Lehrer im Film
Jeder meint zu
wissen, wie Lehrer sind, zum einem aus eigenem Erleben, zum anderen wird einem
von verschiedenen Medien gezeigt, wie Lehrer denn so sind. Bloß, meist stimmen
die Vorstellungen von einem Lehrer, wie sie in Medien präsentiert werden, und
die Realität nicht immer überein. Natürlich, würde ein Autor oder ein
Filmemacher den tagtäglichen Alltag von Lehrern darstellen, würde das niemanden
interessieren. Die Zeitungen schlagen überdies auch gern auf die Lehrer ein,
die nach langläufiger Meinung ohnehin zuviel verdienen, zuwenig arbeiten und sowieso
viel zu viel frei haben.
Zwischen Film,
Buch, Zeitung und Nachrichtenmagazin muss unterschieden werden. Zeitungen und
Nachrichtenmagazine handeln Lehrer im Kollektiv ab, die Lehrer sind so und so,
Buch und Film individualisieren, machen das Bild vom Lehrer an einem oder einer
kleinen Gruppe fest und zeigen dem Leser oder Zuschauer, was diese in der
Schule so erleben. Dabei werden die Figuren allerdings oft überzeichnet und ins
Lächerliche gezogen beziehungsweise werden Extreme dargestellt, sehr strenge,
autoritäre Studienräte oder wahre Vorzeigepädagogen.
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Eines ist auf
jeden Fall klar: Die Lehrerbilder, die von Filmen kolportiert werden,
beeinflussen das Image der Lehrer in der öffentlichen Wahrnehmung. Einerseits
wird aufgezeigt, wie es sein sollte, und das wird von den meisten auch so
verstanden, dass es so sein sollte und nicht so ist.
Andererseits wird die
Darstellung von schlechten Lehrern wohl eher noch als Realität, wenn auch
überzeichnet, hingenommen. Und jedem fällt wohl schneller ein Pendant zu
Professor Kupfer aus „Der Schüler Gerber“ als eines zu John Keating aus „Der
Club der Toten Dichter“ ein.
Nach diesem
kurzen Einstieg werde ich nun verschiedene Lehrerfiguren aus verschiedenen
Filmen vorstellen: Die Spannbreite reicht von den spaßigen „Die Lümmel von der
ersten Bank“ - Filmen über den ernsten „Club der toten Dichter“, den
österreichischen Film „Freispiel“ bis zur deutschen TV- Serie „Unser Dr.
Specht“. Zuerst werde ich jeweils kurz auf den Plot und danach auf die
jeweiligen Lehrerfiguren eingehen.
Die Lümmel von der ersten Bank
Handlung
„Die Lümmel von
der ersten Bank“ ist eine siebenteilige Kinofilmreihe, der erste Teil erschien
1967, der letzte 1972. Sie basiert auf dem Buch „Zur Hölle mit den Paukern“
von Alexander Wolf. Die Filme handeln vom Schulalltag einer Klasse, besonders
den Streichen, die sie den Lehrern spielen.
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allerdings - aus heutiger Sicht- ziemlich harmlos, zu wirklichem Schaden kommt
es nie.
Zur Handlung der
Filme: Zu Beginn einiger Filme spielen die Schüler Studienrat Knörz einen
Streich, worauf dieser meint zu halluzinieren und sich in ein Sanatorium
zurückzieht, und durch einen anderen Lehrer ersetzt wird. In einigen Folgen
kommt von außen etwas in die Schule, dass die Schüler betrifft und mit dem sie
umgehen müssen. Am Ende der Filme löst oft ein Ministerialbeamter oder eine
Weisung aus dem Ministerium als deus ex machina Verwirrungen auf.
Der erste Film
erschien 1967. Die ersten Teile waren nicht reine Klamaukfilme, im Gegensatz zu
den letzten, sondern hatten durchaus ernste Anliegen, waren schon beeinflusst
von der aufkommenden 68er Bewegung. Die Schüler lehnen sich gegen die Lehrer
mit ihren verstaubten Ansichten auf.
