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Lernen und Begabung - Entwicklung von Leistungsunterschieden und schulbezogenen Kompetenzen (Page 2).doc

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Social Science
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Pedagogy
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University, School
Universität Stuttgart
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Seminar: Lernen- Lehre- Motivation, Wintersemester 06/07
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Pedagogy

Märchen als Mittel der Sprachförderung bei Kindern im Schulkindergarten
Märchen als Mittel der Sprachförderung bei Kindern im Schulkindergarten Diplomarbeit zur Diplomprüfung an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen vorgelegt am: 20.10.1993 von: Kerstin

Die Ergebnisse zeigen, dass überdurchschnittliche Intelligenz für Mathematik weder erforderlich, noch hinreichende Voraussetzung ist. Spezifische Begabung und persönliche Lerngeschichte scheinen also eine größere Rolle als überdurchschnittliche Intelligenz zu haben.

Dies entspricht auch den Erkenntnissen der Verhaltensgenetik, welche nach neuesten Erkenntnissen davon ausgeht, dass die Entwicklung der Intelligenz nur zu 50% genetisch bedingt ist und die anderen 50% auf Umwelteinflüsse zurückzuführen sind. Über die sogenannten Umwelteinflüsse geben die Pisastudien interessante Aufschlüsse.

Sie zeigen nämlich, dass der soziale Hintergrund eine entscheidende Rolle beim Lernerfolg der Schüler und der Einteilung dieser bei gleicher Intelligenz in das dreigliedrige Schulsystem, spielt.

Erwähnt sei noch, dass bei der Entstehung von Leistungsunterschieden genetischen Einflüsse auch bei der Kapazität des sogenannten Arbeitsgedächtnisses, das neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft, wie auch bei sprachlichen und räumlich-visuellen Fähigkeiten ermittelt wurden.

Zu Gruppenunterschieden bezüglich Geschlecht, Rasse und ethnischer Herkunft und den der Forschung in diesem Bereich unterworfenen Mechanismen widmet dem Interessierten Elsbeth Stern in ihrem Buch Lernen macht intelligent ein eigenes Kapitel.

 

 

  1. Konsequenzen für das Lehren und Lernen

 

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Es scheint zunächst naheliegend anzunehmen, dass es nur dann sinnvoll ist die Intelligenz als Grund für Leistungsunterschiede heranzuziehen, wenn Schüler mit gleichem Bildungs- und Sozialhintergrund sowie gleichen schulischen Lerngelegenheiten unterschiedliche Leistungen zeigen.

Doch so einfach ist es nicht, obwohl Intelligenz durchaus im Zusammenhang mit guten schulischen Leistungen stehen kann, ist sie keine Garantie für diese, da noch eine Reihe weiterer Faktoren miteinbezogen werden müssen. Eine der wichtigsten Variablen stellt dabei die Motivation dar. Ihr widmete die OECD in ihrer Untersuchung Das Lernen lernen – Voraussetzungen für lebensbegleitendes Lernen.

Ergebnisse von PISA 2000 ein eigenes Unterkapitel Kapitel 2: Motivation, selbstbezogenes Vertrauen, Lernstrategien und Leistung.

Daraus sollte aber nicht geschlossen werden, dass Intelligenz für die Schulleistung eher nebensächlich wäre, sondern es zeigt, dass die Schule in weit größerem Maß als oft angenommen an der Förderung der einzelnen Schüler und damit ihren Leistungen beteiligt ist.

Führende Forscher aus dem Bereich der Pädagogik fordern deshalb, „Begabungen muss man suchen, erkennen, anerkennen, ansprechen“ und attestieren bei schlechten Schulleistungen, „dass es der Schule nicht gelungen ist, die Intelligenzreserven eines Individuums zu optimieren.“

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Außerdem warnt sie eindringlich vor weiteren Formen „pseudowissenschaftliche Psychologisierung“

Die Kategorisierung von Schülern stellt sich sehr ambivalent dar. Zum einen entspringt die Einteilung in verschiedene sogenannte Schubladen einem natürlichen menschlichen Bedürfnis nach „Reduktion von Komplexität“, welche durchaus seine sinnvolle Berechtigung hat, da sie erlaubt neues Wissen aus bereits bestehendem entwickelt und damit schlussfolgerndes Denken ermöglicht. Zum anderen führt dieses Verfahren aber nur allzuschnell zu Vorurteilen, da aus gezeigtem Verhalten auf Eigenschaften geschlossen wird, und auch zur Bildung falscher Kategorien, wie die weit verbreitete Einteilung in Lerntypen zeigt. Bei der Arbeit mit Schülern ist eine Form der Einteilung aber schon aus rein praktischen Gründen nicht zu vermeiden, da sowohl die Schulart als auch die Unterrichtgestaltung zum Schüler passen muss um einen optimalen Lernerfolg zu sichern.

Welche Einteilung wäre nun sinnvoll?

Elsbeth Stern rät dazu, und dieser Meinung möchte ich mich anschließen, eine „Differenzierung ohne Persönlichkeitsdiagnostik“ vorzunehmen. Stattdessen sollte akzeptiert werden, dass sich die Schüler aufgrund spezifischer Vorraussetzungen und Kompetenzunterschiede von Anfang an unterscheiden.

