Exposé
Leistungslateralisierung
bei Handball-Torwarten
(Videoanalyse der Torwartleistung
im regulären Spielbetrieb zur Frage nach der Leistungslateralisierung)
Gliederung
1 Einleitung Seite
2
1.1
Der Handball Torhüter Seite
2
1.2
Anforderungen an einen Handballtorhüter Seite 2
2 Theoretische Hinführung Seite
3
2.1
Lateralität im Allgemeinen Seite
3
2.2
Linkshänder im Spitzensport Seite
4
3 Forschungsansatz Seite
4
3.1
Leistungslateralität beim Handballtorhüter Seite
4
3.2
Hypothesen Seite
8
4 Untersuchungsmethodik Seite
8
5 Literatur Seite
9
Leistungslateralisierung bei Handball-Torwarten
(Videoanalyse der Torwartleistung im regulären Spielbetrieb
zur Frage nach der Leistungslateralisierung)
1. Einleitung
1.1 Der Handballtorhüter
Handball ist bekanntermaßen ein Mannschaftssport. Dennoch
gibt es nach Fritz und Schmidt (2005) hinter jeder Mannschaft einen Individualisten:
Den Torwart.
Der Torhüter besitzt eine Sonderstellung in der Mannschaft
und hat sich längst zu einem hochspezialisierten Einzelspieler entwickelt. Er
ist dabei nicht nur optisch vom Rest der Mannschaft getrennt sondern hat auch
besondere Aufgaben zu bewältigen: Er will Tore verhindern.
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Die übrigen Würfe die er zu bewältigen hat kommen von Außen,
vom Kreis, nach einem Tempo-Gegenstoß oder vom Siebenmeterpunkt auf das Tor.
All diese Würfe muss der Torhüter aus einer Distanz von etwa sieben Metern oder
weniger parieren.
1.2 Anforderungen an einen Handballtorhüter
Laut einer Messung der Sport-Bild (2007) erreichen Würfe im
Spitzenbereich des Handballsports Geschwindigkeiten von meist über 100 km/h.
Den höchsten Wert erlangte dabei Lars Kaufmann mit 122 km/h. Um solche
schnellen Bälle schmerzfrei abwehren zu können ist das Antrainieren eines muskulären
Schutzmantels für einen guten Torhüter unverzichtbar. Desweiteren reduziert
sich durch selbigen auch die Verletzungsanfälligkeit.
Ein Ball der mit etwa 100 km/h (ca. 30 m/s) von der 9 m
Linie auf das Tor geworfen wird, landet bereits nach 0.3 s (langsames
Augenzwinkern) im Tor. Einem an der 4 m Linie stehenden Torwart bleiben beim 7m
Strafwurf ganze 0.1 s (schnelles Augenzwinkern) zur Reaktion. Die Reaktionszeit
eines normalen Menschen, im Sehen, Wahrnehmen und Handeln, liegt normalerweise
zwischen 0.3 und 0.9 Sekunden.
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2 Theoretische Hinführung
Im Zusammenhang mit diesen enorm hohen Anforderungen an
einen Torhüter im Handball spielt die Leistungslateralisierung eine große
Rolle. Bevor ins Detail gegangen werden kann, ist der Begriff Lateralität im
Allgemeinen zu klären.
2.1 Lateralität im Allgemeinen
Zwischen den beiden Körperhälften eines Menschen treten
sowohl anatomische als auch funktionelle Unterschiede auf. Einfach ausgedrückt,
ist es so zu verstehen dass der Körper im Bezug auf die Längsachse nicht gleich
ist. Man unterscheidet somit zwischen morphologischer und funktioneller
Seitigkeit. Die morphologische Seitigkeit bezieht sich auf das Überwiegen einer
Körperhälfte, eines paarigen Organs oder Gliedes in Masse, Gewicht und
Struktur, also auf das äußere Erscheinungsbild und die anatomischen
Ungleichheiten des jeweiligen Körperteils. Der dominierende Arm, beispielsweise
bei einem Tennisspieler, fällt dabei durch vermehrte Muskulatur und stärkere
Knochen auf.
Unter funktioneller Seitigkeit versteht man, dass eine
Extremität oder Seite in ihrer Funktion bevorzugt wird. Diese
Seitigkeitsbevorzugung eines jeden Individuums, welche mehr oder weniger
deutlich ausgeprägt sein kann, bezeichnet man auch als Lateralität.
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unabhängig voneinander und prägen sich bei jedem Menschen individuell aus.
Jeder einzelne gebraucht ganz unterschiedlich für eine bestimmte Tätigkeit eine
Seite mehr oder weniger.
Eine solche Hemisphärendominanz entwickelt sich im Verlauf
der ersten Lebensjahre, ist also nicht angeboren.
Auch wenn die Händigkeit des Menschen in der Struktur des
Gehirns festgelegt ist und sich durch keinerlei Maßnahmen ändern lässt, kann
man trotzdem die individuellen Seitigkeitsausprägungen beeinflussen. Durch
intensives Training mit der ungeübten Seite lassen sich dort oftmals deutliche
Verbesserungen erzielen welche die Beidseitigkeit stärken. Bei der
Leistungslateralität kommt es darauf an, dass die Unterschiede der Seitigkeit
so gering wie nur möglich werden. Umgekehrt wird die Differenz durch
einseitiges Training weiter vergrößert, kann aber, besonders beim Sport, zum
Beispiel nach der Verletzung einer Extremität, einen Seitenwechsel ermöglichen.
2.2 Linkshänder im Spitzensport
Der Anteil von Linkshändern im Spitzensport ist höher als in
der Normalbevölkerung. Es schreiben nur etwa zehn bis 15 Prozent der
Gesamtbevölkerung ihre Texte mit links. Im Spitzensportbereich - bei Sportlern
aus Bundesligen und Weltranglisten - liegt diese Quote abhängig von der
Sportart mit 20 bis 55 Prozent wesentlich höher. Warum ist das so?
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Einiges deutet darauf hin, dass Rechtshänder schlechter auf
eine Auseinandersetzung mit linkshändigen als mit den gleichgesteuerten Rechtshändern
vorbereitet sind. Die Ursache hierfür ist logisch: Da Linkshänder im Alltag
weitaus seltener vertreten sind, mangelt es ihren Gegenspielern an Erfahrung
mit deren Bewegungsabläufen. Sogar Linkshänder schätzen die Bewegungen linkshändiger
Gegner schlechter ein.
3. Forschungsansatz
3.1 Leistungslateralität beim Handballtorhüter
Der Torhüter muss also um effektiv zu sein, auf beiden
Seiten gleichwertig ausgebildet werden um der Mannschaft im Wettkampf den
nötigen Rückhalt zu geben. Bevorzugt der Hüter nämlich eine Schokoladenseite,
oder weist eine der beiden Seiten besonders Defizite auf, hat er im oberen
Leistungsbereich wenige Chancen. Denn gerade in der heißen Phase eines Spiels
kann ein guter Torwart im Handball den entscheidenden Unterschied machen.
Leider wird die Aus- und Weiterbildung des Torhüters vor allem im unteren und
mittleren Leistungsbereich allzu oft vernachlässigt. Denn ein bloßes
Wurftraining ist nicht auch gleichzeitig ein effektives Torhütertraining.
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