[Wir hau’n die
Pauker in die Pfanne, Kap.1]
Das Lehrerbild
Eine bestimmte
Zahl von Lehrern kommt in allen Filmen vor, das wären Studienrat Dr. Knörz,
Latein, Deutsch und Geschichte, Studienrat Priehl, Geschichte, Studienrat Dr.
Blaumeier, Physik, Chemie, in einer Folge Latein, die Dramaturgie ist bei
dieser Filmreihe nicht sehr konsequent, Studienrätin Dr. Pollhagen, Biologie
und Englisch und der Direktor Oberstudiendirektor Taft.
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Weiters sind die
Lehrer durch die Bank obrigkeitshörig, was ihnen teilweise zum Verhängnis wird.
So nehmen sie von den Schülern fingierte, hirnrissige Weisungen aus dem
Ministerium unhinterfragt an und führen sie aus. In einer Folge lässt der
Direktor alle Schüler in der Aula antreten, um den besonderen Tag zu feiern.
Warum der Tag gefeiert werden muss, weiß er aber nicht. Die Schüler haben eine
Weisung fingiert. Oder die Lehrer betreiben auf einmal jeden Tag Sport aufgrund
der Olympiade. [Pepe, der Paukerschreck, Kap.3]
Im Film wird
aber auch noch ein anderes Lehrerbild transportiert. Im ersten Teil ersetzt ein
Dr. Kersten den im Sanatorium verweilenden Dr. Knörz. Ihm will die Klasse
gleich in der ersten Stunde einen Streich spielen, der allerdings misslingt.
Dr. Kersten ist ein junger Lehrer und nicht so verstaubt wie der übrige
Lehrkörper und freundet sich mit der Klasse an.
Im zweiten Teil
schmuggelt sich ein Fernsehreporter als Lehrer in die Schule. Er kommt bei der
Klasse gut an und macht mit ihnen auch praktische Übungen, zum Beispiel eine
Radiosendung produzieren. Er geht die Sache als Lehrer eher unorthodox an, wohl
auch, weil er eigentlich gar keiner ist.
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der Klasse gut zu verstehen. Der Witz dabei ist, dass der Direktor meint, dass
Dr. Glücklich, im Glauben dieser sei besonders streng, sich mit knallharten
Methoden durchzusetzen weiß.
Im vierten Teil
bittet der Ministerialdirektor von Schnorr den excellenten Pädagogen Dr. Dr.
Bach, der an einer kleinen Schule unterrichtet, doch an eine größere zu gehen,
dabei zündet er mit einer weggeworfenen Zigarre unabsichtlich Dr. Dr. Bachs
Schule an. Dieser zieht daraufhin nach Baden- Baden und unterrichtet am Mommsen
– Gymnasium. Er hat eher unkonventionelle Lehrmethoden, so lässt er zum
Beispiel die Schüler sich selbst Noten geben. Mit diesen ist er zwar bei den
Schülern beliebt, dem Lehrerkollegium aber ein Dorn im Auge.
Die Filmreihe
vertritt zwei Lehrerbilder: Verstaubte, konservative Studienräte, denen ihre
Obrigkeitshörigkeit nur zu oft zum Verhängnis wird und engagierten jungen
Pädagogen, die neuen Lehremethoden aufgeschlossen sind. Zwei von diesen werden
übrigens von Peter Alexander gespielt.
Freispiel
Inhalt
Robert Brenneis,
gespielt von Alfred Dorfer, ist Musiklehrer in einem Wiener Gymnasium. Dort
fühlt er sich aber nicht wirklich wohl, statt seiner wird ein schleimiger
Kollege pragmatisiert, die Schüler nehmen ihn nicht ernst. Und am schlimmsten:
Sein ehemaliger Bandkollege Pokorny, gespielt von Lukas Resetarits, ist berühmt
geworden.
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