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Lernen und Begabung - Entwicklung von Leistungsunterschieden und schulbezogenen Kompetenzen .doc

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Universität Stuttgart
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Seminar: Lernen- Lehre- Motivation, Wintersemester 06/07
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Lernen und Begabung

Entwicklung von Leistungsunterschieden und schulbezogenen Kompetenzen

Universität Stuttgart

Institut für Erziehungswissenschaft und Psychologie

Abteilung Pädagogik

Seminar: Lernen- Lehre- Motivation

Prätsch-Koppenhöfer

Wintersemester 06/07

Inhalt

1.     Einleitung....................................................3

2.     Intelligenz und Begabung.......................................4

3.     Entwicklung von Leistungsunterschieden und schulbezogenen Kompetenzen.................................................5

4.     Konsequenzen für das Lehren und Lernen............................6

5.     Literatur...................................................10

  1. Einleitung

 

Längst ist die Forschung über den Behaviorismus hinaus, selbst Skinner hält nicht mehr an der Theorie fest, dass der Kopf bei der Geburt eine „black box“ sei, die durch äußere Einflüsse geprägt sei. Professor Dr. Dieter Neumann weist immerwieder darauf hin, dass die Forschung die neuen Entwicklungen zwar erkannt habe, die theoretische Pädagogik sich aber hartnäckig weigere daran teilzunehmen und die in den 60er Jahren stehengebliebene Entwicklung fortzusetzen.

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Und die Ergebnisse dieser Entwicklung oder besser dieses Stillstandes zeigen sich auch in internationalen Studien, wie seit 2000, der durch die Medien am bekanntesten, der Pisastudie, bei welcher die deutschen Schüler weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen im internationalen Vergleich zu finden waren.

Denn das schlechte abschneiden der deutschen Schüler kann wohl kaum auf deren mangelnde Begabung oder Intelligenz zurückgeführt werden.

Seit einigen Jahren setzen sich die neuen Erkenntnisse der Nachbardisziplinen, vor allem der naturwissenschaftlichen, auch in der Pädagogik durch – zumindest in der theoretischen. Eine der wichtigsten Vertreterinnen und auch Vorreiterinnen ist auf diesem Gebiet Elsbeth Stern, die mit ihren vorbildlichen auch große Mengen von empirischen Daten enthaltenden Arbeiten zur Intelligenzforschung eine wichtige Wegbereiterin für das Gebiet „Lernen und Begabung“ ist.

Natürlich ist an dieser Stelle auch Franz Weinert der Wegbereiter der Entwicklungspsychologie und auch der Pädagogischen Psychologie, zu nennen, der sich das Dreieck von Begabung, Wissen und Lernen zur Forschungsaufgabe gemacht hat.

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Abschließend werde ich einige Überlegungen zu den Konsequenzen, die aus den gewonnenen Erkenntnissen zum Lernen für das Lehren entstanden sind anstellen.

  1. Intelligenz und Begabung

 

Intelligenz, so ist es in jedem beliebigen Lexikon zu finden, stammt vom lateinischen intelligentia, was mit „Einsicht, Erkenntnisvermögen“ zu übersetzen ist. Von seinem Ursprung her bezeichnet Intelligenz also die Fähigkeit des Verstehens.

Im Allgemeinen wird darunter auch „die Fähigkeit zum Erkennen von Zusammenhängen und zum Finden von Problemlösungen. [..] Sie zeigt sich im vernünftigen Handeln.“

Trotz der mannigfachen Intelligenzbegriffe, hat auch die Forschung zu einer allgemein anerkannten Definition gefunden. „Intelligenz ist demzufolge die Fähigkeit, a) sich aufgrund von Einsichten zurechtzufinden, b) Aufgaben mit Hilfe des Denkens zu lösen, wobei nicht auf eine bereits vorliegende Lösungsstrategie zurückgegriffen werden kann, sondern diese erst aus der Erfassung von Beziehungen abgeleitet werden muss.“

Intelligenzforschung liegt im Trend und es entstehen immer mehr neue alternative Intelligenzmodelle. Einen guten Überblick über die wissenschaftlichen Arbeiten, in diesem in der breiten Öffentlichkeit gern und häufig diskutierten Bereich, gibt die von Elsbeth Stern und Jürgen Guthke herausgegebene Aufsatzsammlung Perspektiven der Intelligenzforschung.

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Sprachliche Kompetenz (Wortbedeutung, Grammatik etc.), Logisch-mathematische Intelligenz (Erheben, Erkennen, Verarbeiten mathematischer Informationen und Problemstrukturen mittels symbolischen Denkens, Generalisierungs- und Gedächtnisfähigkeiten), Räumliche Intelligenz (Raumwahrnehmung und ihre Umsetzung in Vorstellung), Körperliche-Kinästhetische Intelligenz (alle psychomotorischen Fähigkeiten), Musikalische Intelligenz (Komponieren, Dirigieren, Instrumentenbeherrschung; emotionale Aspekte wie Rhythmus, Harmonieempfinden, Tonalität etc.), Intrapersonale Intelligenz (Selbstkompetenz, Selbstwahrnehmungs-, Reflexions-fähigkeit),   Interpersonale Intelligenz (Mitmenschen differenziert wahrnehmen, prosoziales Verhalten etc.).
Der Begriff der Begabung dagegen bezeichnet überdurchschnittliche Fähigkeit sowohl im kognitiven, aber vor allem auch außerhalb des kognitiven Bereiches.

Er gilt heute als dynamisch und erfährt immer wieder neue Ausdifferenzierungen. „Renzulli nennt beispielsweise drei Komponenten der Begabung: 1. Fähigkeit, 2. Kreativität und 3. Aufgabenengagement. [Renzulli 1978]. Hany differenziert die Begriffe weiter: 1. Wissen und Lernfähigkeit, 2. Origineller Ansatz und Problemlösungsstrategien, 3. Interesse und Arbeitstechniken [Hany 1].

Mönks erweitert das Begabungskonzept Renzullis um sozialökologische Faktoren: Familie, Schule Peers. [Mönks 1992].“

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  1. Entwicklung von Leistungsunterschieden und schulbezogene Kompetenzen

 

Intelligenz gilt also als allgemein anerkanntes Persönlichkeitsmerkmal, sie ist auch im wissenschaftlichen Sinn eine Eigenschaft, da sie auch über einen längeren Zeitraum konsistent bleibt und so stellt sich folglich die Frage: Sind Leistungsunterschiede, beispielsweise in der Mathematik, mit der allgemeinen Intelligenz zu erklären? Der Antwort auf diese Frage stellte sich Elsbeth Stern bereits in ihrer Habilitationsschrift, in einer neueren Version liegt diese Arbeit unter dem Titel Die Entwicklung des mathematischen Verständnisses im Kindesalter vor.

Ihren Forschungen liegen die empirischen Daten der LOGIK-Studie, eine Querschnittuntersuchung innerhalb einer Altersgruppe, zu Grunde. Dabei befasst sie sich exemplarisch am Beispiel der Mathematik mit drei Kernbereichen der Lernforschung. Der Erforschung der Informationsverarbeitung in einem Inhaltsbereich, also dem Erwerb von Grundlagenwissen und der Anwendung dessen bei der Problemlösung, hierbei geht es besonders um die Entwicklung von Leistung und Leistungsunterschieden.


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