Musil
begann mit dem Roman im Jahre 1913 und beinhaltet er daher den Zerfall der K
& K Monarchie nach dem 1. WK. Es fließt aber auch der Austrofaschismus mit
ein. Er hat bis zu seinem Tod im Jahre 1942 an dem Roman geschrieben. Es ist
ein Gegenwartsroman (Handout 3).
Musil
bezeichnete das Staatsgebilde als Kakanien (K & K Monarchie), was zugleich
eine schillernde, utopische und ironische Bezeichnung ist. Eine Pluralität auf
engstem Raum ist sehr schwer (Sprachen, Nationen, Kultur, Konfirmationen,
etc.). Das Staatsgebilde Österreich-Ungarn hat Musil besonders fasziniert. Eine
Gleichberechtigung der Sprache kann gar nicht funktionieren bzw. existieren.
Das ist nicht möglich.
Was
ist nun die immanente Fragmentarizität eines Werkes? Das Werk ist zwar als
Ganzes erhalten, aber es ist in sich nicht abgeschlossen, es ist zerrissen.
Canetti
war ein Todfeind, d.h. er ist gegen den Tod, quasi ein Feind des Todes. Er
sagte, auch wenn Musil noch viel länger gelebt hätte, hätte er den Roman
trotzdem nicht abschließen können, es ist nicht möglich.
Musil
begleitete eine Erzählverweigerung. Im Eingangskapitel schreibt er ..woraus
bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht.. (Handout 4). Es ist keine Geschichte
im traditionellen Sinn, er liefert nur das Kapital, alles Individuelle wird ins
Abstrakte erhoben (Handout 5).
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Ulrich
ist die Hauptfigur, sein Familienname wird verschwiegen. Es handelt hier um
drei Versuche Ulrichs ein bedeutender Mann zu werden, zuerst als Offizier, dann
als Ingenieur und dann als Mathematiker. Doch alle drei Versuche waren
unbefriedigend.
Er machte die Erfahrung der Selbstentfremdung. Für die Rettung
seiner Eigenheit musste er ein Jahr Urlaub vom Leben nehmen (Handout 6). Ein
großes Thema in dem Werk ist also die Rettung der Eigenheiten.
Im
Meister Eckhart gibt es die Passage: "eines, das ich meine, das ist
weiselos" Menschliche Eigenschaften sind Körpergröße, Haarfarbe, Brille,
etc. Doch diese Eigenschaften sagen nichts über uns aus. Daher muss man diese
ablegen, da uns diese nicht definieren.
Der
Handlungskern des Romans ist die Parallelaktion. Ulrich wird brieflich
von seinem Vater kontaktiert (Handout 7). Der Friedenskaiser Franz Josef hat
ein Jahr später die Kriegserklärung unterschrieben mit den Worten: "Ich habe
das nicht gewollt." Der Krieg führte zum Untergang beider Reiche. Ulrich
schließt sich der Parallelaktion an und wird sogar Sekretär. Es gab äußerst
skurrile Beiträge von den Sitzungsmitgliedern. Bis der General Stumm von
Bordwehr kam. Er schlug eine neue Richtung ein (Handout 8).
Dieser
General zeigte die Absurdität des Krieges und der Aufrüstung. Wir führen Krieg
für den Frieden.
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Der
Mann ohne Eigenschaften thematisiert auch die Geschwisterbeziehung. Diese steht
jenseits der Gesellschaft. Die Inzestschranke wurde überschritten. Dies wird im
Kapitel Reise ins Paradies deutlich. Es werden scheinbar negative soziale
Schranken überwunden (Handout 9).
Der
Sexualmörder Moosbrugger, das Inferno des 1. WK. und der Inzest stehen in einem
Dreiecksverhältnis zueinander. Alles hängt zusammen.
Die
Geschwisterliebe nimmt immer stärkere Formen an. Dies wird im Kapitel Atemzüge
eines Sommertags deutlich. An diesem Kapitel hat Musil noch bis zu seinem Tod
im Jahre 1942 gearbeitet.
Was
ist eigentlich Mystik? Mystik ist nicht rational, es ist ein anderer Zustand.
Es gibt die Liebes- und Todesmystik, die religiöse und sexuelle Mystik, etc.
Mystik bedeutet Einheit
(unio mystica). Die Grundlage der Mystik ist also immer ein
Einheitserlebnis (z.B. Ich und die Welt). Musil beschreibt die andere Seite, er
hat Akzente gesetzt: "Wir haben nicht zu viel Verstand und zuwenig Seele,
sondern wir haben zu wendig Verstand für die Fragen der Seele."
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