber die falsche Meldung
verbreitet, Udet sei beim Ausprobieren einer neuen Waffe tödlich verunglückt.
Inhalt des Dramas: Hauptfigur Harras
(Udet) bemerkt, dass immer mehr Kampfmaschinen abstürzen; er vermutet Sabotage.
Harras ist ein normaler Soldat und wird verdächtigt, die Sabotage zuzulassen.
Er ermittelt selbst und erkennt seinen Freund Oderbruch verantwortlich ist.
Harras ist im Konflikt: seinen Freund verraten oder neue Kampfmaschinen
auszuprobieren. Er wählt die zweite Möglichkeit und legt sein Schicksal in
Gottes Hände. Er stürzt ab und stirbt. Er bekommt ein Staatsbegräbnis.
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