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Lern und Motivationsprobleme .doc

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Psychology
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Lern- und Motivationspsychologie

Beispiel für ein fehlgeschlagenes Projekt meinerseits:

Da ich seit neun Jahren Kampfsport (Jujitsu, Kobudo, Bojitsu[1]) trainiere, fungiere ich seit vier Jahren auch selbst als Trainerin.

Zu Beginn war es noch sehr leicht, da ich sehr viel Unterstützung von meinem eigenen Trainer und anderen Trainingskollegen und Kolleginnen bekam. Zur Erläuterung sei gesagt, dass man fast ein Jahr auf den ersten Gurt trainieren muss. Man lernt in diesem Jahr die kompletten Grundzüge der Fallschule und die Bewegungslehre.

Das ist der Grundsatz für ein weiteres erfolgreiches Training und auch für das erfolgreiche Ablegen von Gurtprüfungen (Prüfungshierarchie: weiß, gelb, orange, grün, blau braun schwarz).

Nun zu meinem persönlichem Misserfolg:

Letztes Jahr war es das erste Mal der Fall, dass ich in Graz ganz alleine einen Jujitsu – Kurs abgehalten habe. In dem Jahr davor hatte ich wohl schon einen Selbstverteidigungskurs geleitet, dieser schließt aber einen Großteil der eigentlichen Kampfkunst aus.

Der Jujitsu - Kurs dauerte zwei Semester lang und sowohl Frauen, als auch Männer zwischen 18 und 25 Jahren nahmen daran Teil.

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Ein paar kleine Eindrücke, wie solch Lösetechniken aussehen sollten:

In den ersten zwei Einheiten war es auch nicht schwierig, den Schülern und Schülerinnen drei oder vier Techniken beizubringen und auch in den nächsten Einheiten erlernten sie immer Neues und ich hatte den Eindruck, sie waren mit Herz, Hand und Hirn bei der Sache.

Aber mein Erfolg sollte leider nicht von Dauer sein. Ab der fünften oder sechsten Trainingswoche konnte sich keiner mehr an die Anfangstechniken erinnern. Ich konnte es nicht verstehen. Hatte ich ihnen doch bei den Techniken sowohl die deutsche als auch die japanische Ausdrucksweise beigebracht, außerdem hatte ich sie ihnen nicht nur vorgezeigt, sondern auch dazu jeden einzelnen Schritt erklärt.

Auch an meiner eigenen Motivation konnte es nicht liegen. Mir persönlich machte das Training Spaß, ich mochte die Menschen um mich herum und auch die Örtlichkeit wo wir trainierten war passabel. Mit Sätzen wie „Das wird schon“ und „Ihr könnt das“, habe ich zusätzlich probiert meine Zöglinge zu motivieren und zu überzeugen.

Am Anfang hatte ich auch das Gefühl, dies würde etwas bringen, aber schon nach kurzer Zeit spürte ich Frustration und Unmut die sich beim Training breit machten. Zuerst konnte und wollte ich die Schuld meines Misserfolges nicht bei mir suchen. Ich dachte mir „An mir kann es ja nicht liegen, ich bringe ihnen doch nichts Falsches bei und bei mir funktionieren die Techniken doch auch einwandfrei“.

Somit kam ich zu dem Schluss, dass es nur an den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Kurses liegen konnte.

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Was war passiert und wie habe ich es trotzdem geschafft die Leute zwei Semester lang in meinem Kurs zu halten:

Anfang Dezember war ich selbst so frustriert, dass ich am liebsten den Kurs „hingeschmissen“ und alles abgesagt hätte. Doch bevor ich diesen Schritt wagte führte ich zu meinem Glück ein ausführliches Gespräch mit meinem Trainer. Ich erzählte ihm von der Misere in welcher ich mich befand und dass ich mit dem Problem zu kämpfen hätte, dass sich die Leute einfach keine Techniken merken würden.

Erst als mein Trainer mich unterbrach und meinte, dass ich sie vielleicht überfordern würde machte es bei mir „Klick“.

