Lernen, Gedächtnis, Wissen
1 Reiz-Reaktionslernen
• Erläutern Sie
bitte anhand der Begriffe konditionierter bzw. unkonditionierter Reiz und
konditionierte bzw. unkonditionierte Reaktion den Prozess des
Reiz-Reaktionslernens.
• Geben Sie ein
Beispiel für eine Alltagssituation, in der Menschen solchen
Konditionierungsprozessen unterliegen.
Das Prinzip des Reiz-Reaktionslernens, das im
Wesentlichen von den Vertretern des Behaviorismus auf der Basis der Experimente
des Physiologen Iwan Pawlow erforscht wurde, geht zunächst davon aus, dass
bestimmte physiologische Reflexe, wie die Speichelsekretion bei
Nahrungsdarbietung angeboren sind, also bei allen Lebewesen einer Spezies in
gleicher Weise wirken.
Des weiteren wird die Annahme zugrunde gelegt, dass
unbekannte Reize der Umwelt, so zum Beispiel ein neuartiger Glockenton, eine
Orientierungsreaktion auslösen, also eine gewisse Grundbereitschaft gegeben
ist, solchen Reizen Aufmerksamkeit zu schenken.
Hieraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass sich
diese beiden Komponenten, der unbedingte Reflex, hervorgerufen von einem
unkonditionierten Stimulus und mündend in einer unkonditionierten Reaktion, und
ein neutraler Stimulus verknüpfen lassen sollten.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Bei einer hinreichenden Anzahl von Darbietungen
entwickelt sich eine Kopplung zwischen dem vom neutralen nun zum
konditionierten Stimulus gewordenen mit dem unkonditionierten Stimulus, was zur
Folge hat, dass bei alleiniger Präsentation des konditionierten Stimuluses,
unabhängig von dem unkonditionierten, die konditionierte Reaktion folgt.
Diese erlernte Verbindung ist jedoch nicht
unveränderbar, was sich in der Löschungsphase zeigt, in der nach konsequenter
Präsentation des konditionierten Stimulus über einen längeren Zeitraum hinweg
und nicht mehr einhergehend mit dem unkonditionierten Stimulus, die
konditionierte Reaktion immer mehr nachlässt und schließlich ganz ausbleibt.
Trotz einer möglichen Spontanerholung, die meist
nach einer längeren Pause einsetzt und zu einer kurzweiligen Wiederaufnahme der
Exposition des konditionierten Verhaltens führt, tritt durch die Exstinktion
eine neue Lernphase ein, in der verinnerlicht wird, dass das Einhergehen von
dem konditionierten Stimulus mit dem unkonditionierten, nun nicht mehr gültig
ist.
Ein Beispiel aus dem Alltag, das dieses Prinzip
recht gut illustriert, ist die aversive Haltung von Kleinkindern gegenüber
Ärzten, speziell dem weißen Kittel, der in diesem Fall als bezeichnendstes
Merkmal zum konditionierten Stimulus wird.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Wird ein Kleinkind nun einer schmerzhaften
Behandlung, dem unkonditionierten Stimulus ausgesetzt, ausgeführt von einem
Menschen in einem weißen Kittel, der zunächst neutrale Stimulus, so resultiert
die unkonditionierte Reaktion des Schreiens.
Wiederholt sich dieser Ablauf jedoch viele Male, so
wird der weiße Kittel zum konditionierten Stimulus, der unabhängig von dem tatsächlichen
schmerzbewirkenden Ereignis die konditionierte Reaktion des Schreiens
hervorruft.
Anhand dieses Beispiels lässt sich auch der
eigentliche Sinn des Reiz-Reaktions-Lernens erkennen, nämlich anhand von
situativen Merkmalen Gefahren zu erkennen oder Vorteile zu nutzen.
2
Lernen am Modell und aggressives Verhalten
• Beschreiben
Sie anhand der vier Schritte des Lernens am Modell, welche Voraussetzungen
vorliegen müssen, damit aggressives Verhalten als Folge der Beobachtung eines
aggressiven Modells auftreten kann.
• Auf welche
Gefahr macht Banduras Theorie mit der Trennung zwischen Aneignung von Verhalten
und Ausführung aufmerksam?
Die vier Phasen des Lernens am Modell bestehen nach
Bandura (1971, 1977, 1986) aus Aufmerksamkeitsprozessen, Behaltensprozessen,
Nachbildungsprozessen und Motivationsprozessen.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Von diesen sind zunächst die Modellierungsstimuli,
also die von außen auf die Beobachtungsgabe einwirkenden Faktoren, von großer
Bedeutung.
So können sich zum Beispiel die Deutlichkeit des
demonstrierten aggressiven Aktes, die affektive Valenz, die persönliche
Einstellung des Rezipienten zu dem Dargebotenen, die Komplexität der Handlung,
die Verbreitung und Wertung solchen Verhaltens im persönlichen Umfeld und der
funktionale Wert der Handlung sowohl förderlich als auch einschränkend auf die
Wahrnehmung des Modellverhaltens auswirken, was einen großen Einfluss auf die
weitere Informationsverarbeitung hat.
Bestimmend sind ebenso die Merkmale des Beobachters
selbst, darunter seine Wahrnehmungskapazitäten, seine kognitiven Kapazitäten,
sein Wahrnehmungsstil als auch seine erworbenen Präferenzen, also die Neigung,
selektiv Komponenten des dargebotenen Verhaltens wahrzunehmen, die an zuvor
geprägte Interessen anknüpfen.
Gleichsam von Bedeutung für die Intensität der
Wahrnehmung können Merkmale des Modells sein, die umso förderlicher wirken,
desto mehr sie mit denen des Beobachters übereinstimmen und auch
Anreizbedingungen, im Falle aggressiven Verhaltens zum Beispiel. die womöglich
resultierende Anerkennung Gleichaltriger bei der Exposition solchen Verhaltens.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Die hierfür notwendigen Teilprozesse sind die
symbolische Kodierung des Wahrgenommenen, die kognitive Organisation in einem
individuell bedeutsamen Kontext und das einprägende Üben, das sowohl enaktiv,
über die konkrete Verhaltensnachbildung, oder kognitiv, über mentale
Wiederholungen, erfolgen kann.
Um diese Phase möglichst erfolgsversprechend zu
durchlaufen muss der Beobachter gewisse kognitive Fähigkeiten und Strukturen,
Anknüpfpunkte für die zu speichernden Informationen, so zum Beispiel aus
vorherigem aggressivem Verhalten gewonnene Kenntnisse, zueigen haben.
In der Phase der Nachbildungsprozesse kommt es zu
der Anwendung der zuvor gebildeten kognitiven Repräsentationen, wobei die
eigene Verhaltensimitation mit der Vorlage verglichen und gegebenenfalls korrigiert
wird.
Hierzu werden sowohl Feedbackinformationen, also
Rückmeldungen über das eigene Wohlbefinden, die konkreten Resultate der
Handlung und die Reaktionen des Umfelds, als auch Informationen, die durch die
Beobachtung des eigenen Verhaltens gewonnen werden, hinzugezogen.
Voraussetzung für die Verhaltensausführung sind die
nötigen physischen Kapazitäten und die Fähigkeit, die einzelnen Teilschritte
des zuvor dargebotenen Verhaltens nachbilden zu können.
|