Bericht zur Lehrausfahrt
Südoststeiermark
Der Lehrausgang
nahm seinen Ausgang beim RESOWI-Zentrum in Graz und führte zunächst auf die
andere Murseite nach Süden über den Lazarettgürtel und die Triesterstraße, wo
man sehr gut die würmzeitliche Terrassenkante sehen konnte, wobei der murnahe
Talbereich erst durch die Regulierung nach 1870 besiedelt wurde. Weiter ging es
über Seiersberg mit dem riesigen Einkaufszentrum in einer ehemaligen
Schottergrube, wo die moderne Stadtentwicklung mit dem Standortfaktor des
verkehrstechnisch gut angebundenen, stadtnahen ländlichen Raums (und die
kommunalpolitisch damit verbundenen Konkurrenzsituationen) erklärt wurde.
Dann
ging es aus dem urbanen Raum hinaus zur Kaiserwaldterrasse, einer bewaldeten mindelzeitlichen
Erhebung mit dicken Lehmschichten zwischen dem unteren Kainachtal und dem
Murtal. Auf der Strecke war sehr gut zu beobachten, wie der suburbane Raum im
Süden von Graz sich entwickelt hat, mit vielen Einfamilienhäusern aus den
1960er Jahren.
Südlich von
Unterpremstetten war danach ein klarer Bruch zu erkennen und wir befanden uns
definitiv in einer ruralen Gegend. Jahreszeitlich bedingt ausgezeichnet zu
erkennen waren die unterschiedlichen Flure im unteren Kainachtal, die zunächst
klar sichtbar noch kleinststrukturierte Gewannfluren mit teilweise gerade
einmal traktorbreiten Zeilenparzellen aufwiesen, um dann in der Gemeinde
Zwaring plötzlich zu Großblockparzellen zu wechseln, die als Folge der
Flurbereinigung entstanden sind.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Von Zwaring ging
es weiter zum Granit-, oder doch Schiefer- oder vielleicht Basaltsteinbruch von
Weitendorf, wo uns unsere Unkenntnis des Gesteins vor Augen geführt hat, dass
eine geologische Lehrveranstaltung im Lehramts-Curriculum möglicherweise doch
nutzbringend sein könnte.
Besonders
aufschlussreich fand ich den Bereich bei und südlich von Wildon, wo sich das
Murtal durch die aus Leithakalk bestehenden Erhebungen Wildoner Schlossberg und
Buchkogel verengt und wo man daher die südliche Begrenzung des Grazer Feldes
festsetzt. Anschaulich wird diese topographische Situation besonders durch die
Umfahrung des Buchkogels durch die Autobahn, die sich sonst eigentlich recht
parallel zur Mur bewegt. Auch die Ausführungen, wenn auch nur über die Karte
wirklich erschließbar, über die Flussverschleppung der Lassnitz und den
Dammflusscharakter der Mur waren etwas Neues für mich, ebenso der erdgeschichtliche
Hintergrund des Sausals als ehemalige Insel, die nun mit Leithakalken umgeben
ist.
Anhand des
Beispiels von Leibnitz haben wir abgehandelt, wie man eine Siedlung
geographisch zusammenfassend darstellen kann: Einerseits in einer
historisch-genetischen Weise, beginnend beim etymologischen Ursprung vom
slawischen Wort für Linde über die Siedlungsverlagerung bis hinein ins 20.
Jahrhundert mit der plötzlichen Randlage nach dem 1. Weltkrieg und der
Bedeutung als Einkaufsort für Jugoslawen bis zur Einführung der Dinarsperre.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Auch wie sich die Tatsache, dass Leibnitz als kirchliche
Stadt nie Festungscharakter hatte, im wenig dicht verbauten Ortscharakter
niedergeschlagen hat, konnte man schön erkennen.
Von Leibnitz
ging es nach Süden vorbei an Straß mit der Kaserne und dann entlang der Mur,
nach ihrem Knick nach Osten entlang der Grenze, wo wir in Mureck Halt machten,
wo wir die Schiffsmühle besucht haben, die einen Versuch darstellt, touristisch
bei Tagesgästen und Radtouristen zu punkten, die hier ihren Halt machen. Die
Trennung der Stadt Mureck von der dazugehörigen Burg Obermureck auf
slowenischer Seite hat die an der Grenze allgegenwärtige Situation
veranschaulicht, wie eine historisch zusammengehörende Landschaft durch
nationale Grenzziehungen eigentlich willkürlich zerrissen wurde – ein Umstand,
der in Bad Radkersburg mit dem geteilten Ort freilich noch deutlicher ist. Wie
gut, dass mit dem Schengenbeitritt Sloweniens auf im wahrsten Sinne des Wortes
erfahrbare Weise wieder zusammenwächst, was eigentlich immer die gleiche
Kulturlandschaft war. Im gesamten Grenzbereich entlang der Mur sieht man auch
die extrem abseitige Lage, in die die Region durch den Vertrag von St.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Ohne Therme gäbe es wohl wirklich nicht viel, abgesehen von ein wenig
Radtourismus durch die Murauen; und auch so gehören in den Bezirken Bad
Radkersburg und Feldbach einige Gemeinden zu den absolut ärmsten Österreichs.
Die abschließende
Besichtigung von Bad Radkersburg war durch den klar erkennbaren Kontrast zu
Leibnitz geprägt. Historisch ganz anders gewachsen, ist Bad Radkersburg als
ehemalige Festungsstadt viel dichter verbaut und hat bei 1.400 Einwohnern einen
ungleich stärker urbanen Charakter als die extensiv ausgebreitete Stadt
Leibnitz mit ihrer sechsmal so großen Bevölkerung. In der Renaissance
zweitreichste Stadt des Landes aufgrund der hohen Mauteinnahmen, also durch die
Verkehrslage zu Bedeutung gekommen, befand sich die Stadt ab 1919 im wirklich
allerletzten Eck. 1945 wurde gar die Brücke über die Mur nach Radgona zerstört
und erst 1969 wieder errichtet! Die Stadt ist heute klar zweigeteilt – aber
nicht wie im 20. Jahrhundert vor allem durch die Grenze und die Mur, sondern in
den historischen Kern und das neu angelegte Areal rund um die Therme, deren
historische Entwicklung von der Entdeckung des Thermalwassers bei
Erdölbohrungen 1927 über die wirtschaftliche Erschließung als Thermalquelle für
Trinkkuren und dann als Kurort und die Sicherung des Standortes durch eine
Zweitbohrung 2001.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
|