Und genau das war es auch. Ich dachte, ich müsste ihnen in kurzer Zeit so viel wie nur möglich beibringen und vergaß dabei, wie schwer der Einstieg in eine Kampfkunst ist. Erst als ich mich an meine eigene Anfangszeit erinnerte viel es mir wie „Schuppen von den Augen“. Ich hatte damals selbst das Gefühl als würde ich die Techniken nie erlernen.

Mit dieser Erkenntnis ging ich neu motiviert zu meiner nächsten Trainingseinheit. Ich fing bei Null wieder an, wiederholte die Techniken bis sie alle verstanden hatten, setzte mir selbst und auch den Schülern und Schülerinnen kleinere Ziele und genoss auch die Erfolge. Ich verlangte weder ihnen noch mir Unmögliches ab.

 

 

 

Analyse:

 

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Am ehesten könnte man sagen, dass die Störungen beim Einprägen der Übungen auf das Ranschburg´sche Phänomen zurückzuführen waren. Dadurch, dass sich viele Lösetechniken sehr ähneln konnte wahrscheinlich keine richtige Speicherung entstehen.

Auch an einer falschen Aufmerksamkeitssteuerung könnte es gelegen haben. Ich habe immer probiert einen gewissen Schmäh bei der ganzen Sache zu haben. Wollte ihnen meine eigene Begeisterung vermitteln und habe dabei einen gewissen Grad an Ernsthaftigkeit vergessen. Und ich habe auf jeden Fall vergessen sie für ihre kleinen Erfolge zu loben.

Es wäre wahrscheinlich auch einfacher gewesen, wenn ich die japanischen Ausdrücke am Anfang weggelassen hätte.

Was ich mir im Nachhinein auch noch selbst eingestehen muss ist, dass ich den Schülerinnen und Schülern zeigen wollte, wie gut ich selbst bin. Was ich alles kann und dass sie eine gute Trainerin haben. Die Betonung liegt hierbei wirklich auf dem Wort „TRAINERIN“.

Da ich drei Brüder habe, bin ich es gewohnt mich behaupten zu müssen. Man lenkt sich selbst in ein Schema, wo man immer wieder in dem Glauben ist, dass man beweisen muss, dass das eine Frau genauso gut kann wie ein Mann. Man setzt sich dadurch selbst so unter Druck, dass man das Wesentliche aus den Augen verliert.

Es besteht dann auch die Gefahr, dass man eines der Geschlechter bevorzugt oder benachteiligt.

Auch das ist mir hin und wieder bei meinen Trainingseinheiten passiert. Leider!

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Ich weiß bis heute nicht genau, warum ich ausgerechnet die Männer bevorzugte. Ich glaube, auf der einen Seite war es meine eigene Überlegenheit, die ich ihnen durch mein Wissen und Können beweisen konnte, auf der anderen Seite war es auch eine persönliche Hersauforderung für mich.

Dadurch, dass bei einem Kampfsport viel Energie und Körperkraft dazu gehören um jemanden beispielsweise festzuhalten, ist es für Zuseher sehr imponierend zu sehen, dass Techniken sogar gegen einen viel Stärkeren funktionieren. Natürlich hat auch die Begeisterung der Schüler und Schülerinnen für mich eine große Rolle gespielt.

Wenn ich gemerkt habe, dass sich jemand sehr dafür interessiert, habe ich dieser Person auch mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Heute würde ich das nicht mehr so machen. Man sollte immer auf das schwächste Glied in der Kette achten und sein Arbeitstempo diesem anpassen. Anpassen ist vielleicht der falsche Ausdruck, man sollte ihn oder sie eher so motivieren, dass er/sie dazu bereit ist mehr zu machen, mehr zu geben und sich mehr zu engagieren.

Es sollte eine motiviertes Lernen entstehen, man sollte Ziele anstreben, ein gutes Konzept dahinter haben und Misserfolge vermeiden. Wenn aus verschiedenen Gründen trotzdem Misserfolge auftreten sollten, muss man nach der Ursache suchen und versuchen, diese weitestgehend zu beheben. Man sollte versuchen verschieden Assoziation aufzubauen um das Lernen zu vereinfachen und es ist sinnvoll, das Gelernte mit Neuem zu verknüpfen.


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