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Dazu dienen bei der Unterrichtsvorbereitung Fragen wie etwa: „Welche Routinen müssen beherrscht werden? Welche Begriffe müssen verstanden und welche Fakten müssen bekannt sein, damit ein bestimmtes Lernangebot genutzt wird? Wie könnte das Wissen aussehen, das einige Schüler bereits mitbringen? An welche Art von Wissen kann man anknüpfen? Wo liegen die Quellen für Missverständnisse? Welche unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es, einen bestimmten Sachverhalt auszudrücken? Welche Veranschaulichungsformen können angeboten werden?“

Nach der auch in der öffentlichen Meinung und Popularpresse gern rezipierten These Sterns „Lernen macht intelligent“, auch unter Titeln wie „Wissen schlägt Intelligenz“zu finden. Besondere Bedeutung misst die Lernforscherin dabei dem Schulbesuch zu. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen aus dem fast schon banalen Grund, dass in der Schule die Zeichensysteme eingeübt werden, welche auch bei Intelligenztests eingesetzt werden, so gibt es beispielsweise einen wenn auch indirekten Zusammenhang zwischen der Vertrautheit mit Zahlen sowie den Grundrechenarten und den numerischen Aufgaben in Intelligenztests. Dies lässt sich auch auf andere Bereiche des schulischen Kompetenzenerwerb und den entsprechenden Aufgabenbereich erweitern. Zum anderen fördert der Schulbesuch auch das, wie bereits erörtert entscheidende Element bei der Intelligenzdefinition nämlich die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken und das dafür grundlegende Verständnis für „die Spielregeln im Umgang mit hypothetischen Situationen“. Aber auch die Einübung sogenannte Kontrollstrategien und der Prozess der Automatisierung spielen hier eine wichtige Rolle.

Es ist also eindeutig sowohl ein Zusammenhang zwischen Wissen und Lernen festzuhalten, als auch einer zwischen Wissen und der entsprechenden Anwendung, d.h. Lösungsstrategien mit Hilfe von vorhandenem Wissen finden. Lernen zeigt sich also im „Zusammenspiel der Wissensarten“. Daher lautet die Forderung von Forschern in Führungspositionen „Einsichtsvolles Lernen: Bewusste Steuerung des Wissensnetzwerkes“. Besonders im Zusammenhang mit dem sogenannten Hirnjogging weist die wissenschaftliche Forschung darauf hin, dass nicht bloßes Wiederholen sondern die Beschäftigung mit anspruchsvollen Aufgaben, die das selbstständige Denken anregen die Intelligenz fördern.

In Zukunft sollte die Schule also gesteigerten Wert auf die Vermittlung von effektiven Lernstrategien legen und vor allem eigenständiges und aktives Lernen fördern. Des Weiteren muss innovatives Verhalten durch vielfältige Inhalte Lernquellen und Materialen geweckt werden. Und nicht zu letzt sollte auch der erwiesenermaßen positive Einfluss der Motivation auf die schulischen Leistungen, wie sie zu letzt von der PISA-Studie 2000 im Bereich Lernen lernen gezeigt wurde verstärkt miteinbezogen werden und damit zu mehr selbstgesteuertem Lernen führen.

 

 

5.     Literatur

 

 

Artelt, Baumert, Julius-McElvany, Peschar:

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http://www.brigitte.de/frau/familie/fruehfoerderung/index.html?p=2

Carle: Begabung, Entwicklung, Motivation. In: http://www.paedagogik.uni-osnabrueck.de/lehrende/carle/seminare/winter99/begabung.htm 11. 06. 2008

DIE ZEIT 26.06.2003 Nr.27. In: http://www.zeit.de/2003/27/C-InterviewStern?page=all

Gardner: Der ungeschulte Kopf. 1993

Gardner: Intelligenzen. In: http://www.paedagogik.uni-osnabrueck.de/lehrende/carle/seminare/winter99/begabung.htm 11. 06. 2008

Neubauer / Stern: Lernen macht intelligent. Warum Begabung gefördert werden muss. München 2007

Neumann: "Begabung und Lernen" Bildungsreformgrundsätze auf dem Prüfstand.(Vortrag auf einer Tagung des Arbeitskreises Gesamtschule e.V.) In: http://www.ak-gesamtschule.de/Archiv/Begabung%20und%20Lernen.htm style='color:black'>06. 06. 2008

Stern/Guthke: Perspektiven der Intelligenzforschung. 2001

Stern: Die Entwicklung des mathematischen Verständnisses im Kindesalter. 1998

Stern: Die Entwicklung schulbezogener Kompetenzen: Mathematik. In: Entwicklung im Kindesalter, Hrsg. Franz E. Weinert, Weinheim 1998

Stern: Von Intelligenz, Schubladendenken und Lerntypen: Zum Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. In:http://www.ganztagsschulverband.de/KongressDownload/KongressDownload2006/Stern_Heterogenitaet.pdf06.06.2008

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz 11.06.02008 11. 06. 2008

 

http://www.wiwo.de/karriere/einzeln-foerdern-156537/ 11. 06. 2008


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